editorial
Bauen für den Sport

von GG Kirchner

Die Welt des Sportes ist in Bewegung. Sie ist nicht nur von technologischen Innovationen geprägt, sondern der Begriff der Sportstätte ist selbst im Umbruch. Die "Sportgelegenheit" fügt sich neu in den kulturellen Raum, und dieser wird damit ein anderer. Die Bewegung führt fort von den Standardisierungsforderungen des Sports zu einer neuen Vielfalt bewegungskultureller Entfaltung - vom Raum als einem transferierbaren Container zum Ort in seiner kulturellen Besonderheit - vom Funktionalismus zum Erlebnis. Von der Standardhalle zur Kulturstätte.
Zu keiner Zeit wurden derartig viele Sportstätten rund um den Globus errichtet wie in den vergangenen Jahrzehnten. Mit jeder Olympiade, Welt-, Europa- oder Landesmeisterschaft entstehen neue Sportanlagen, die alles bisher Dagewesene übertrumpfen wollen. Meist wird dabei ohne Bezug auf Konstruktion und Funktion eine zeichenhafte Einmaligkeit gesucht, die der Architektur durch ‚Styling’ ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen will. Aber geht es nicht auch darum, eine „optimierte Leistungsform und Konstruktion“ sowie eine aus dem spezifischen Ort entwickelte charakteristische Identität im kulturellen Kontext zu entwickeln?
Nun sollen diese Sportstätten auch „Grün“ und „nachhaltig“ werden. In den Olympiastädten Vancouver (2010) und London (2012) spielte und spielt neben Sport, Kultur und Kommerz auch die Umwelt eine große Rolle.
In Vancouver mussten alle neuen Bauten schon die Anforderungen für ein so genanntes LEED-Zertifikat ("Leadership in Energy and Environmental Design") erfüllen.
Wie die modernste Technologie und der Genius loci verschmolzen werden können zeigen die Stadien für die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika um die es in dieser Ausgabe von adato hauptsächlich geht.