-
-
- adato 3|09 - Weltaustellungen
-
-
- adato zum anklicken
Text GG Kirchenr
1994 war der Spiegel das erste Online Medium Deutschlands. WWW stand damals noch für „world wide wait“. Nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung hatten ein Modem und damit die technische Grundausstattung, um das neue Angebote überhaupt nutzen zu können. Und so diente der Webauftritt den etablierten Medien am Anfang vor allem der Imagepflege und als Archiv ihrer bereits gedruckten oder gesendeten Angebote. Doch mit der rasanten Zunahme der Internetanschlüsse wuchs auch die journalistische Bedeutung des neuen Mediums.
1995: taz und Schweriner Volkszeitung gehen als erste Tageszeitungen ins Netz.
1996: Die Tagesschau ist online vertreten.
1998: Das Gerücht über die Affäre des US-Präsidenten Bill Clinton mit der Praktikantin Monica Lewinsky wird zuerst über das Internet gestreut und von etablierten Medien aufgegriffen.
1999: Eine Studie zählt 400 Online-Medien in Deutschland.
2001: Die Frankfurter Allgemeine eröffnet als letzte überregionale Zeitung eine Website.
2003: Google startet einen automatisch erzeugten Nachrichtenüberblick auf Deutsch.
2006: Erstmals wird mehr Geld für Werbung im Internet ausgegeben als im Hörfunk.
2007: 63 Prozent der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre sind online und verbringen durchschnittlich zwei Stunden täglich im Netz
Heute haben alle großen Zeitungen und Zeitschriften, Hörfunk- und Fernsehstationen eine eigenständige Internetredaktion. Wie in den klassischen Medien geht es auch im Onlinejournalismus um eine Mischung aus Information und Unterhaltung. Und doch ist hier manches anders: Platz ist praktisch unbegrenzt verfügbar, einen Redaktionsschluss oder feste Sendezeiten gibt es nicht mehr. Auch nach der Veröffentlichung können die Angebote jederzeit verändert werden. Auf Anmerkungen oder Kritik wird sofort reagiert – oder die User erzeugen interaktive Angebote gleich selber. Einnahmen gibt es fast ausschließlich durch Reklame, und die Trennung zwischen Zeitung, Zeitschrift, Radio und Fernsehen verwischt im Internet zunehmend, denn Texte, Bilder, Töne und Videos können beliebig miteinander kombiniert werden.
adato online soll als ein eigenständiges, aktuelles journalistisches Medium ausgebaut werden. Neben den klassischen Rubriken wird es ein kostenloses Archiv, direkte Links auf Originalquellen, Hintergrundinformation und Fotogalerien geben.
-
-
- Weltausstellungen zwischen Sensation und Innovation
von Ingeborg Flagge
Die Geschichte der Weltausstellungen ist inzwischen 158
Jahre alt und müsste nicht fortgeführt werden. Denn eigentlich
haben sich Weltausstellungen überholt. Ihr Ziel, über
den Stand der Technik, über Erfindungen und Innovationen,
über Ideen und die Eigenart fremder Kulturen zu informieren,
geschieht heute anders und besser.
Im 19.Jahrhundert waren Reisen für viele Menschen unmöglich,
höchstens Forscher wagten sich in fremde Länder. Man
konnte sich nicht über die
Entwicklung und andere Gesellschaften informieren, jedenfalls
nicht aus eigener Anschauung. Zwar gab es Bücher
und Zeitungen, aber ihre Nutznießer waren nur wenige.
Das Fernsehen, das die Bilder und Aktivitäten fremder
Länder in das eigene Wohnzimmer übertrug, gab es nicht.
Das Radio mit seinen Kommentaren zu Geschehen in aller
Welt war noch nicht erfunden. Telefonieren und der direkte
Austausch mit Menschen im Ausland waren noch weit
entfernt. Geschweige denn gab es ein Internet, mit Hilfe
dessen sich jeder in aller Ruhe und am eigenen Schreibtisch
über Geschehnisse, Ideen, Erfindungen und Forschungen
auch außerhalb des eigenen Wahrnehmungsbereiches informieren
konnte.
Der Computer kann heute eine Expo ersetzen, so wie er
den persönlichen Besuch der Bibliothek, des Museums
und den Einkaufsbummel in der Stadt schon jetzt ersetzt.
Industrielle Leistungsnachweise, Sinn und Zweck früherer
Weltausstellungen, finden heute anderweitig statt und
brauchen die Kommunikationsräume einer herkömmlichen
Expo nicht mehr. Was bleibt, ist die Selbstdarstellung des
Veranstalterlandes und der ausstellenden Länder und deren
Versuch, im Zeitalter totaler Kommunikation mit ihrer Show
dennoch starke Bilder zu erzeugen und damit eine weltweite
Öffentlichkeit wenigstens zeitweilig zu beeindrucken. Das
geht zunehmend daneben.
Eigentlich sind Weltausstellungen heute heraus geworfenes
Geld und angesichts ihres physischen Aufwandes eine ökologische
Missetat. Dennoch gibt es sie, aber ihre frühere
einzigartige Infomationsbedeutung haben sie verloren.
Sie rangieren heute in der Nähe von Bundesgarten- und
Landschaftsschauen oder Biennalen und Kulturhauptstädten,
Initiativen, die Städten oder Regionen Anlass zu einer radikalen
Erneuerung oder Modernisierung sind, für die man
Zuschüsse erhalten kann, die einem sonst nicht zuf ließen.
So verfolgte das spanische Saragossa mit seiner Expo 2oo8
das ehrgeizige Ziel, die eher provinzielle Stadt mit Hilfe eins
internationalen Auftrittes großstädtisch zu inszenieren und
sie zwischen Madrid und Barcelona neu zu positionieren.
Vergeblich. Saragossa scheiterte auf breiter Linie: die Stadt
wählte das falsche Gelände, das dann während der Expo auch
einige Male durch Hochwasser überschwemmt wurde, und
sie fand keine überzeugende Idee der Weiterverwendung
des Expo-Geländes und der dort hinterlassenen Bauten.
Hannover ging es mit seiner Expo 2ooo ähnlich. Die erste
Weltausstellung auf deutschem Boden ist nahezu vergessen.
Die baulichen Überbleibsel sind ohne Glanz, das ehemalige
Expo-Gelände ist langweilig. Im Gedächtnis haften
geblieben ist höchstens Meinhard von Gerkans Kirche und
Ort der Stille, die dann abgeschlagen und anderenorts
weiterverwendet wurde. Und manch einer mag noch den
Duft des Schweizer Pavillons von Peter Zumthor in der Nase
haben, diesem genialen Nichts aus frisch geschlagenem und
geschichtetem Holz, das eindringlicher war als jeder noch so
konstruktiv beeindruckende Bau.
Herausragende Architektur hat in der Geschichte der
Weltausstellungen schon immer die zentrale Rolle gespielt.
Schon die erste Weltausstellung 1851 im Hyde Park in London,
für die der Gärtner Joseph Paxton nach dem Vorbild riesiger
Gewächshäuser den vorfabrizierten Kristallpalast baute, setzte
architektonische Maßstäbe, die zu erreichen sich spätere
Weltausstellungen schwer taten. Queen Viktoria subsumierte
bei der Einweihung ihren Eindruck von dem lichtdurchfluteten
Bauwerk als „überwältigend, ruhmreich, berührend“.
Trotz der geradezu revolutionären Ausstellungsarchitektur
in Paris 1867 bleibt auch die Weltausstellung 1889 mit
der fast schwebenden Maschinenhalle und dem imposanten
Eiffelturm, zwei der bis heute berühmtesten
Ingenieurbauwerke des 19.Jahrhunderts, fast unerreicht. Der
Eiffelturm, den eine frühe Bürgerinitiative aus Architekten,
Bildhauern und Schriftstellern zu verhindern suchte, weil sie
ihn für störend und einen „Turm zu Babel“ hielten, ist bis
heute ein Ausweis für die Genialität seines Erbauers und aus
dem Stadtbild von Paris nicht wegzudenken.
Die Weltausstellungen, die im 19. und Anfang des 2o
Jahrhunderts zwischen Paris, London und den USA – 1876
Philadelphia, 1893 Chikago, 19o4 St. Louis- einträchtig hin
und her wechselten, fanden erst ab 1929/30 ihren Weg auch
in andere Städte. Allerdings hätte Mies van der Rohes eleganter
kleiner Pavillon anderenorts nicht die einhellige ästhetische
Bewunderung hervorgerufen, die er als Inkarnation
einer neuen Architektur in Barcelona erfuhr. Übrigens
wurde diese Ikone der modernen Architektur am Ende der
Ausstellung wie die meisten anderen Bauten abgerissen
und erst 1979 wieder rekonstruiert. Auf der Weltausstellung
1937 wäre das minimalistische Meisterwerk im Schatten der
in Paris ausstellenden Diktaturen nicht nur untergegangen,
sondern diffamiert und voraussichtlich nicht gebaut worden.
Zwar hing Picassos Protestbild Guernica im spanischen
Pavillon, aber der Geist dieser Weltausstellung war nationalistisch-
monumental. Das französische Palais des Chaillot in
Paris, heute Heimat des französischen Architekturmuseums,
ähnelte in seiner Wucht durchaus einem Nazibau, wurde
aber vom deutschen Pavillon Albert Speers noch übertroffen.
Dessen in schwere Pfeiler gegliederte kubische
Masse erinnerte an eine bombastische Trutzburg. Ganz
anders die Bauten der Weltausstellung 1958 in Brüssel, die
unter dem Thema „Dieser Welt das Menschliche zurückgeben.“
Ausgerechnet unter dem Wahrzeichen des Atomiums
versuchten die ausstellenden Völker die Katastrophe des
Atombombenabwurfes und ihrer Zerstörung vergessen zu
machen und stellten sich vielfach wie Deutschland in entmaterialisierten
Bauten dar, die „Luftwesen“ glichen und zu
schweben schienen. Sie sollten für eine andere neue und
demokratische Gesellschaft stehen. Revolutionär und faszinierend
dann 1967 in Montreal die leichten Raumtragwerke
und filigranen Netzdächer des Deutschen Pavillons von
Frei Otto und Rolf Gutbrod, ohne deren Vorbild Günter
Behnischs Olympiabauten von München 1972 nie hätten
realisiert werden können.
Eine Weltausstellung tanzt nur einen Sommer. In dieser Zeit
soll sie ein Publikum aus aller Welt anziehen und begeistern.
Deswegen beschäftigen Expos gern sog. Stararchitekten wie
Kenzo Tange 197o in Osaka oder Santiago Calatrava 1998 in
Lissabon. Aber auch sie können wie Zaha Hadid in Saragossa
2oo8 mit ihrem Aufsehen erregenden Zwitter aus Haus und
Brücke, das in seiner Form einem Fisch ähnelte, nichts daran
ändern, dass die Magie des Weltausstellungsevents am Ende
des Sommers meist verf logen ist und die Ausstellungsbauten
abgerissen oder funktionslos werden. Konzept für ihre
Weiternutzung hin oder her.
Das Futter der Weltausstellungen waren immer technische
Innovationen und inszenatorische Sensationen. Bei der ersten
Weltausstellung 1851 zeigte man neueste Erfindungen von der
Lokomotive bis zur Präzisionsuhr, aus den Kolonien allerdings
als exotischen Höhepunkt ausgestopfte wilde Tiere.
1867 war das radikal von Baron Haussmann veränderte
Stadtbild von Paris die Kulisse für neue Beleuchtungssysteme
und den neuen Suezkanal im Modell. Als Freizeitsensation
gab es für jeden Besucher Fallschirmabsprünge von einem
Turm. Das Beste in Philadelphia 1876 war bei zahlreichen
Pleiten ein von Richard Wagner für die Eröffnung komponierter
Festmarsch. 1889 fand im Schatten des Eiffelturmes
der erste öffentliche Bauchtanz statt und geriet zu einem
handfesten Skandal. 1893 stellte Thomas Edison seinen
Phonographen in Chikago aus und Krupp die damals größte
Kanone. Erstmals gab es auf dieser Weltausstellung eine
Ausstellungshalle nur von Frauen für Frauen. Gleichzeitig
waren als exotische Attraktion Originaldörfer aus Afrika und
der Südsee aufgebaut, in denen die Eingeborenen als kuriose
Exponate zu bestaunen waren. Übrigens kehrten sie nie in
ihre Heimat zurück, weil es nicht vorgesehen war und es
dafür kein Geld gab. Die Veranstalter kümmerten sich nicht
um sie und sie verelendeten rasch in einer ihnen fremden
Umgebung und Gesellschaft.
1933-34 in Chikago, wo die absolute Sensation eine
Nudistenkolonie war, wurde die Themenausstellung geboren.
Bis heute stehen seither alle Weltausstellungen unter einem
Motto, auf das alle ausstellenden Länder in ihren Pavillons
ihre jeweilige Antwort versuchen. 2oo8 war das zukunftsträchtige
Thema „Wasser und Nachhaltigkeit“. Doch auf solche
hochbrisanten und politisch aktuellen Fragestellungen
findet kaum eine Weltausstellung grundsätzliche Antworten
von Bestand. Dergleichen wird heute täglich in den Medien
diskutiert. Was also sind noch Probleme, mit denen sich
Weltausstellungen in Zukunft beschäftigen sollen?
-
-
- PAVILLON LUXEMBOURGEOIS A L'EXPO '92 A SEVILLE
Architectes: Bohdan Paczowski et Paul Fritsch
Les trois éléments caractéristiques du pavillon étaient la
structure apparente en acier, les antennes paraboliques qui
coiffaient le volume et le plan incliné de la rampe interne
qui dominait l'espace.
Ces trois éléments exprimaient symboliquement
les trois caractéristiques importantes du pays:
ses aciéries, ses télécommunications et la ligne ascendante
de son développement économique.
L'exposition, installée le long du parcours tracé sur le plan
incliné, était axée sur l'histoire du pays, sur son paysage
naturel, sur la variété culturelle de ses habitants et sur sa
propre culture. Etant situé au coeur de l'histoire européenne,
entre la France, l'Allemagne et la Belgique et grâce à son
statut multilingue, ce petit pays était destiné à jouer un rôle
important dans la naissance de la future Europe Unie.
L'exposition a été conçue par l'équipe de la Grande Halle de
la Villette à Paris et la composition centrale - le globe terrestre
entouré d'anneaux - était l'oeuvre de François Schuiten
de Bruxelles.
-
-
- Luxemburg Pavilion Expo 2000 Hannover
Architectes: Christian Bauer
Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover stand unter dem
Leitthema Mensch, Natur Technik.
Luxemburg setzte auf die neuen Technologien und ihre
Bedeutung für das Land. Unter dem Motto „Luxembourg
connects people“ präsentierte sich das Großgerzogtum als
Drehscheibe der modernen Informationsgesellschaft.
In dem Erlebniskino konnten die Besucher Filme über
die dynamische Wirtschaftsentwicklung Luxemburgs
sehen. Der Paravent, ein auffälliger Lichtkörper, und eine
Treppenlandschaft dominierten den Entwurf vom Büro
Christian Bauer. Ihnen war eine einprägsame und sehr sachliche
Gestalt des Standes wichtig.
-
-
- Luxemburger Pavilion Expo 2010 Shanghai
Motto der Expo: A better city, a better life. Dieses Motto,
die Internationalität des Ereignisses und der Standort China
lieferten die gedanklichen Ansätze für den Entwurf. Der
Pavillon als monolithische, skulpturale Form spiegelt das kleine
Luxemburg, seine Durchlässigkeit das Thema des globalen
Austauschs und der Kommunikation.
Es wird aber auch die Bedeutung des Wortes Luxemburg im
Chinesischen – lùsên bâo heißt so viel wie Wald und Burg –
aufgenommen und in Architektur übersetzt. Der Pavillon ist
als offene Burg im Grünen konzipiert.
In der Mitte der Anlage: ein Turm (20 Meter hoch), dessen
Silhouette in sehr abstrahierter, deutlich „überhöhter“ Form auf
den traditionellen Typus des Luxemburger Einfamilienhauses
zurückgeführt werden könnte; umgeben ist dieser Turm vom
Geviert einer Art Burgmauer mit großen Öffnungen, die
einen reibungslosen Besucherstrom ermöglichen. Der Bereich
zwischen Turm und Mauerbauwerk wird intensiv begrünt
(Luxemburg = „grünes Herz Europas“).
Die innen, aber auch auf dem Dach begehbare Umfassungsmauer
definiert nicht nur das Luxemburger Territorium, sie enthält den
eigentlichen Ausstellungsraum mit Präsentationsmöglichkeiten
für die Wirtschaft. Im Turm hat die Kultur ihren Auftritt, und
es gibt VIP-Salons für Sonderveranstaltungen. Ein drittes
architektonisches Element enthält Gastronomie und einen
Souvenirshop.
-
-
- Deutscher Pavillon Expo 2010 Shanghai
Der Kerngedanke
Im Deutschen Pavillon in Shanghai präsentiert sich die
Bundesrepublik als vielseitige, ideen-reiche Nation, als ein innovatives
und zukunftsorientiertes Land, das gleichzeitig auch
großen Wert darauf legt, Wurzeln zu erhalten und Traditionen
zu bewahren. Wichtig für die Stadt von morgen sind Vielfalt und
Gleichgewicht – nicht Gleichheit. Erst durch das Zusammenspiel
von Vielfalt und Gegensätzlichkeiten der deutschen Städte entstehen
ihre besondere Lebensqualität und Lebensenergie. Darum
gilt es, diese Vielfalt zu bewahren – ohne dabei auf Innovation
und Technik zu verzichten. Dieses ganz eigene, individuelle
Gesicht Deutschlands will die Bundesrepublik Deutschland
glaubhaft und nachhaltig umsetzen. Der deutsche Beitrag
zum Thema der EXPO 2010 „Better City, Better Life“ lautet
daher: balancity – eine Stadt in Balance zwischen Erneuerung
und Bewahren, zwischen Innovation und Tradition, zwischen
Urbanität und Natur, zwischen Gemeinschaft und Individuum,
zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Globalisierung und nationaler
Identität. Dieser Kerngedanke ist überall im Deutschen
Pavillon zu fi nden und für den Besucher erlebbar. Das
Kunstwort aus „Ba-lance“ und „City“ greift damit das EXPOThema
„Better City, Better Life“ auf.
-
-
- Austrian Pavilion Expo Shanghai 2010
The main driving force behind the design of the Austrian
Pavilion for the EXPO in Shanghai 2010 can be described as
acoustic forces, or more accurately as music. Music as a concept
that reflects continuity in terms of architectural articulation
that seamlessly connects the various spaces within the
program. The embodiment of the sonic conditions within the
space manifests the architecture of the pavillon, which resonates
to the rhythm of the Video Jockey's (VJs) performance
– the conductor of the atmospheres within the main space.
The rich history of Austrian musical tradition makes it possible
to create a performance program reaching from Baroque Music,
to the classic area, to the modern age, to contemporary acts.
The space unfurls from within the topological body, from the
main space, the audience chamber, to the exterior epidermis.
This process creates pockets, pochés, that include the rest of
the program, such as Shop, Restaurant, Office, VIP Area and
so forth. Each of these programmatic areas includes qualities
connoted with the quality of living within Austrian conurbations:
Music, culture, culinary expertise, urban scapes, opulent
landscapes and lavish foliages.“ (SPAN)
-
-
- Belgischer Pavillon Expo 2010 Shanghai
In dem belgischen Pavillon für die Shanghaier Weltausstellung
2010, der aus zwei Teilen besteht, werden sich Belgien auf 4.000
Quadratmetern und die EU auf 1.000 Quadratmetern präsentieren.
Die EU ist in Shanghai das erste Mal überhaupt auf einer Expo
außerhalb Europas als Aussteller mit dabei.
In dem gemeinsamen Pavillon sollen während der Expo
mehr als 150 Symposien und Konferenzen stattfinden. Zudem
sollen neben Diamanten auch Schokolade und Bier in der
Ausstellungshalle zu bestaunen sein.
-
-
- Italienischer Pavillon Expo 2010 Shanghai
Italien wird auf der Expo 2010 von Shanghai mit der von dem
Architekten Giampaolo Imbrighi entworfenen Struktur für
den Pavillon vertreten sein.
Das Gebäude verfügt über die von den Bewertungskommissionen
gewünschten Voraussetzungen: Neue Tendenzen des
Bauingenierwesens, der Architektur und des Designs und
nachhaltige Bautechniken. Der Pavillon wird eine Grundfläche
von 3.600 Quadratmetern bei 18 Meter Höhe und einer
Ausstellungsfläche von 6.000 Quadratmetern haben. Der quadratische
Grundriss wird in Körper unterschiedlicher und unregelmäßiger
Dimensionen unterteilt, die untereinander durch
Brückenstrukturen aus Stahl verbunden sind, die es gestatten,
die Verbindungsgänge zu sehen.
Die Konstruktion wechselt kleine Räume mit weitläufigen
Flächen ab, was zur Helligkeit des Inneren beiträgt, die wiederum
durch den Gebrauch transparenten Betons verstärkt
wird. Die externe Oberfläche wird mit selbstreinigenden
Kristallen verkleidet, während die in die Fensterscheiben
eingelassenen Photovoltaik-Paneele die Sonnenstrahlen
abschirmen. Das Gebäude wird über ein Beleuchtungssystem
verfügen, das nicht nur die Räume gestaltet, sondern auch
energiesparend ist.
-
-
- Britischer Pavillon Expo 2010 Shanghai
Der Entwurf für den britischen Pavillon für die Expo 2010
in Shanghai präsentiert sich als haariger Sperrholzkubus.
Ursprünglich hatte Thomas Heatherwick einen haarlosen,
aber leuchtenden Kubus vorgestellt. Nun wiegt er bald seine
(unbeleuchteten) Acryl-Haare im Wind.
Installationen und Ausstellungen begleiten den Weg zum
Pavillon, der über das 6.000 Quadratmeter große und mit
Kunstrasen belegte Grundstück führt. Die „Haare“ bestehen
aus 7,5 Meter langen Acrylstäbchen, die in der Summe dem
Kern ein flauschiges Antlitz verleihen. 60.000 sind es an der
Zahl, in deren Enden Samen aus dem Millenium Seed Bank
Project eingebettet sind.
Das Konzept hat sich auch im Inneren gewandelt. Die Idee,
den Kubus mit diversen Installationen auszustatten, ist aufgegeben
worden zugunsten einer „Kathedrale für Samen“,
sprich: die Samen auf der Wand als Display auszustellen. 100
Personen finden Platz in dem Pavillon. Ihr „Hunger nach
Einfachheit“, der auf dem ereignisreichen Expo-Gelände
aufkomme, soll in einem ruhigen Raum gestillt werden, so
Thomas Heatherwick.
-
-
- Spanischer Pavillon Expo 2010 Shanghai
Im vergangenen März sind die Bauarbeiten des spanischen
Pavillons offiziell gestartet worden. Das Highlight des Baus
liegt in seiner korbförmigen Gestalt, wobei die gesamte
Außenwand des Pavillons von natürlichem Rattan umgehüllt
wird. Der Generalvertreter des spanischen Pavillons auf der
Shanghaier Expo, Javier Conde, verriet die Idee hinter dem
spanischen Pavillon: Es ist eine "Stadt, die von Generation zu
Generation weitergegeben wird."
Der Bau des spanischen Pavillons von der Architektin Benedetta
Tagliabue wird im März abgeschlossen sein. Der Architekt Igor
Peraza sorgt vor Ort dafür dass dieser Zeitplan eingehalten
werden kann. Er ist die größte Architektur der Welt mit Rattan
als Außenwand. Die Handwerkskunst aus Rattan hat sowohl
in China als auch in Spanien eine lange Geschichte. Deswegen
wird der Pavillon bestimmt große Sympathie unter den chinesischen
Besuchern hervorrufen.
-
-
- Dutch Pavilion Expo 2010 Shanghai
Happy Street
The Dutch pavillon, designed by architect/artist John Körmeling,
is called ‘Happy Street’. It’s an entire street in the shape of the
number eight, an auspicious number in Chinese culture. Visitors
to the pavillon stroll along houses in different styles that represent
Dutch architectural tradition, including designs by Gerrit
Rietveld and Jan Wils.
-
-
- Expo what does it really mean and where does it come from?
BIE Founded
The first universal and international exhibition in the modern
sense of the term took place in 1851 in London, capital of
England, the world’s leading industrial power, which with its
vast empire had profited handsomely from free trade and the
prosperity of the Victorian era. The exhibition was an overwhelming
success.
Paris took over and organised brilliant exhibitions in 1867,
1878, 1889 and 1900. Soon other large centres were also eager
to welcome craftsmen and manufacturers from all over the
world, and among the most successful international exhibitions
were those held in Vienna, Amsterdam, Brussels, Barcelona,
St. Louis, Turin and Philadelphia.
An international agreement seemed necessary. In 1912 the German
government took the initiative and called interested governments
together in order to work out the basis for an agreement.
It was the Berlin Diplomatic Conference that established the
basis for an international convention governing international
exhibitions. However, the diplomatic decision that resulted
could not be ratified because of the War of 1914.
November 22, 1928, at another conference in Paris, that
delegates of thirty-one countries signed the first convention
governing, in a constructive manner, the organisation of international
exhibitions.
At the same time the International Exhibitions Bureau was
created in order to ensure compliance with the provisions of
the Convention.
Subsequently two protocols -one concluded in 1948 and the
other in 1966 - amended the Convention on the key issue of
exhibition frequency.
This revision was undertaken in 1965 and resulted in the
signing of the Protocol of November 30, 1972, which has
since governed the organisation of international exhibitions.
The world Impact of the First Expo.
Great inventions found their way to the public through the
Universal Expositions like the telegraph, the light bulb, the
telephone, Ice-cream cone, Hot dog, Metro, etc...
China and the Expo’s
China was present at the first ever Universal Exposition in
London in 1851, where tea (green Tea) and silk were exhibited.
China has being periodically present at a lot of expos in the
beginning of the 20th Century, and won a lot of prices (Mao
Tai Baijiu, Yung Kee Silk and Xu Rong Cun tea).
Expo in the 20th and 21st century.
Ever growing number of BIE member states
The first International World Exhibition registered by the BIE
took place in Brussels in 1935.
The registration of an International Exhibition at the BIE is
inscribed in the Convention. It is less about the advantages as
it is about the respect for texts signed by the member-states
who do not want to derogate from them.
Since the Expo of 1935 more and more states have become
“member States” of the BIE but it is in the last 8 years that the
so called ex-soviet Union countries and African countries have
signed their enrolment in the BIE. Why?
The BIE only finances itself from the annual memberships paid
by the Members.
US expo history before and now.
From 1851 to 1975 there were 19 world expos in the US alone...
some more successful than others.
From 1982 to 2015 there were and will be only 2 “small” Expos
in the USA.
And in the last 15 years the USA has missed 2 Major expos,
Why?
In 1974 the US congress signed a decreed which says that for
the US to participate in any exposition it needs to be privately
funded and no governmental intervention is allowed.
Coca Cola, GM, Mc Donalds have their own pavilion and organization
within the enterprise area of the Expos since Lisbon.
Because the US did and does not see the use of an Expo anymore.
Economical and Cultural importance of today’s expos.
Before in the 19th and early 20th century, World Expos were all
about exchanging new technologies and showcasing cultural
diversity. Now it is a pure competition in numbers, visitors to
pavilions, business deals made, media coverage locally and
internationally. That is why recently World Expos have been
called the Economical and Cultural Olympic Games.
For “normal” Visitors is has all been about fun and discovering
new cultures, technologies and even countries. But the expo
has been the stage for a lot of business relationships between
the hosting country and the participating country. But in
reality It is indirectly the way of promoting your tourism and
economical potential to the outside world on one place.
Expo Shanghai 2010
The Expo 2010 Shanghai Theme:
“Better City, Better Life”
Aiming to convey that people, urban and the earth are three
interlinked organic systems which are increasingly forming an
integral whole.
The Official Numbers:
80.000.000 visitors
Over 220 participants: Countries and International Organizations
and Enterprises.
5.28 km² is the size of the whole Expo Area (Puxi and
Pudong).
Biggest participant budget ever 70.000.000 euro (Germany).
Japan will donate 600 wheelchairs.
20.000 performances.
And the not so official Numbers:
Over 100.000 Residents relocated most to Sanlin Expo
Garden.
272 companies closed or relocated.
110 Billion RMB in public transport before 2010.
Poland lost 70% of budget due to Economical Crisis.
The investment return of expo.
The evaluation of the financial benefits of an International
Exhibition is done in the short term by the assessment of
participation by states and visitors and in the long term by
the evaluation of the economic impacts, often associated with
the boosted tourism or with the decision of corporations to
set up business in a region that is newly globally-recognised
following an Expo.
Expo site:
Park: The Expo Site covers a total area of 5.28 sq km, including
the enclosed area and outside areas of support facilities. The
Expo Site spans both sides of the Huangpu River, with 3.93 sq
km in Pudong and 1.35 sq km in Puxi.
Enclosed Area: Enclosed area measures 3.28 sq km (2.39 sq km
in Pudong and 0.9 sq km in Puxi).
Zones: There are five functional zones marked A, B, C, D and E
respectively, each with an average area of 60 hectares.
Groups: There are 12 pavilion groups, 8 of which in the Pudong
Section and 4 in the Puxi Section, each with an average area
of 10–15 hectares.
Clusters: There are 26 pavilion clusters, each covering 2–3
hectares. The average floor area of each pavilion cluster can
accommodate 40–45 exhibition units with each exhibition unit
covering a total floor area of 20,000–25,000 square meters.
For the sake of convenience, each pavilion cluster will contain
small canteens, shops, telecom, toilets, nursing services and
other public facilities.
Foreign national pavilions, to be grouped by the continent
they belong to, will include 3 types: Type 1, pavilions designed
and built by official participants; Type 2, stand-alone pavilions
built by the Organizer and rented to participants; Type 3, joint
pavilions constructed by the Organizer and offered spaces to
developing nations free of charge.
Zone A Will host China Pavilion and national pavilions for
Asian countries except Southeast Asian ones.
Zone B Hosts national pavilions of Southeast Asian and
Oceania countries, Pavilions for International Organizations,
Theme Pavilions, Expo Centre and Performance Centre.
Zone C Will host European, American and African national
pavilion clusters. A large public amusement park of about 10
hectares will be built at the entrance.
Zone D This land is one of the original places of modern Chinese
national industry and the site of the Jiangnan Shipyard. Some
of the old industrial buildings will be kept and renovated into
corporate pavilions. The docklands and slipway to the east of
the corporate pavilions will be reserved and made into space
for outdoor public exhibition and cultural exchange.
Zone E This area will host stand-alone corporate pavilions,
Urban Civilization Pavilion, Urban Exploration Pavilion and the
Urban Best Practices Area.
Permanent Buildings:
China Pavilion
The China Pavilion is designed with the concept of "Oriental
Crown". The traditional Chinese wooden structure architecture
element -- Dougong brackets is introduced. The design concept,
"the Oriental Crown, the Crest of Chinese, the Barn for
the World and Wealthy People," reflects the deep accumulation
of Chinese culture.
The main colour of the China Pavilion is the traditional and
sacred colour, "Gugong (Forbidden City) Red" which represents
the taste and spirit of Chinese culture. Still, it has been decided
that the China National Pavilion could not hold one single
shade of red. So it has been touched up with seven shades of
Red: Four for the Exterior and three for the Interior.
The China Pavilion consists of the 47,000-square-meter
Chinese national pavilion, 38,000–square-meter Regional
joint pavilion and 3,300-square-meter pavilion of Hong Kong,
Macao and Taiwan.
Theme Pavilions
“Theme” did not appear as an independent title until Expo
1933 Chicago. Emphasized the achievements of one aspect of
human civilization development, and was carried out coherently
throughout the whole Expo.
The Theme Pavilions are located in Zone B of the enclosed area
of the Expo Site and to the west of Expo Boulevard. The shape
of the Theme Pavilions borrows from the "lane" and "dormer"
of the old Shanghai, to form a two to three-dimensional spatial
structure by means of "origami". The Theme Pavilions will
be built into a "green, energy-saving, environment-friendly"
building with an aboveground area of 80,000 square meters
and underground of 40,000 square meters.
Expo Boulevard
The Expo Boulevard is located in the centre of the Pudong part
of the Expo Site and is the largest stand-alone structure within
the Expo Site. The Expo Boulevard has two floors underground,
one above the ground and one canopy. The Expo
Boulevard is a semi-open structure and will serve as a large
transportation and commercial centre with multiple purposes.
The Expo Boulevard will act as the main axis for human traffic
flow and sightseeing in the Expo Site during Expo Shanghai
and will continue to be main axis of landscapes in the city after
Expo Shanghai.
World Expo Centre
The Expo Centre is located at the water-front greenland in
Zone B of the Expo Site. This building stretches 350 meters
from the west to the east, and 140 meters from the north to
the south, with a total floor area of 140,000 square meters.
The Expo Centre will be completed and put into trial operation
by the end of 2009. Being one of the major permanent
buildings, the Centre will serve as the centre for ceremonies
and conferences, press conferences and various forums during
Expo Shanghai.
Expo Performance Centre
Located in the north of the Pudong Section of the Expo Site
and to the east of the Expo Boulevard, the Expo Performance
Centre has a floor area of 126,000 square meters, of which
74,000 square meters is above ground and 52,000 square
meters underground area. It will be completed and put into
trial operation by the end of 2009.
The centre mainly consists of large central stage, large functional
hall which can house 18,000 audiences and supporting
facilities. The audience seats are convertible between 4,000
seats, 8,000 seats, 12000 seats and 18,000 seats based on
requirements for performance and volume of audiences. The
central stage is the first of its kind in China which can be adjusted
to form different shapes within 360 degrees. Therefore,
it can provide huge space for stage design, artistic innovation
and imagination for various performances.
The type 1 or self-built Pavilions:
Luxembourg:
Theme: Small Is Also Beautiful
Architectural Studio: Hermann & Valentiny and Partners
Location: Zone C
Pavilion Area: Approx. 300 sqm.
Groundbreaking Date : 13/02/2009
Profile Highlights : « Pocket-size » Forest and Fortress
The Pavilion Design Concept Comes from the literal Chinese
Translation of Luxembourg – “forest and fortress”. Its profile
is inspired by the Medieval Tower. The Pavilion area will be
covered with plants and green and will convey the image of
Forest with a Steel Façade Tower in the middle of it.
People Friendly designs include ample entries and exits which
will allow visitors avoid long lines and assure long stays. This
way people will feel comfortable in a green sanctuary far from
the hustle and bustle at the Expo Site.
An allocated space for cultural exchange will be set up at the
centre of the 15-meter tower, featuring a two-way audiovisual
transmission via satellite between Luxembourg and Shanghai.
The design presents Luxembourg’s reputation as the “Green
Heart of Europe” by demonstrating the concept of sustainable
development. Built from Steel, Wood and Glass, all recyclable
materials, the pavilion will be a perfect example of Modern
and comfortable lifestyle.
As another highlight of the pavilion, the restaurant will serve
food and beverages from Luxembourg as well as Chinese
dishes. Visitors will also be able to by souvenirs and special
products including “Shanghai” Stamps and commemorative
Euro Coins in celebration of the Expo 2010 .
-
-
- Shanghai-Offspring by Martine Nicolay
Graduating from Studio Zaha Hadid at the University of
Applied Arts provided me a deep insight into the key concepts
of parametric design. The studio focused on concept,
form and its medium, primarily in urban design. Not only
generating the formal expression of building typologies, but
furthermore the structuring of space as such.
For my diploma work, I focused on the current global challenge
of population density and urban expansion. I was
especially intrigued with Asian cities, where urban designers
are facing explosive population numbers and overcrowded
city boundaries.
The upcoming World Expo 2010 in Shanghai, inspired me to
integrate the World Expo facilities with high density housing,
to make optimal use of the investments being made in
that content.
For my design approach, I focused on two important ideas
I wanted to incorporate, first a homogeneous and nonhierarchical
World Expo park design with its strolling water
canals and its pavilions and secondly a well interlaced urban
fabric which ties the future urban facilities with the high
density residential towers.
Through the use of Rhino scripts and the application of
defined parameters, I generated an urban pattern for the 8
square kilometer site on both shores of the Huangpu River.
The circle packing script led to a homogenous distribution
of placeholders for each square footage of a World Expo
Pavilion and a housing tower.
The Voronoi and Delaunay-Triangulation pattern created
island cells with each a pavilion as its centre and a nonhierarchical
circulation network connecting each pavilion
and so each island with each other. In a larger context, this
urban fabric stitches the two shores of the Huangpu River,
Puxi and Pudong closer together, offering new bridges to
the city of Shanghai.
Randomly, the pavilion placements create a polycentric
urban geometry all over the site. At this centres, it should be
presumed that urban dynamics are condensed and therefore,
formally, the pavilions melt together and are lifted up the
ground f loor, creating a upper level for the city itself. Car
traffic and park strollers are separated in height.
After the World Expo in 2010, I propose that residential
towers arise to accommodate nearly one million habitants.
The mega block structures, in spite of its height - the tallest
is planned to be 300 metres, is designed after the Chinese
typology of the superblock - which defines the new Chinese
City in the same way that the grid defines New York.
Evolving the concept of collective culture, see superblock
and integrating it into a highly connected setting, I hope
to avoid the cul-de-sac formations witnessed in the present
compartmentalizing of the residential sphere and to overcome
the fortifying situation of a courtyard building by
interlinking it to the designed urban fabric and pavilions
which would function as urban facilities as schools, cultural
meeting points or simply as shopping venues.
At the end, while preserving the traditional Chinese typology
of the Super-Block, my multi-decade project offers not
only the everlasting symbol of the World Expo 2010, more
importantly it will meet the rapidly expansion requirements
of Shanghai.
-
-
- Rokokorelevanz - Untersuchungen zur Kontingenz des architektonischen Gestaltens
Text Christian Holl, Luc Merx
In der aktuellen Architekturdiskussion scheint die
Verwendung von geschichtlichen Referenzen und Zitaten,
die weitgehende Adaption geschichtlicher Formen und Typen
im Entwurf nicht mehr auf die Weise tabuisiert zu sein, wie
das bis vor wenigen Jahren der Fall war. Doch werden die
Möglichkeiten, solche Referenzen für die architektonische
Konkretion zu nutzen, nicht ausgeschöpft. Das Projekt
Rokokorelevanz versucht, mit geschichtlichen Referenzen
gezielt Konventionen des Geschmacks, der Kommunikation,
der Rezeption, Routinen des Entwerfens zu unterlaufen,
um nach Vokabularen zu forschen, die neue gestalterische
Möglichkeiten eröffnen. Der Zufall, zeitliche und natürliche
Prozesse, der assoziative Gehalt von narrativen Elementen
und geschichtlichen Referenzen sowie subjektive Positionen
werden auf ihr gestalterisches Potenzial untersucht.
Architektonischen Entscheidungen geht in der Regel das
Schaffen von Ordnung und die Bildung von Strukturen
voraus, die letztlich die Einschränkung von Möglichkeiten,
die Vernichtung von Kontingenz und die Etablierung von
Unwahrscheinlichkeit in der architektonischen Entscheidung
zur Folge haben. Der Prozess, in dem architektonische
Entscheidungen getroffen und diese Strukturen geschaffen
werden, erfordert eine permanente Negation, des grundsätzlichen
Ausschlusses von weiter zu verfolgenden Möglichkeiten.
Unterscheidungskategorien werden etabliert, die andere
Unterscheidungen ausschließen und den Diskurs determinieren
– und damit auch das, was als Wissen mittelbar und
unmittelbar als Basis der architektonischen Entscheidung
zirkuliert. In einem sich selbst verstärkenden Prozess werden
bereits realisierte Projekte im Sinne eines Mediums in den
Diskurs zurückgebunden und verstärken die bereits eingeschlagene
Richtung der Reduktion von Möglichkeiten.
In der Moderne wurde, so Armin Nassehi, Tröstung und
Erlösung “innerweltlich, wissenschaftlich, vernünftig und
politisch” versprochen. “Diese modernen Täuschungen waren
Tröstungen, die Eindeutigkeit und Genauigkeit versprachen,
geboren aus der modernen Angst vor Unbestimmtheit, die im
Sinne Zygmunt Baumanns die entscheidende Antriebsfeder
für jene modernen Einheitstrategien waren, denen wir
die Standards der Moderne verdanken.” (Armin Nassehi:
Geschlossenheit und Offenheit; Studien zur Theorie der
modernen Gesellschaft, Frankfurt 2003, S. 64)
Es deutet sich an, dass an die Erfüllung dieser Versprechungen
nicht mehr geglaubt werden kann und dafür umso stärker
nach etwas gesucht wird, womit der “modernen Angst vor
Unbestimmtheit” begegnet werden kann. Mit der Flucht in
die Geschichte und einer damit verbundenen Idealisierung der
Stadtvorstellung werden Stabilität und Eindeutigkeit gesucht,
die aber nicht als geschichtlich verstanden, sondern im Sinne
Barthes als Mythos gelesen werden können. Geschichtlichkeit
wird dabei auf eine Form quasi naturgegebenen Ordnung
eines scheinbar immer schon existierenden Idealbilds von
Architektur und Stadt reduziert. So werden mit dem Begriff
der „Europäischen Stadt“ im Sinne eines Leitbilds normative
Qualitäten im Bereich des Sozialen, Moralischen und Formalen
eingefordert, die auf die Planung und das konkrete architektonische
Projekt wirken und architektonische Entscheidungen
determinieren.
Aktueller Diskurs und übliche Verwendung von Geschichte
als Referenz
In den Fällen aktueller Rekonstruktionsvorhaben zeigt sich,
dass die Auseinandersetzung mit Geschichte lediglich um eine
in Ausschnitten handelt, die andere Teile ausblendet.
In gleicher Weise wird abgesprochen, dass es sich bei der
Auseinandersetzung mit den architektonischen und städtebaulichen
Formen der 1950er und 1960er Jahre um eine
ernsthafte Auseinandersetzung mit der Architektur- und
Stadtbaugeschichte handelt. So wird im Planwerk Innenstadt
die Geschichte Berlins als kontinuierlicher Entwicklungsprozess
gedacht, der durch die Planungen des Städtebaus der
Nachkriegszeit empfindlich gestört wurde. Gestört werden
kann er aber nur, wenn diese Entwicklung auf ein Ziel gerichtet
ist – und irgendwann abgeschlossen sein wird. Für die
Stadt wird das Bild des Organismus gesetzt: Im natürlichen,
maßvollen Wachstum, dem in der gleichen Metapherebene die
”Wucherungen” (und demnach also krankhaften) Bebauungen
am Stadtrand entgegengehalten werden, vollzieht sich der
Sinn des Organismus; ihm hat sich auch ein Neubau unterzuordnen.
Die Entwicklung der Stadt erhält damit den Charakter
naturgesetzmäßiger Notwendigkeit.
Geschichte wird hier benutzt, um ein einheitliches und homogenes
Stadtbild zu legitimieren. In diesem Bild wird bereits
der ideale, nicht mehr zu verändernde Zustand erkennbar. Das
Bild dieser Stadt verspricht Stabilität, Sicherheit, Ordnung,
Geborgenheit.
Doch das Bild der einheitlichen Stadt zu inszenieren, die
wenn nicht jetzt, so doch irgendwann ihren idealen Zustand
erreichen könnte, hat einen hohen Preis: Architektur als
Teil einer Kontinuität, die den permanenten Veränderungen
entgegengesetzt wird, verspricht nur dann Stabilität, wenn
sie die Bedrohung, die Geschichtlichkeit eigentlich mit sich
bringt, leugnet: Nämlich dem Einfluss der Zeitlichkeit ausgesetzt
zu sein, sich unter dem Einfluss der Bewohner und
der Nutzung zu verändern, Risse zu bekommen, Schaden
zu nehmen, aber eben auch, unter dem Einfluss veränderter
Rahmenbedingungen wieder zu verschwinden. Dies
schränkt das Ausdruckspotenzial von Architektur in ihren
konkreten Formen ein. Architektur muss suggerieren, dass
die Bedrohung, sich in der Zeit zu verändern, nicht bestehe,
in dem sie sich den präzise lesbaren Referenzen verweigert,
die einer Epoche oder einem Stil zugeordnet werden können.
Denn nur wenn die Gebäude in ihren Formen nicht präzise
einer Epoche zugeordnet werden können, lassen sie sich als
Teil einer scheinbar naturgesetzmäßige lesen.
Bei dieser Referenz auf Geschichte geht es darum, die
Deutungshoheit dafür in Anspruch zu nehmen, was als
geschichtliche Referenz im Architektonischen für die
Gesellschaft akzeptiert werden darf und was nicht. Das setzt
voraus, dass man in Distanz zur Geschichte tritt und sie
gleichsam von außen betrachtet
Geschichtliche Distanz wird in dem Zusammenhang dafür
genutzt, den Standpunkt des Involvierten aufzuheben. Es ist
dann möglich, beispielsweise Guarini oder Bernini zu achten,
ohne dabei den Anspruch zu erheben, genau das, was man an
deren Kunst schätzt, für die eigene Arbeit überhaupt nutzen
zu wollen. Die geschätzte Arbeit wird als grandios eingeschätzt,
ihr wird aber ein Platz in der Geschichte zugewiesen,
der sie von der Relevanz für aktuelle Gestaltung trennt.
Solange dieser Platz in der Geschichte fixiert ist, wird die
Komplexität des geschichtlichen Umfelds zu einer Barriere,
die die Verwendung der Referenz ausschließt. Um verwendet
werden zu können, müssen die Zitate, die verwendet werden,
zuerst ungeschichtlich werden: Nur dann können sie sich von
einem Platz in der Geschichte lösen, der sie daran hindert,
auf aktuelle Gestaltung übertragen zu werden. Das setzt
einen Glauben an eine Wahrheit an sich für Architektur und
Stadtplanung voraus, die hinter den geschichtlichen Formen
zu finden ist. Geschichte wird so unter der Hand zu einem
Prozess, der die hinter den Erscheinungen liegende Wahrheit
sichtbar macht – und erst dann gibt es einen gestalterischen
und gesellschaftlichen Fortschritt, der etwas anderes ist als
eine Abfolge von Epochen und Ereignissen, die zu untersuchen
uns verstehen hilft, warum wir bestimmte Dinge heute
so und nicht anders tun, verstehen, auffassen, sehen. Das
schließt bestimmte Nebenwege, die nicht in scheinbarere
Folgerichtigkeit auf die heutige normative Setzungen hinführen,
grundsätzlich als Referenz aus.
Das Projekt Rokokorelevanz
Im Projekt Rokokorelevanz wird hingegen gezielt nach den
Themen gesucht, die in der Regel für die Verwendung als
formale Anleihen im Entwurfsprozess ausgeschlossen werden.
Die übliche Praxis der Referenzen bezieht sich auf
Vokabulare, deren Verwendung sich auf eine Weise etabliert
hat, dass deren Bedeutungen im öffentlichen Diskurs
anerkannt sind. Die Gedanken von Richard Rorty (siehe:
Kontingenz, Ironie und Solidarität, Frankfurt am Main 1991)
beziehen wir nicht nur auf die Sprache, sondern auch auf
architektonische Ausdrucksformen. Dann ist die Entwicklung
eines eigenen, individuellen Vokabulars in der Architektur
nicht nur möglich und legitim, weil es die Basis zu einer
individuellen Selbsterschaffung gibt. Rorty zeigt auch, dass
individuelle Vokabulare das Potenzial besitzen, in einem
Sprachspiel der Öffentlichkeit einen Platz zu bekommen, eine
Rolle zu spielen, eine Bedeutung zu gewinnen, nämlich die,
”phantasievollere Beiträge zur Wirklichkeit zu bekommen.”
Akzeptiert man den Transfer dieser Argumentation auf die
Architektur, dann kann auch die persönliche Reaktion auf
bestehende architektonische Vokabulare zum Ausgangspunkt
der Entwicklung eines neuen werden, dessen Möglichkeiten
vor seiner Entfaltung noch nicht erkannt werden können:
”Das neue Vokabular macht die Formulierung seines Zwecks
erst möglich.”
Wir vertreten die These, dass die Referenz auf Geschichte helfen
kann, Tabus zu hinterfragen und bei der Entwicklung eines
eigenen Vokabulars zu nutzen. Dazu muss man Geschichte auf
eine andere Weise rezipieren, als dies im aktuellen Diskurs der
Fall ist.
Das Forschungsprojekts Rokokorelevanz öffnet mit dem konkreten
Projekt einen geschichtlichen und diskursiven Referenzraum
und versucht damit, den Möglichkeitsraum der Realisierung
aufzuweiten, in dem die Routine der Negation in Frage gestellt
und nach der Negation der Routine gefragt wird.
Wenn man historische Zeugnisse auf seine eigene Arbeit
bezieht, wenn man sie konsequent auf ihre Brauchbarkeit
als Referenz überprüft, wird Geschichte nicht als ein Prozess
der fortschreitenden Wahrheitsfindung interpretiert. Dann
zwingt die Auseinandersetzung mit Geschichte dazu, die
eigenen Entwurfsabläufe in Frage zu stellen, was aber
auch als befreiendes Potenzial genutzt werden kann. Dieses
Aufheben der Distanz erfordert und ermöglicht eine radikal
subjektive Betrachtung der Geschichte. Die Untersuchung der
Geschichte wird dann zu einem Instrument, mit dem ein nach
Automatismen ablaufender Entwurfsprozess in Frage gestellt
wird. Geschichte wird im Projekt Rokokorelevanz also dazu
gebraucht, die Routine des alltäglichen Arbeitsablaufs in Frage
zu stellen, eine Routine, die blind für das macht, was auf seine
Eignung für den Entwurf noch nicht befragt wurde.
Aus mehreren Grünen fiel bei der Entscheidung für die
geschichtliche Referenzepoche die Wahl auf das 18. Jahrhundert
als Ausgangspunkt dieser Untersuchung, nicht, um diese
Epoche ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, nicht, um
Spätbarock und Rokoko eine Vorrangstellung gegenüber anderen
Epochen einzuräumen, sondern um exemplarisch zeigen zu
können, welches Potenzial die Geschichte bergen kann.
Trotzdem fiel die Wahl nicht zufällig, denn eine Reihe von
Gründen schien es plausibel zu machen, diese Epoche zu
wählen, da im Rokoko eine Reihe von erstaunlichen Parallelen
zur heutigen Architektur zu entdecken ist.
So zeigt die Rolle der Täuschungen, Illusionen und Imaginationen
von Bildern und Räumen, mit denen im Rokoko gearbeitet
wird, Parallelen zur aktuellen Architekturentwicklung,
die ihrerseits vom Computer nicht nur als einem Werkzeug
geprägt wird; mehr und mehr wird die Wahrnehmung durch
die Möglichkeiten, die der Computer eröffnet, bestimmt. In
beiden Fällen – im Rokoko wie in der aktuellen Entwicklung –
ist die Virtualität, die dabei entsteht, keine, die als Gegensatz
zur Realität verstanden wird, sondern bildet eine komplementäre
Wirklichkeit ab. Dabei geht es nicht darum, eine
andere Wahrheit außerhalb des Bildes darzustellen – das Bild
ist seine eigene Wahrheit. Das Rokoko ist daher geeignet,
die Grenzen des zum Dogma erstarrten Wahrheitsdiskurses
der modernen Architektur aufzuspüren, zumal die hoch
entwickelte Formsicherheit und Vielfalt der Sinnverweise
und Wahrnehmungsebenen im Rokoko den bislang erfolgten
Bemühungen, mit dem Computer eine neue und komplexe
Formensprache zu entwickeln, weit überlegen ist.
Denn Ornamente und Rocaillen des Rokoko sind weitaus mehr
als bloße Verzierungen. Augsburger Ornamentstiche zeigen
die Rocaille in einem architektonischen Maßstab. Es gibt hier
keinen Unterschied zwischen Boden, Wand und Decke mehr.
Flächen sind konvex und konkav gekrümmt. Die Rocaille
schafft hybride Räume, in denen Möbel und Architektur
untereinander und mit der Natur verwachsen.
Die Existenz der Stiche ist so interessant, weil sie nahelegt,
die Rocaille losgelöst von ihrem Maßstab zu betrachten. Das
Ornament wird dadurch über seine eigentliche Bedeutung
hinaus als räumliches, architektonisches Modell wichtig.
Umgekehrt kann die Maßstabslosigkeit der Rocaille dabei
helfen, ein neues Verständnis für das Ornamentale zu entwickeln.
So wie das Ornament für die Architektur Modell steht,
kann die Architektur in einem kleineren Maßstab auch zum
Ornament werden. Die Erdrocaille beispielsweise begründet
doppelt gekrümmte Flächen als Momentaufnahme der langsamen
Dynamik von Verfall oder natürlichem Wachstum,
hergeleitet aus abblätternden Baumrinden, Höhlen, zerfallenden
Gebäuden, fließendem Wasser. Wie bei Piranesi ist
das Ruinöse dabei der Idealzustand. Die Erdrocaille braucht
die gestalterische Kraft des Verfalls, um ihren Zustand komplexer
Formen zu erreichen, sie liegt am Wendepunkt zwischen
Entstehen und Verschwinden und gleicht damit den
Bewegungsmetaphern zeitgenössischer Architektur. Dabei
gibt es aber einen wichtigen Unterschied zwischen der
Erdrocaille und der Figuration aktueller Projekte. Die heutige
Architektur wählt Formen, die als Bild die Statik in Frage
stellen. Die Rocaille fokussiert dagegen gerade einen zutiefst
architektonischen Prozess, der als Bild erst als Ablauf in der
Zeit sichtbar wird, der aber, einmal idealisiert und ästhetisiert,
als Bild hergestellt werden kann. Die Rocaille ist dabei weniger
abstrakte Metapher als Interpretation der Realität.
In der Auseinandersetzung mit dem Spätbarock konzentrieren
wir uns auf das Verhältnis der Oberf läche zum
Raum. Interessant ist für uns die Weise, wie Bilder mit
der realen Architektur verschmelzen. Das Bild ist nicht,
wie heute üblich, sauber über einen Rahmen von seiner
Umgebung getrennt. Schwerpunkt der Illusionsmalerei ist
der Übergang zwischen dem Virtuellen und dem Realen.
Die Wahrnehmung etwa der für das Rokoko typischen
Gewölbe changiert zwischen der Erfassung der tatsächlich
vorhandenen Raumkonstruktion und der Erweiterung des
Raumes in der Scheinarchitektur, wobei sich der Betrachter
gegen die Illusion auch dann nicht wehren kann, wenn er
sie durchschaut.
Ein Teil des Projektes versucht, diese Beobachtungen auf
Arbeiten mit zweidimensionalen Mustern zu übertragen. Im
Zentrum steht dabei das Rendern. Es ist möglich, Tapeten aus
sich wiederholenden Muster zu entwerfen und individuell auf
den Raum abzustimmen. Die Tapete als Unikat erfordert die
genaue Abstimmung der Maße und Proportionen auf einen
Raum, erfordert, auf Randzone, Zentrum und Ecke des Raums
zu reagieren.
Dieselben Probleme treten beim Relief und bei der Produktion
von dreidimensionalen Strukturen auf. Auch hier erleichtert
der Computer zunächst den Entwurf. Mit Hilfe einer CNCFräse
werden die Daten aus dem Computer in Modelle umgesetzt.
In kleinen Schritten versuchen wir die Formsicherheit
des 18. Jahrhunderts wieder zu erlangen. Die weiße Wand, die
durch Tapeten bunt und ornamentiert wurde, wird nun über
die Reliefs ein zweites Mal in Frage gestellt. Die Fläche wird
verformt. Über Rhythmus, Wiederholung und Ähnlichkeit wird
versucht, die Fülle der Ornamente zu ordnen.
Als Zwischenform von Tapete und Relief entstehen gerenderte
Bilder von dreidimensionalen Strukturen. Die Bilder
können wie die Tapeten gedruckt und angebracht werden.
Die illusionistischen Bilder bieten eine größere Freiheit in
Material und Form als gefräste Ornamente. Sie werden auch
anders entworfen. Grundlage sind zwar räumliche Modelle,
diese sollten aber auch unabhängig von den Beschränkungen
der CNC-Fräse nicht gebaut werden, weil sie nur als Bild
gedacht sind. Das Licht und die Reflexion entsprechen aber
detailliert dem Ort, an dem die Bilder angebracht werden.
Die gerenderten Reliefs sind der Versuch, den Rahmen, die
Trennung zwischen Bild und Realität aufzulösen. Sie entsprechen
der Randzone barocker Fresken.
Neben der geschichtlichen Referenz ist ein wichtiger Aspekt
des Projekts Rokokorelevanz die Untersuchung dessen, was
subjektiv Aversion hervorruft.
Die persönliche Aversion kann ein Hinweis auf ein tabuisiertes
Potenzial sein. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns im
Projekt ”Rokokorelevanz” auf das, was bei uns selbst Aversion
hervorruft. Eine solche Aversion kann Hinweise auf die
Beschränkungen in der Entfaltung eines eigenen Vokabulars
und der Erforschung von Möglichkeiten der Konkretion liefern,
weil persönliche Entwurfsrituale an die Erwartungen des
Umfelds gekoppelt und durch sie konditioniert sind.
Bei Entwurfsprozessen, die darauf zielen, akzeptiert zu
werden und eine Chance auf Realisierung zu haben, sind
Tabus Teil eines ritualisierten Entwurfsablaufes, Teil eines
optimierten Gestaltungsvorgangs. Ein solcher Prozess ist
wegen seiner Effizienz hilfreich in einer Situation, in der
die Randbedingungen für das Entwerfen stabil sind, in der
vom Ergebnis eine An- und Einpassung in einen stabilen
Kontext erwartet wird. Das Tabu garantiert gesellschaftliche
Akzeptanz, weil es bestimmte Vokabulare ausschließt
und beugt der Verschwendung von Energie dort vor, wo die
Erfahrung gelernt hat, dass sie zu keinem Ergebnis führt.
Durch neue Entwurfs- und Produktionswerkzeuge, durch
veränderte gesellschaftliche Randbedingungen hat sich das
Entwerfen in den letzten Jahren stark verändert und wird sich
noch weiter verändern. Das Tabu bremst die Erkundung der
neuen Möglichkeiten.
Projektbeispiel 1: Gartensaal 05
Eines der ersten Projekte von Rokokorelevanz sei an dieser
Stelle präsentiert, um unser Vorgehen vorzustellen. Das frühe
Projekt zeigt, welche Ziele wir mit Rokokorelevanz verfolgen.
Diese Ziele bildeten die Basis weiterer Auseinandersetzungen.
Am Anfang des Projekts stand die Faszination für einen Ort,
den Gartensaal der Würzburger Residenz, und das Interesse,
sich ausgehend von diesem Ort mit der Brauchbarkeit von
Geschichte als Entwurfsreferenz zu beschäftigen. Aversion
wurde in diesem Projekt zum ersten Mal als Indikator für persönliches
Entwicklungspotenzial getestet. Zum einen setzt das
Projekt sich mit dem Widerspruch auseinander, der zwischen
der Begeisterung für eine bestimmte historische Architektur
und der Unmöglichkeit, die darin erkannte Prinzipien in die
eigene Arbeit zu integrieren, besteht. Unsere Arbeit war bis
dahin, wie bei den meisten Architekten unserer Generation,
vor allem geprägt durch einen anerzogenen Hang zum
Pragmatischen und zur Reduktion. Die Würzburger Residenz
stellt genau die Wertung dieser Entwurfsqualitäten in Frage.
Das Dogma einer ehrlichen und aufrichtigen Architektur
spielt hier keine Rolle, oder wenn, dann höchstens als dessen
Negation. Ihre Planer waren vor allem an der Wirkung ihrer
Arbeit auf den Betrachter und an der Effizienz der erzeugten
Bilder interessiert. In der Behandlung der Oberflächen wird
dies sichtbar: Sie sind von Steinimitationen, Ornamenten
und Bildern geprägt. Die Oberflächen selbst sind zu doppelt
gekrümmte Flächen verformt.
Erstaunlicherweise waren die Faszination und die Erkenntnis
der Unvereinbarkeit mit dem eigenen Schaffen in der spätbarocken
Residenz genau dort konzentriert, wo auch bei
der Arbeit mit dem Computer Probleme auftauchten. Der
hatte schon längst angefangen, unsere Arbeit zu verändern,
schränkte sie aber durch dieselben Faktoren ein, die auch
die Adaption des Barock erschwerten. Einer der Punkte, der
uns in der Würzburger Residenz am meisten interessierte,
war die Parallele zwischen der Geometrie der Rocaille
und von Balthasar Neumanns Gewölben einerseits und den
Versprechungen des Computers andererseits.
Realisiert wurde eine Installation. Die Installation besteht
aus vier sich durchdringende Kammern, die Haut ist zweischalig
und besteht aus leichter Ballonseide und robusterem
Airbaggewebe im Bodenbereich. Die zwei Membranen bilden
eine Luftkammer. Die Außenform, die entsteht, spiegelt die
Geometrie der erwähnten Gewölbe Balthasar Neumanns,
während das Innere die räumlichen Qualitäten Augsburger
Ornamentstiche reflektiert. In Wachsmuths Stichen wird nicht
zwischen Boden, Wand und Decke differenziert, Raumgrenzen
werden verschliffen und fragmentiert. Die Wahl von Material
und Konstruktion der Installation wurde so getroffen, dass
die Möglichkeiten des direkten Zitats eingeschränkt und die
Entwicklung eigener Formen durch die Kopie von Elementen
aus dem Gegenstand der Auseinandersetzung nahezu ausgeschlossen
werden kann.
Projektbeispiel 2: Lampeshade ”The Fall of the Damned”
Statt dessen soll die Neigung, Bekanntes zu wiederholen,
hinterfragt werden, um damit technische Neuerungen besser
ausnutzen zu können. Wir interessieren uns nicht für
Fortschritt, sondern für eine Architektur, die auf das aktuelle
Umfeld reagiert und die ihr zur Verfügung stehenden technischen
Möglichkeiten nutzt. Die Gefahr dabei besteht darin, die
Routine der alltäglichen Gewöhnung durch eine Routine des
Modischen zu ersetzen. Auch dagegen sollen geschichtliche
Referenz und der Umgang mit eignen Aversionen wappnen.
Um dies zu verdeutlichen, möchten wir als zweites Beispiel
an dieser Stelle, ”The Fall of the damned”, vorstellen. Die
Lampe ”The Fall of the damned” ist eine der Arbeiten, in
denen Geschichte als gestalterische Referenz reaktiviert
wird. Die Lampe verstößt gegen eine Reihe von Tabus, die
im 20. Jahrhundert der Gestaltung auferlegt wurden. Sie
ist figurativ, ornamental und narrativ. Die (individuelle,
persönliche) Überwindung, die es kostet, einen figurativen
Gebrauchsgegenstand zu entwerfen, bildet den Ausgangspunkt
für die Lampe. ”The Fall of the damned” ist eine Studie zum
Potenzial des Narrativen. Das Bild verschmilzt mit technischen
Problemen wie Material, Konstruktion, Produktion und ist
auch Ausdruck dieser Parameter.
Der Lampenschirm, scheinbar eine schwebende Ornamentmasse,
opulent und bombastisch, löst sich beim Nähertreten auf. Es
werden einzelne, angstverzerrte Körper sichtbar, die wie
im Sturz eingefroren scheinen. Die räumliche Komposition
aus Körpern bezieht ihre Anregungen aus Arbeiten von
Giambologna, Bernini und Rubens. Ihre rhythmische
Anordnung irritiert. Sie erst macht die Körper zum Ornament.
Weich, als seien sie aus Fleisch, brechen die Körperteile, Beine
und Bäuche das Licht. Weil sie vom Dunkel der Eigenschatten
verdeckt werden, sind von den Körpern immer nur Teile im
Vordergrund sichtbar. Auch der helle Innenbereich der Lampe
ist nur fragmentiert wahrnehmbar. Die Einblicke in den hellen
Kern verändern sich stark, wenn der Betrachter sich bewegt.
Die starren Körper bekommen dadurch ihre Dynamik.
Der Wechsel zwischen Ornamentalem und Figurativem in
Abhängigkeit von der Entfernung des Betrachters von der
Lampe, die Assoziationen an den Sturz der Verdammten,
das Bild für Schuld und Strafe, machen die Lampe zu einem
ambivalenten Werk: Ist die Lampe moralische Botschaft,
formalistischer Akt, oder beides? Angereichert wird diese
Mehrdeutigkeit auch durch eine aktuelle ikonographische
Referenz, die die Unsicherheit in der Dechiffrierung des
Objekts noch vergrößert: die der Falling Men des World Trade
Centers. Die Deutungsmöglichkeiten bleiben offen – es ist eine
Metapher, der (noch) keine eindeutige Rolle im Sprachspiel,
keine Bedeutung zugewiesen wurde, die die Vielzahl von
Spiegelbild seiner eigenen Stimmung. Stucco wird damit auch
zu einem Erlebnisraum, der gleichzeitig verwirrt, irritiert
und begeistert. Das virtuelle Computermodell wird Teil einer
individuell erfahrenen Realität. An die Stelle der abstrakten
Perfektion treten Objekte, in denen Spuren der Produktion
sichtbar sind; unkontrollierbare Eigenschaften des Materials
werden bewusst nicht kaschiert. Der Prozess der Übertagung
vom Modell in die Realität vergrößert die Dichte der in der
Form gespeicherten Information. Die prinzipielle Offenheit
des Einsatzes von "Stucco" und die sich einander überlagernden
Bedeutungssysteme eröffnen Freiheiten in Gebrauch,
Rezeption, Interpretation und Maßstab: In "Stucco" verdichten
sich Potenziale von Wand, Räumlichkeit und Grenze.
Verdichtund Maßstäbe, Miaterialien Bedeutungssysteme
Zusammenfassung
Den Unterschied zwischen der Methode, in der eigenen
Arbeit Geschichte als Potenzial zu nutzen und der Art, wie
im Architektur- und Stadtdiskurs Bedeutung der Geschichte
als Potenzial gesehen wird, sehen wir dabei auf zwei Ebenen.
Zum einen formulieren wir mit der Arbeit einen Anspruch auf
radikale Subjektivität. Dabei richtet sich Rokokorelevanz gegen
ein Geschichtsverständnis, das Geschichte auf Brauchbares im
Dienste einer eigenen, bereits vorgefassten Auffassung über
die Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Architektur
untersucht und dabei auf eine Weise selektiert, die das
geschichtliche Werk seiner Komplexität beraubt, es isoliert und
so zu einem Museumsstück macht. Geschichte wird dabei zur
Illustration eines "richtigen" Verständnisses von Architektur
und Städtebau, die Notwendigkeit, sie in ihrem komplexen
Strukturgefüge von Gesellschaft, Ökonomie und Politik zu
sehen, entfällt. Aber auch wenn man diese Auffassung von
Geschichte ablehnt, ist es nicht möglich, die Komplexität der
geschichtlichen Referenz zu adaptieren. Anstatt dann aber
Geschichte dadurch für den Entwurf zu verwenden, dass
ihre Komplexität reduziert wird, weil man den vergangenen
Kontext nicht simulieren oder wiederherstellen kann, versuchen
wir, Geschichte zum Ausgangspunkt zu nehmen, um eine
eigenen Komplexität zu generieren.
Zum andern vertreten wir die These, dass das Potenzial, das
die Nutzung von geschichtlicher Referenz im architektonischen
Entwurf bietet, in der architektonischen Konkretion
nicht ausgeschöpft werden kann, wenn nicht eingestanden
wird, dass auf Geschichte referiert wird.
Wir verstehen die Bedeutungen, die architektonischen Formen
zugewiesen werden als prinzipiell offen, vertreten aber die
Ansicht, dass diese Offenheit gezielt forciert werden kann.
Solch forcierte Offenheit ist eine Form der Subversion, weil sie
geltende Schemata der Bedeutungszuweisung in Frage stellt.
Die vorgestellten Beispiele illustrieren die Möglichkeiten, mit
der Untersuchung des Kontingenten die Basis dessen, was
als Wissen im Architekturdiskurs verfügbar gemacht werden
kann, zu erweitern.
Christian Holl, Architekturpublizist und wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Städtebau-Institut der Universität Stuttgart.
1997-2004 Redakteur der db deutsche bauzeitung, seit
Oktober 2004 Partner von frei04 publizistik in Stuttgart.
Luc Merx, Architekt, führt seit 1998 ein eigenes Büro, Gagat
international, ist seit 2008 Professor an der TU Kaiserslautern
und Leiter der “Maastricht Academy of Architecture”. Er ist
Initiator des Projekts Rokokorelevanz.
-
-
- Heile Welten - Von London nach Shanghai
Text GG Kirchenr
Weltausstellungen waren den Metropolen bewusst eingepflanzte
Fremdkörper, irgendwo zwischen einem realen
und einem fiktiven Raum. So entsteht auch in Shanghai
am Hunang Pu, eine „bessere Stadt“ in der es sich besser
leben lässt. Das Gesicht der Stadt wird an dieser Stelle grell
geschminkt.
Aber die Ausstellungen die Utopie und Fortschritt zu einer
euphorischen Vorstellung verschmolzen haben, die unseren
Begriff vom 20. Jahrhundert bestimmt, machen nur einen
geringen Teil aus. Alle Weltausstellungen waren alternative
Welten, die meisten von ihnen aber nur im Sinne heiler Welten.
Mit einem negativen Ausgang des Zivilisationsprozesses hat
sich noch keine „World Expos“ beschäftigt. In der Erinnerung
sind vor allem jene Ausstellungen haften geblieben, die, wie
die erste von 1851 mit Paxtons Glaspalast, an der sich auch
Luxembourg schon beteiligte, die Schaffung einer fiktiven
und guten Umwelt begrenzter Dauer mit der Vorstellung eines
linearen technischen Fortschritt verbanden.
Paris ist eine Stadt die wie keine andere Metropole durch die
Weltausstellungen geprägt wurde. Allein dreimal war die Stadt
im 20. Jahrhundert ein Ereignisraum – 1900, 1925 und 1938.
Die Ausstellung von 1900 war eine Maschinenausstellung,
doch vor allem ein Ausblick auf das kommende Jahrhundert
mit seiner Umwelt aus neuen Energiequellen, sich beschleunigendem
Verkehr und neuen Medien. Sie ist die aber
auch die letzte aus dem Geist Jules Vernes. Nach den großen
Maschinenhallen und Verkehrsbauten reflektiert die
Weltausstellung 1925 die Industrialisierung des Konsums und
das Aufkommen von Massenproduktion. Die Weltausstellung
von 1937 sollte eigentlich nur zu einer thematischen
Weiterführung der Ausstellung von 1925 über „Art Decoratif“
die „schmückenden Künste“.
Zwischen der Expo 1967 in Montreal und der von 1970 in
Osaka gibt es einen qualitativen Sprung. Das Motto von
Montreal, Terre des hommes, nach einem Buch von Saint
–Exupery, das die Erde aus der neuen Optik des Fliegens
beschrieb, markierte die Entstehung des heute allgegenwärtigen
globalen Bewusstseins. Frei Otto liefert mit seinem experimentellen und sparsamen
deutschen Pavillon die vielleicht treffendste architektonische
Entsprechung des aufkommenden ökologischen Denkens.
Das Relief der Landschaft bleibt unberührt und die demontierbare
Zeltkonstruktion soll eine begehbare künstliche
Topographie ausformen. Für den amerikanischen Pavillon hat
Buckminster Fuller eine aus leichtem Tragwerk geformte Kugel
als Raumhülle realisiert.
Mit einem Ausblick ins 21. Jahrhundert hatten die Veranstalter
2000 in Hannover größte Schwierigkeiten. Themen wie
Verstädterung und Mobilität wurden zwar behandelt aber
die gewünschte Nachhaltigkeit ist nicht eingetreten. In
Ermangelung anderer Zeichen ist der holländische Pavillon der
Gruppe MVRDV, bei dessen Gestaltung die Architekten freie
Hand hatten und fünf Landschaftstypen des Herkunftslandes
in einem 40 Meter hohen Gebäude übereinander gestapelten,
zum Symbol der Expo 2000 geworden.
Angesichts der Bedeutung des Autoverkehrs in den Metropolen
und die damit verbundene CO2 Belastung der Atmosphäre,
bleibt die Rolle der Autoindustrie bei der damaligen in
Deutschland stattfindenden EXPO umstritten. Dort wäre Platz
gewesen für neuartige Stadtmodelle und alternative Antriebe
die es vielleicht ermöglicht hätten – eine lebenswertere Stadt.
Aber so muss Shanghai 2010 wieder nach danach suchen.
„Better City –better life“
Die Expo bedeutet für Shanghai zweierlei: Zum einen muss
sie ein internationales Festivalpublikum begeistern, also
für die Zugkraft der ausgestellten Inhalte sorgen. Zum
anderen bietet die Durchführung die Möglichkeit, über
einen Modernisierungsschub in punkto Infrastruktur und
Quartiersentwicklung den Sprung zur global bedeutsamer
Metropole zu schaffen. Diese langfristige Perspektive ist
allerdings nicht einfach umzusetzen, wie die als Fehlschlag zu
bewertende Expo in Sevilla mit ihren Pavillonruinen gezeigt
hatte. Aber auch die Expos in Hannover und Lissabon sind im
Rückblick nur mit Mühe als Erfolg zu bewerten, betrachtet
man den lethargischen Umgang mit dem Ausstellungsareal
in der Zeit danach.
-
-
- Un petit parmi les grands.
Le Luxembourg aux Expositions universelles
Ausstellung im Musée national d’histoire et d’art Luxemburg
7. Mai-5. September 2010
Zeitgleich zur Weltausstellung in Shanghai zeigt das MNHA in seinen
Räumlichkeiten eine Retrospektive der bisherigen Luxemburger
Beteiligungen an den Weltausstellungen. Unter dem Titel Un petit
parmi les grands. Le Luxembourg aux Expositions universelles de
Londres à Shanghai (1851-2010) werden neue Forschungsergebnisse
präsentiert. Viele werden sich noch an Brüssel 1958 und an den
dortigen Luxemburger Pavillon erinnern, den sie selbst besichtigt
haben oder über den sie zumindest in der Presse gelesen haben. In
Vergessenheit geraten ist jedoch, dass unser Land bereits 1851 an
der ersten Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations
im Londoner Kristallpalast teilgenommen hat und beispielsweise
auch auf der Centennial Exhibition in Philadelphia 1876 vertreten
war. Insgesamt kennen wir – beschränkt man sich bis auf zwei
Ausnahmen auf die sehr großen Weltausstellungen – dreiundzwanzig
Luxemburger Beteiligungen. Einen kleinen Vorgeschmack auf
die umfangreiche Retrospektive bietet die hier gezeigte Auswahl an
Bildern der Luxemburger Stände oder Pavillons.
Was bleibt von den per Definition vergänglichen nationalen
Beteiligungen erhalten, zumal in einem Land, das nie selbst Veranstalter
war? Dies sind vor allem schriftliche und bildliche Quellen in den
Archiven und Bibliotheken, seltener Objekte und Kunstwerke, welche
von den Museen oder beteiligten Privatpersonen und Firmen verwahrt
werden. Hinzu kommen zumindest aus jüngerer Vergangenheit
unterschiedliches Filmmaterial, persönliche Erinnerungsstücke und
mündliche Überlieferungen. Das MNHA hat das Glück, mehrere
solcher „Relikte“ zu besitzen, darunter beispielsweise die spektakuläre
Serie großformatiger Bilder aus dem Pavillon auf der Pariser
Weltausstellung von 1937. Sie stammen aus der Hand von Lucien
Simon und Joseph Kutter. Desgleichen nennt das MNHA eine monumentale
Statue sein eigen, wie sie auf der Weltausstellung in New York
1939 zu sehen war. Anhand all dieser Objekte und Erfahrungsberichte
geht die Ausstellung der Frage nach, welches Bild Luxemburg in den
Jahren von 1851 bis 2010 von sich zu vermitteln suchte.
Der erste Raum der Ausstellung wird von dem Architekturbüro
Hermann & Valentiny gestaltet. Dadurch kann der Besucher sich
ein möglichst authentisches Bild davon machen, wie Luxemburg
sich 2010 in China präsentiert, bevor er seine Reise in die
Vergangenheit beginnt.