adato 4|09 - Kirchberg
Architektur mit Ausstrahlung
Ob in Moskau, Belgrad, Berlin oder Kairo – kaum eine Stadt oder eine Nation, die sich als fortschrittlich darstellen wollte, konnte auf den demonstrativen Bau eines Fernsehturms verzichten. „Die Fernsehtürme, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Zeichen des technologischen Fortschritts errichtet werden, sind im städtischen Kontext fast immer als Symbole eines gesellschaftlichen Wandels bzw. politischer oder wirtschaftlicher Macht gestaltet“, so die Ausstellungskuratoren Friedrich von Borries, Matthias Böttger und Florian Heilmeyer (raumtaktik, Berlin). „Kein anderer Gebäudetyp war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts politisch so aufgeladen wie der neue Typus Fernsehturm.“

Dabei sind die Fernsehtürme stets mehr als nur Potenzbeweise ihrer Erbauer – sie sind ingenieurtechnisches Wagnis einerseits und Zeichen für gesellschaftlichen Wandel und technologischen Fortschritt andererseits. Viele Türme haben einen festen Platz in der Populärkultur ihrer Städte erobert; sie werden geliebt oder gehasst, in Firmenlogos genutzt, als Souvenirs an Touristen verkauft oder auf Postkarten gedruckt. Bei den Fernsehtürmen geht es um die Ausstrahlung – und sie senden nicht nur die Signale für Funk und Fernsehen.

Anschaulich wird das zum Beispiel am Berliner Fernsehturm, der zu Beginn der Ausstellung am 3. Oktober 2009 den 40. Jahrestag seiner Einweihung begeht. Der 368 Meter hohe Turm mit seiner silbern glitzernden Kugel sollte nicht nur fortschrittliches Signal am Kreuzungspunkt der staatsrepräsentativen Achsen im neuen Ost-Berliner Zentrum sein, sondern auch den Westteil der Stadt deutlich überragen.

Dabei dokumentiert die weltweite Verbreitung der Türme die politische Geschichte des 20. Jahrhunderts: Auf die Systemkonkurrenz zwischen Ost und West (mit Türmen in Stuttgart, Kairo, Berlin, Moskau, Tashkent oder Toronto) folgte das Ringen der Global Cities um touristische und ökonomische Anziehungskraft (in Las Vegas oder Auckland). Neue Fernsehtürme entstehen derzeit fast ausschließlich in den aufstrebenden Staaten Asiens und im Nahen Osten (Teheran, Jakarta, Guangzhou, Tokio und Ashgabat).

Architekturproduktion in & aus Deutschland - Die 26 besten Bauwerke
Architekturproduktion in & aus Deutschland - Die 26 besten Bauwerke in einer Ausstellung

Den Gewinner des DAM Preis für Architektur in Deutschland 2009 und über 25 weitere nominierte Projekte zeigt eine Ausstellung, die vom 14. November an im Deutschen Architekturmuseum zu sehen ist. Die bereits zum dritten Mal verliehene Auszeichnung ging in diesem Jahr an Barkow Leibinger Architekten, Berlin. Ihr Betriebsrestaurant des schwäbischen Unternehmens Trumpf in Ditzingen überzeugte die Jury aus Architekturkuratoren, -publizisten und –journalisten insbesondere durch ihr innovatives Dachtragwerk, das sich aus der Zellenstruktur von Blattstrukturen inspiriert.

Das Spektrum der für die Auszeichnung nominierten Bauten reicht in diesem Jahr vom Landtagsgebäude bis zum Kuhstall, von der Kunsthalle bis zum Einfamilienhaus, vom Shopping Center bis zum umgebauten Bauernhof. Fast ein Drittel aller Bauten sind Museen und Ausstellungshäuser, darunter das Kunstmuseum Moritzburg, das Ozeaneum in Stralsund, das Museum Brandhorst in München, die Temporäre Kunsthalle Berlin oder das Porsche-Museum bei Stuttgart. Neben Ausstellungs- und Kulturbauten stehen jedoch auch eher unspektakuläre Bauaufgaben, die belegen, wie aus profanen Themen beispielhafte Architektur erwachsen kann. Ein dreischiffiger Kuhstall bei Thankirchen wurde so geplant, dass er vom Bauherrn im Eigenbau errichtet werden konnte; ein Aussichtsturm in der Lausitz eröffnet mit jeder Stufe der Aufstiegstreppe neue Perspektiven auf die Landschaft.

New York - Berlin
Berlin – von den politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts geprägt wie keine zweite Metropole – und Manhattan, New York, der Inbegriff von Stadt, Metropolis der Moderne. In den Aufnahmen von Gerrit Engel werden diese beiden, zu Klischees gewordenen Städte wieder völlig fremd und neu gesehen. Er fokussiert ihre Bauten wie ein Forscher exotische Individuen. Fasziniert, jedoch gleichsam aus wissenschaftlicher Distanz. Mit „botanisiertrommelhafter Sachlichkeit”, aber nicht ohne Zuneigung. Gerrit Engels Fotografien sind Portraitstudien von Häusern mit ihrem jeweils eigenen Gesicht, die sich zum Portrait der gesamten Stadt zusammenfügen – Stadtgeschichte anhand von Ablichtungen ihrer markanten, mehr oder weniger schönen, großen oder kleinen, spektakulären oder auch nur pittoresken Gebäude. So entstand die tatsächlich erste Typologie der Architektur Manhattans und – 20 Jahre nach dem Mauerfall – Berlins.

Gerrit Engel, 1965 in Essen geboren, in München und New York ausgebildeter Architekt und Fotograf, lebt heute in Berlin. 1997 erschien sein viel beachtetes Debüt mit der Fotoserie der Buffalo Grain Elevators – gleichsam auf den Spuren von Walter Gropius und Le Corbusier. 1999 folgte die Serie über Marzahn, Berlin; eine Auswahl daraus zeigte Die Neue Sammlung im Jahr 2000 in Nürnberg zur Eröffnung des Neuen Museum für Kunst und Design. 1997 und 1999 wurden Arbeiten aus beiden Serien in die permanent collection der Neuen Sammlung aufgenommen.

Zehn Jahre danach stellt Die Neue Sammlung nun die jüngsten Arbeiten des Fotografen in München in der Pinakothek der Moderne vor: seine Manhattan- und Berlin-Serien, für deren Publikationen Gerrit Engel die Gebäude nach ihrer Entstehungszeit chronologisch ordnete, ein Novum in Architekturbildbänden. Für die Ausstellung der Neuen Sammlung, die nach der Nürnberger Präsentation die erste große Museumsausstellung des Fotografen ist, traf Gerrit Engel eine Auswahl aus beiden Serien und verließ die chronologische Ordnung zugunsten einer, innere architekturgeschichtliche und stilistische Verwandtschaften aufdeckenden Installation.

Was beide Serien über die magische Anziehungskraft ihrer Sujets hinaus eint, ist das ganz charakteristische, milchigsanfte Hellgrauweiß des Himmels, vor dem alle Details und Farbnuancen umso klarer erscheinen – vermeintliche Nebensächlichkeiten wie Baumkronen, Briefkästen, Plakatständer, Autos oder zufällige Passanten ebenso wie vor allem die Bauten selbst mit ihren Physiognomien.

ZLÍN – Modellstadt der Moderne
Die Entwicklung der im Osten Tschechiens gelegenen Stadt Zlín im 20. Jahrhundert ist eng mit der Schuhfabrik Bat’a verbunden. Der Unternehmer Tomás Bat’a und sein Stiefbruder Jan Antonín ließen den kleinen Ort von 1923 bis 1938 wie ein riesiges Labor für gemeinschaftliches Leben und Arbeiten ausbauen. Nach Plänen von František Lydie Gahura entstand über einem Gebäuderaster von 6,15 m x 6,15 m eine Stadt im Grünen mit weitläufigen Fabrikanlagen, Wohngebäuden sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen.

Die Bat’as vereinten geschicktes Unternehmertum, fordistische Schuh- Serienproduktion und soziales Experiment. In der von Vladimír Karfík, einem ehemaligen Mitarbeiter Le Corbusiers, errichteten Konzernzentrale „21“ ließ sich Bat’a ein Büro in Form eines zimmergroßen Aufzugs konstruieren, von dem aus er mit der ganzen Welt kommunizieren und gleichzeitig seine Arbeiter überwachen konnte. Die weltweit einzige, streng nach funktionalistischen Prinzipien errichtete Stadt wurde von vielen Politikern und modernen Architekten studiert und bewundert. In der Ausstellung werden die architektonische Entwicklung und der sozialgeschichtliche Hintergrund Zlíns mit Modellen, Plänen, Fotografien und Filmen vorgestellt. Ergänzend werden die selbst in Fachkreisen kaum bekannten Planungen Le Corbusiers für Bat’a – Stadterweiterung von Zlín, weltweite Schuhläden, eine Fabrikanlage und ein Bat’a-Pavillon für die Weltausstellung in Paris 1937 – mit Originalzeichnungen und einem Modell präsentiert.

Préparer l’avenir du Kirchberg
La nouvelle politique des concours architectes-promoteurs et les missions d’urbanisme sont des jalons essentiels pour la qualité architecturale du futur tissu urbain

Patrick Gillen, Président

L’architecture a toujours revêtu une grande importance pour le Fonds. Aussi, la qualité architecturale des grands projets qui sont sortis de terre ces dernières années, MUDAM, Philharmonie de Luxembourg, Cour de Justice Européenne, Banque Européenne d’Investissement est impressionnante.

Le succès de ces réalisations culturelles nationales et européennes de la partie Ouest du Plateau, issues de consultations internationales, confirme que les jurys qui les ont choisies ne se sont pas trompés dans le choix de leurs créateurs de renom. Des architectes stars comme Richard Meier et Gottfried Böhm ont également inauguré l’intérêt pour le quartier des banques au Kirchberg à l’Est, mais ce qui est moins connu est que depuis 2004, le Fonds Kirchberg a inauguré une politique de concours pour toutes les réalisations de bureaux et de logements dans le but d’un accroissement qualitatif général. Aussi, le succès des concours depuis lors pour les bureaux et le logement auprès des cabinets d’architecture, notamment nationaux, dans le Quartier du Grünewald, semble confirmer que la démarche des consultations architectes-promoteurs est un moteur d’émulation.

Or, ce n’est pas sans une certaine appréhension que le Fonds a attendu les premiers résultats de ces associations, car le poids de l’offre économique (certes, on était encore dans les années florissantes de l’avant-crise) aurait pu déséquilibrer le choix du jury d’architecture même si dans le résultat final, les deux volets comptent chacun pour 50 %. Il semblerait bien au contraire, que l’ambition qualitative manifestée par le Fonds confère de l’ambition aux promoteurs puisque les résultats des concours d’architecture n’ont jusqu’à présent pas été démentis, confirmant la recherche lors de l’élaboration du projet avec les architectes, de l’équilibre entre fonctionnalité, esthétique et volet économique en vue d’un résultat optimal : le 1er ou le 2e au classement architectural se sont jusqu’à présent avérés le rester le plus souvent après ouverture des offres économiques.

Quoi que d’une facture moins « personnelle » que les sièges griffés du quartier des banques originel du Kiem, les immeubles de bureaux « Axento » et « KPoint » (respectivement des architectes Arlette Schneider et Tatiana Fabeck, associées aux promoteurs CIP et Allfin) dans le nouveau quartier d’affaires du Grünewald, sont les témoins les plus récents de la réussite de cette démarche. Ces bâtiments qui observent les règles d’urbanisme de hauteur égale et de construction en front de rue et sous forme de blocs édictées par le Fonds, se conforment également à l’obligation pour tous les nouveaux immeubles de bureaux, de compter 70 % de surface à rez-de-chaussée à destination de commerces, offrant aux habitants du nouveau quartier d’habitation du Grünewald tout proche, la possibilité de faire des emplettes au quotidien et à pied s’ils le souhaitent. Le plan d’urbanisme (signé Hermann & Valentiny) où les bâtiments sont disposés tels les pions d’un échiquier entre des cases dévolues aux jardins privatifs et aux placettes publiques, nous amène à parler de la phase obligée préparatoire pour le façonnage de l’image future du Kirchberg privilégiant la mixité des fonctions et la mobilité : à savoir les missions d’urbanisme.

architectes Arlette Schneider et Tatiana Fabeck, associées aux promoteurs CIP et Allfin) dans le nouveau quartier d’affaires du Grünewald, sont les témoins les plus récents de la réussite de cette démarche. Ces bâtiments qui observent les règles d’urbanisme de hauteur égale et de construction en front de rue et sous forme de blocs édictées par le Fonds, se conforment également à l’obligation pour tous les nouveaux immeubles de bureaux, de compter 70 % de surface à rez-de-chaussée à destination de commerces, offrant aux habitants du nouveau quartier d’habitation du Grünewald tout proche, la possibilité de faire des emplettes au quotidien et à pied s’ils le souhaitent. Le plan d’urbanisme (signé Hermann & Valentiny) où les bâtiments sont disposés tels les pions d’un échiquier entre des cases dévolues aux jardins privatifs et aux placettes publiques, nous amène à parler de la phase obligée préparatoire pour le façonnage de l’image future du Kirchberg privilégiant la mixité des fonctions et la mobilité : à savoir les missions d’urbanisme.

Si ces très grands sites ont bien sûr pour conséquence la mono-fonctionnalité, le nouveau carrefour de la Porte de l’Europe offre l’opportunité de l’installation d’un ensemble de commerces/bureaux/habitat et le Fonds a décidé, pour l’étroite bande de terrain du bord Sud de l’avenue Kennedy, qui fait directement face à cette impressionnante densité de bureaux et sur l’arrière au quartier résidentiel de Weimershof, de lancer une nouvelle consultation d’urbanisme dans le courant de l’année 2010 en vue de l’étude fine de la répartition des fonctions mixtes habitat/commerces/bureaux/espaces urbains.

Sans études d’urbanisme, il est impossible de concevoir l’avenir d’un territoire de la taille du Kirchberg (365 ha) et la décision prise dans les années 1980 de transformer la voie rapide en une avenue urbaine avec ses carrefours à feux d’où part le réseau orthogonal à l’intérieur des quartiers en est le préalable absolu. C’est également le cas de la largeur de l’avenue Kennedy, prête sur toute sa longueur (le carrefour de Bricherhof est terminé, celui de la Porte de l’Europe le sera d’ici 2012) à recevoir le tramway. Mais c’est la définition actuelle de plus en plus précise des fonctions à accueillir sur le Plateau qui permet des missions d’urbanisme de plus en plus fines. Ainsi du site des actuelles foires que le Fonds a étudié depuis deux ans maintenant pour l’implantation de la gare périphérique Kirchberg et de son pôle d’échanges multi-modal.

Cette étude, qui touche désormais à son terme – le lancement du concours international d’architecture a eu lieu cet automne – le Fonds n’a évidemment pas eu la prétention de la mener à bien seul. Outre qu’il a fait appel à un spécialiste mondial des interconnexions urbaines, Arep Ville, il a travaillé avec tous les acteurs du site Luxexpo, la SIPEL, les CFL, Luxtram. Non seulement la gare Kirchberg (souterraine mais ouverte) et le pôle d’échange (à niveau) seront accompagnés de toutes les fonctions urbaines afférentes (commerces, place publique, bureaux, loisirs), mais Luxexpo restera au Kirchberg, ayant choisi l’option innovante de la foire-exposition en tissu urbain accessible par tous les moyens de transports, tramway, train et automobile puisqu’un parking P & R est prévu sous la foire.



Informations sur le Plateau du Kirchberg :

www.kirchbergonline.lu

Les visites guidées grand public ont lieu 2 fois par an au printemps et en automne. Elles sont annoncées par voie de presse.

Die Würde liegt in der Leichtigkeit
Text Manfred Sack / Ingeborg Flagge Architekt Wilhelm Kückler Fotos Waltraud Krase

Als die Bayerische Landesbank von Wilhelm Kücker 1994 gebaut wurde, war es auf dem Kirchberg am Tage recht still und es gab noch viel Platz. Städtisches Leben war hier eine Illusion, aber auch eine Hoffnung für die Zukunft. Bis heute ist zwar viel geschehen, die Bayerische Landesbank heißt inzwischen Banque LBLux, es gibt drumherum einen guten Mix aus Läden, Restaurants, Arbeitsstätten und Wohnungen, doch wirkliche Stadt mit lebendigen Plätzen und Flaneuren zu jeder Zeit des Tages gibt es hier noch immer nicht. Aber die Grundstücke sind knapp geworden. Der Verkehrslärm heute ist beachtlich, doch immer noch kommen die meisten Autos am Morgen und verlassen den Kirchberg wieder am Abend. Heimat ist hier nur für die wenigsten. Die Neubauten der letzten fünfzehn Jahre wurden teilweise von bekannten Architekten errichtet. Dennoch gehört der Bau der Banque LBLux zu den besten im Viertel. Immer noch. Man sieht ihm sein Alter nicht an. Er ist, was er vor 15 Jahren war: ein Bau von unaufdringlicher, einladender Atmosphäre.

Die Architekturkritik, die jetzt folgt, ist – gekürzt- ein Text von Manfred Sack. Seine Beschreibung hat nichts an Frische verloren und trifft in allen Aussagen nach wie vor zu. Warum also alles neu schreiben?

Das Gebäude ist ein angenehm proportioniertes Bauwerk. Dies zu werden, war unter den obwaltenden Umständen nicht leicht. Alle Bauplätze gleich groß, die Zwischenräume eng, die Situation weder originell noch provokativ, nirgendwo eine der für Innenstadt- Grundstücke üblichen Herausforderungen, die es dem Architekten leicht machte, seine Ideen zu finden. Hier am Ende des Kirchbergs hatte kein schon bestehendes Gebäude zu architektonischer Korrespondenz oder zur Pointierung eines Einfalls aufgerufen. Erst recht kam von der Kulturlandschaft ringsherum kein stimulierender Wink. Jedes der hier realisierten Gebäude ist für sich selbst entstanden. Wie erstaunlich, dass mit der Banque LBLux ein Bauwerk von ganz eigenem Charakter und grossem Reiz entstanden ist. Was den Bau so sympathisch macht, sind die Klarheit und Bestimmtheit der Formen. Es ist die konstruktive Eleganz, der Kontrast der schönen Materialien. Es sind die eigenwilligen, untereinander überraschend harmonisierenden Farben und alle die Finessen, die sich in meisterlichen Details zu erkennen geben. Nicht zuletzt muß man die lichte, einladende Atmosphäre nennen, in welchem Raum der Bank sie sich auch in welcher Gestalt entwickelt. Nichts ist von bankenhafter Schwere, die Würde liegt in der selbstbewussten Leichtigkeit. Und dies, obwohl der Architekt ausdrücklich sagt, dass er nicht wolle, dass seine Gebäude schweben oder abheben. Ganz im Gegenteil: „Ich will, dass meine Häuser stehen.“ Sie sollen solide gemacht sein und ebenso wirken, wenngleich niemals schwer. Deshalb hat das Bankgebäude auch einen Sockel aus Naturstein und ein richtiges Dach, dem, um es leicht erscheinen zu lassen, ein Vorflügel angefügt ist. Deshalb ist die Fassade der Büroflügel in Form eines lang gestreckten U ausdrücklich 49 cm dick gemauert und hell verputzt und bildet damit eine oft beschworene, seit alters bewährte Energiespeichermasse.

Da der Architekt auch gern der Versuchung nachgibt, „Gegensätzliches, ursprünglich nicht zusammen Gehörendes zusammen zu bringen“ hat er dem u-förmigen Gebäude ein grosses offenes Atrium eingefügt und seinen vorderen Teil zu einer gläsernen Halle für das Entrée gemacht. Sie ist mit achtzehn Metern so hoch wie das dreistöckige Haus, achtzehn Meter lang wie breit, ein würfelförmiger Raum, was man freilich so wenig bemerken muß wie das geometrische Spiel an der Eingangsseite. Das Pultdach erinnert an das Dreieck, die beiden Treppentürme rechts und links an das Quadrat, das gewölbte Glasdach an den Kreis. Den kubischen Raum, den es deckt, empfindet man aber nicht als geometrische Figur, sondern als einen empfangenden, integrierenden, zum Ganzen gehörenden Raum. Die Halle ist der öffentlichste Raum des Gebäudes und derjenige, mit dem die Banque LBLux auf sich aufmerksam macht und für sich wirbt. Er ist eine wunderbare, öffentlichen Gebäuden viel zu wenig geschenkte Verschwendung. Das Wohlgefühl, das er weckt, rufen nicht nur die Licht- und Schattenspiele, die es mit Stützen, Trägern und Sprossen treiben, hervor, das gelingt vor allem der verblüffend leichten, eleganten Konstruktion, die an den Ehrgeiz aller Ingenieure erinnert, nämlich den gewagtesten Effekt mit dem kleinsten Aufwand und so filigran wie möglich hervorzurufen. Hier besteht die Konstruktion aus sechzehn mandelförmig gebogenen, fein verstrebten Dachspanten, die mit ihren Spitzen seitlich in Stahlbeton verankert sind. Auf der oberen Wölbung liegt die Glashaut, auf der unteren ein gewöhnlicher Blechrost, den man wartungshalber betreten kann, der aber von unten so leicht und fein wie eine Textilwolke aussieht. Von der gleichen Leichtigkeit ist die tragende und aussteifende Gitterkonstruktion der beiden Glasfassaden.

Man betritt die Glashalle über einen sanft ansteigenden, eher beiläufig inszenierten Vorplatz, der mit seinen gestuften Seitenwänden – Putz, Stein, Glas – an eine Vorbühne denken lässt, die kein geschlossener Vorhang, sondern Glas von der Bühne trennt, aber nicht wirklich. Aussen- und Innenraum spielen durch die Glaswand miteinander, so dass die Halle einen halböffentlichen Charakter bekommt und einer Loggia ähnelt, wie wir sie in italienischen Städten bewundern.

Genau das wollte der Architekt, und so hat er den Vorplatz wie die Halle, aber auch die Galerien in allen drei Geschossen mit denselben abgespaltenen, absichtlich nicht glatt geschliffenen Platten aus Tessiner Gneis gepflastert. Das Grau harmoniert gut mit dem Grau des matt geschliffenen fränkischen Muschelkalks, mit dem die Treppen-, Fahrstuhl- und Versorgungstürme, aber auch Boden und Sockelwände des Atriums ausgeschlagen sind. So geben die Türme und der Atriumssockel der weiß verputzten Stahlbetonkonstruktion, die die inneren Hoffassaden prägt, beiläufig auch eine Fassung und einen virtuellen Halt.

Die gläserne Halle ist auch das Treppenhaus der Bank. Anders als all die engen, lieblosen, nur im Notfall mit Benutzern rechnenden Treppenschächte erfüllt es seine Aufgabe mit barocker Lust. Es feiert den Treppen steigenden Menschen mit drei langen Treppen, deren gemächlich ausgreifende Gebärden von keinem Podest unterbrochen wird, sonst wäre ihre Eleganz dahin. Die erste beginnt mit einer Ouvertüre, einer aus Muschelkalk geschnittenen, dem Eingang zugewendeten Vortreppe. Jede Treppe führt, den quadratischen Raum an seinen drei inneren Seiten überwindend, ins nächste Stockwerk. Die beiden einander gegenüber liegenden Büroflügel werden im ersten und zweiten Geschoß an der Atriums-, im dritten an derEingangsfassade von Querstegen miteinander verbunden. Sie haben denselben Habitus wie die Treppenläufe: die Konstruktion aus dunkelgrauem Stahl, die Stufen und die angenehm zu greifenden Handläufe aus Kirschholz, das Geländer aus fein profiliertem Edelstahl. Die Hallendecke: ein Sternenhimmel kleiner Leuchten. Zwar signalisiert der kreisrunde Tresen dem Besucher, dass er sich hier im Inneren befindet. Aber vier Kandelaber, die ihr Licht nach allen Seiten senden, suggerieren, dass man sich hier auf einem öffentlichen Platz befindet.

Gewöhnlich kann man sich den Blick in die Büros ersparen. Hier indessen empfangen einen nicht das weit verbreitete Allerlei aus untergehängten Decken und keine Standardeinrichtung; auch hier bemerkt man einen präzisen architektonischen Ausdruckswillen. Da sind die über den Fluren angebrachten, ganz leicht nach hinten gewölbten, merklich körperhaften Lochblechplatten, die mit ihrem Aufwärtsschwung bis in die Zimmer reichen, darüber gut erreichbar die üblichen Installationen so wie die unterstützende Lüftung. Da sind die hohen Fensterbänder über den Bürowänden, die Tageslicht in die Flure lenken, und die schmalen, senkrechten Glasstreifen neben den Türen. Da sind die hellen, mit blanken Stahlrahmen gefassten, präzise eingepassten Einbauschränke, die klug gewählten hängenden Leuchten und vieles mehr. Vor allem die Farben lassen eine gute Hand erkennen, weil sie identisch sind mit den wenigen ausgesuchten, zu greifenden und zu betretenden Materialien, und ein gutes Auge, weil der Architekt couragiert und einfallsreich damit gespielt hat.

Es gibt eine im ganzen Haus wiederkehrende Farbe, ein dunkles Violett, das wie ein Orgelpunkt durch das gesamte Interieur klingt. Diesem intensiven Violett sind alle anderen Farben zugesellt, an den Wänden jedes Stockwerkes eine andere, ein lichtes Blau, ein frisches Grün, ein sattes Weinrot, ein gelbes Ocker. Jede dieser Farben wurde in einer so genanten Enkaustiktechnik aufgetragen, das heißt, ein mineralisch eingefärbter, hauchdünner Kalkputz wird in mehreren Arbeitsgängen aufgebracht und zum Schluß mit geträufeltem Wachs abgezogen, so dass die damit gestrichenen Wände sich glatt anfühlen, aber Spachtelspuren zeigen und so lebendig wirken.

Eleganz, das Wort liegt einem in diesem Gebäude oft auf der Zunge. Es kommt einem auch beim Betrachten in den Sinn: der inneren, zur Glashalle und zum Atrium gewandten Fassade mit ihrer bauhausklaren, aus dem Stahlbetonskelett abgeleiteten Struktur- der äußeren, mit der das Haus sich in seiner Umgebung zeigt. Sie hat einen ganz klassischen Aufbau mit einem gestuften Sockel unten und einem gestuften Dach – genauer einem zurückgesetzten, flachen, blau gestrichenen Attikageschoß, über das das Dach mit einem schmalen Vorflügel weit hinausragt. Die Fenster sind nach der klassischen hierarchischen Ordnung unten „französisch“, also höher- so wie das Erdgeschoß einen halben Meter höher als die anderen ist. Darüber haben sie „normales“ Format, mit kräftigem Sturz, starken Sprossen und feinen, silbern abgesetzten Rahmen um die Scheiben, ausgewogen in den Proportionen und in der Reihung neben- und übereinander.

Das Pultdach, das sich am Haupteingang so dreist zeigt und einen Augenblick lang mit seinem biederen häusliche Charakter Verwirrung stiftet, ist an den drei geschlossenen Seiten des Hauses unsichtbar. Da wirkt der ruhig rythmisierte Bau kompakt, unaufdringlich, aber konsequent und streng durchgeformt, ganz unaufgeregt, schön proportioniert. Hier zeigt der Bau seine makellose klassische Modernität. So weit Manfred Sack. Der strenge Brunnen im ebenso strengen Innenhof wurde denen geopfert, die sich durch das fallende Wasser gestört fühlten. Schade. Auch der Hintereingang wurde verändert und viele der Arbeitszimmer renoviert. Sie sind heute teilweise schöner als zur Zeit der Einweihung. Es ist offensichtlich, dass der Bauherr sein Haus respektiert und liebt und es mit Sorgfalt pflegt. Und das schöne Gebäude dankt es ihm mit Eleganz und altersloser Frische.

Der Europäische Gerichtshof
Umbau und Erweiterung auf dem Plateau de Kirchberg in Luxemburg

Text Sebastian Redecke Architekt Dominique Perrault Fotos GG Kirchner

Die Europäische Union wächst trotz aller Hindernisse unaufhörlich und gewinnt international zunehmend an politischer Bedeutung. Die Europäische Rechtsprechung ist von dieser Entwicklung nicht ausgeschlossen: Immer komplexer gestaltet sich ihr Apparat, der mit den unterschiedlich strukturierten Justizbehörden der nunmehr 27 Mitgliedsstaaten zurechtkommen muss.

Diese Entwicklung lässt sich auch an den Bauten ablesen. Der Europäische Gerichtshof der sechs Gründerstaaten ist seit Dezember 1952 in Luxemburg beheimatet, zunächst sehr bescheiden in angemieteten Gebäuden. 1972, rechzeitig zur ersten großen Erweiterung der Europäischen Union, wurde ein Neubau der Architekten Jean-Paul Conzenmius, Francis Jamagne und Michel van der Elst eröffnet. Wie alle wichtige Bauten der Europäischen Union in Luxemburg steht er auf dem Plateau de Kirchnberg, schräg gegenüber vom Place de l’Europe mit dem alten Hochhaus der Verwaltung des Europäischen Parlaments und der Philharmonie von Christian de Portzamparc. Dieser erste Neubau eines Palais de Justice wurde bereits drei Mal – vor allem für die zusätzlich eingereichte unabhängige „erste Instanz“ - erweitert, in den achtziger Jahren und Anfang der Neuziger. Es handelt sich um eine Reihe blockartiger Annexe an der Südseite des Sockels vom Hauptgebäude und der tiefer liegenden Rue du Fort Niedergrünwald. Die insgesamt 26.000 Quadratmeter an Nutzfläche wurden von den Architekten Bohdan Paczowski, Paul Fritsch, Jean Herr und Gilbert Huybrechts errichtet. 1994 kamen von den gleichen Architekten noch einmal 24.000 Quadratmeter hinzu.

Doch auch diese weitre Etappe der Erweiterung reichte bald nicht mehr aus, und so entschied man sich 1996 für die Sanierung und den Umbau des ersten Gebäudes von 1972 mit einer weiteren bedeutenden Ergänzung des Gerichthofs von rund 53.000 Quadratmetern. Neu war, dass drei Architekturbüros aufgefordert wurden einen Vorschlag zu unterbreiten. Geschuldet war dies dem Umstand, dass ein Architekturbüro die ursprünglich geplante Direktvergabe des Auftrags angefochten hatte. Dominique Perrault war schließlich der Glückliche und ganz offensichtlich auch der Geschickteste. Er gehörte zu den Eingeladenen, bekam seinem Entwurfskonzept den Auftrag und folgte der Aufforderung, für die weitere Planung und für die Ausführung Luxemburger Assoziierte zu nehmen. Er entschied sich für Paczowski & Fritsch, dem gut vertraut, sowie für m3 architectes.

Die Aufgabe war nicht nur vom Programm her komplex und vielschichtig. Auch die baulichen und städtebaulichen Vorgaben waren kompliziert, ja sogar von Brisanz. Die noch nicht in allen Teilen abgeschlossenen Neubauten entstehen in unmittelbarer Nähe des Bestands. Bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, mussten bei „ Altgebäude“ des Gerichtshofs von 1972 eine umfangreiche Asbest Sanierung vorgenommen werden. Teile der Stahlglaskonstruktion des für die Bauzeit typischen strukturalistischen Entwurfs wurden zuvor unter Schutz gestellt. Sie bestehen aus selbstpatinierendem Stahl, eine braune, rostig anmutende Sonderanfertigung des Luxemburger Stahlkonzern ARBED. Das Gebäude musste für die Sanierung komplett geräumt werden.

Perrault gliedert seine Planung in vier Bereiche auf: Sanierung und Neugestaltung des Altbaus sowie Neubau eines Ringgebäudes, zweier Türme und einer Erschließungsgalerie. Den von der Lage her wichtigsten Teil der Baumaßnahmen stellt das aufgeständerte Ringgebäude dar, das um den Altbau herum errichtet wurde. Durch dieses zweigeschossige „Rahmenbauwerk“ in 14 Meter Höhe entsteht entlang der Stützenreihen eine ausgedehnte, mit anthrazitfarbenen Steinplatten gestaltete Fläche, die als Esplanade bezeichnet wird, sich aber von ihrem Nutzen nur schwer definieren lässt. Sie ist wohl als eine weitgehend frei zugänglicher Raum vorgesehen, wo man sich wetter-, aber nicht windgeschützt für ein Gespräch einfinden kann. Die Stahlstützen der ruhigen rechteckigen Gesamtform, die in einem Rasterabstand von 8,40 Metern aus schwarzen, 1,20 Meter breiten I-Profilen montiert sind, setzen deutliche Akzente und stellen durch ihre Materialität ganz bewusst eine Verbindung zur stählernen Konstruktion des Altbaus her. Die Unterseite wurde mit lackierten neun Meter langen Alucor-Platten verkleidet – alles in Schwarz. Für eine Auflockerung sorgen die acht ebenfalls schwarzen. Aber offenen und dadurch spielerisch wirkenden Wendeltreppen, die unter dem Ring stehen. Der Architekt vergleicht die Spiralen aufgrund ihrer Filigranität mit geschälten und auseinander gezogenen Apfelschalen. Sie werden flankiert von Aufzugsund Lüftungsschächten und werden auf zwei Seiten von einer goldfarbenen Aluminiumhülle aus Metallgewebe geschlossen. Die auf der Außenseite vorgesetzten Fassadenelemente des Ringgebäudes bestehen aus vertikal gestellten, leicht gold schimmernden Glasscheiben, die unten und oben über die Geschosse hinausragen und dadurch die Wucht des Gebäudes zurücknehmen. Die 1,77 Meter breiten Scheiben wurden in unterschiedlichen Abständen rhythmisch geordnet. Dadurch gelingt es auch hier, die Strenge etwas zurückzunehmen. Die Räume des Präsidenten, der von den Regierungen auf sechs Jahre ernannten obersten Richter aller 27 EU-Staaten und der acht Generalanwälte sind bestens ausgestattet. Auf der Westseite wurde ein zweigeschossiger Konferenzsaal eingefügt.

Mit der Idee des aufgeständerten Ringgebäudes wird die Erhabenheit, das sich absetzen vom Tagesgeschehen, um sich ganz der Rechtssprechung widmen zu können symbolisiert. Aus der Sicht des Architekten bekommt das Gericht dadurch auf dem Plateau eine neue, seiner Aufgabe angemessene Präsenz.

Weit wichtiger als der Bezug des Rings zur Plattform und zur umliegenden Bebauung ist seine Anbindung an das zentrale Gebäude, das über acht gläserne Brückenbauten erreicht wird. Dieser die Mitte bestimmende Bau wurde für die Asbestentsorgung vollständig entkernt. Das übrig gebliebene Stahlgerippe wurde auf politischen Wunsch als erhaltenswert eingestuft. Nach einer kompletten Demontage wurden die Teile abtransportiert, sandgestrahlt, lackiert und vor Ort dann wieder neu zusammengesetzt. Da nahezu alle Büros in das Ringgebäude verlagert wurde, bot sich im „neuen“ Altbau die Möglichkeit die geforderten Säle mit Nebenräumen und die Übersetzungskabinen sowie Foyers großzügig anzuordnen. Insbesondere der Hauptsaal, wo die Große Kammer tagt, und seine Vorhalle haben außergewöhnliche Ausmaße.

Bei den 27 geschossigen Türmen, die äußert schmal sind und dadurch umso eleganter wirken, hat es der Architekt irgendwie geschafft, seinen Entwurf durchzusetzen. Jeder Turm ist 106 Meter hoch und hat eine Grundrissfläche von 14 x 48 Metern. Einzigartig sind die Fassaden: eine goldfarbene Rasterkonstruktion von einem gewissen Raffinement. Der Eindruck von zwei rundum golden schimmernden Großskulpturen wird noch verstärkt durch das speziell entwickelte Aluminiumgewebe, das zwischen das zwischen den Glasflächen der Fensterpaneele in ebenfalls goldene Rahmen eingebaut wurde. Durch die leichte Zickzack-Kantung des Gewebes mit jeweils zwei Bahnen pro Sandwichpaket bekommt die Fassade eine zusätzliche Tiefe. Alles in allem wurden 7724 Glas-Paneele verbaut. Unabhängig von der unverwechselbaren Fassadenkomposition ist die Besonderheit der Türme hinsichtlich ihrer Funktion hervorzuheben: die Nutzfläche von insgesamt 24.000 Quadratmetern ist ausschließlich den Büros der Übersetzer vorbehalten. Dies macht deutlich, welches Ausmaß ihre Arbeit für den Europäischen Gerichtshof angenommen hat.

Der vierte Teil von Perraults Planungen befindet sich weitgehend im Verborgenen. Auf der Südostseite, zwischen dem Altbau und der Erweiterung der achtziger Jahre, entstand unterhalb der Plattform die „Galierie“, ein hallenartiger Erschließungsgang. Der 230 Meter lange und 12 Meter hohe Raum reicht im Nordosten bis zu den Zwillingstürmen. An dem glasüberdachten Gang sind auch Restaurants, die Bibliothek, und der Zugang in die neue Tiefgarage mit 770 Plätzen angeordnet. Eine breite Treppenanlage führt in das Foyer der Großen Kammer im Altbau. Bei den früheren Erweiterungsbauten im Südosten wurden Wände durchbrochen, um neue Wegeverbindungen und Blickbeziehungen herzustellen. Jetzt ist auch dieser Teil des Gerichtshofs eingebunden und erfährt damit ein deutliche Aufwertung. Der interne Weg ist also mehr als eine Erschließung, er ist das verbindende Element und Rückgrat der Gesamtanlage:: Perrault gelingt es, ihm durch seine funktionale Organisation, die großzügige natürliche Belichtung und wohl auch durch seine Propertionen eine solche Raumqualität zu verleihen, dass die Mitarbeiter ihn bereits als Ort der Begegnungen nutzen.

AXENTO
Immeuble commercial et administratif situe sur l’avenue J.F. Kennedy au Kirchberg

Architekt Arlette Schneiders Fotos Antoine Huot

C’est en 2006 que le bureau ARLETTE SCHNEIDERS ARCHITECTES a gagné, ensemble avec le développeur CIP Luxembourg SA, le concours architecte-promoteur organisé par le Fonds Kirchberg sur le terrain face aux magasins Auchan. En juillet de cette année, les premiers locataires ont ouvert leurs commerces dans la galerie commerciale du rez-de-chaussée.

Le terrain du bâtiment AXENTO profite d’un emplacement unique au Plateau du Kirchberg, étant donné son emplacement face au Centre Commercial Auchan et donc au Centre du Kirchberg. Le parti architectural du bâtiment en tient fortement compte. Le bâtiment est composé par différents espaces :

- L’espace commercial : La galerie commerciale est un espace couvert et ouvert sur toute la hauteur du bâtiment avec un éclairage naturel zénithal. Les commerces couvrent la majeure partie du rez-de-chaussée et ont leurs vitrines aussi bien côté rue que côté galerie commerciale.

- Les espaces administratifs : Les bureaux se trouvent aux étages. La surface des deux halls d’entrées avec leurs circulations verticales est réduite au minimum nécessaire afin de laisser un maximum de surface pour les surfaces commerciales.

La façade côté avenue est formée par un cadre reprenant les dimensions du gabarit urbanistique prescrit, à l’intérieur duquel se définit un espace urbain et un volume construit. Elle se définit également par une grande toiture sous laquelle se glissent les différents volumes formant l’ensemble du bâtiment et englobant les différentes fonctions commerciales et administratives. Ce nouveau Centre Commercial relie - par une rue couverte - l’avenue aux deux rues latérales, ainsi que les deux rues latérales entre elles. Ainsi un nouvel espace urbain couvert se développe au Sud-Est de l’avenue J.F. Kennedy et en continuité avec Auchan. Le bâtiment est composé par deux volumes : le volume principal - se développant sur six étages - côté avenue, avec sa forte présence et son espace urbain extérieur sous le débordement de la toiture, et le volume secondaire –moins haut- qui se glisse sous cette grande toiture. Il en résulte une imbrication de volumes, laquelle permet de réaliser le passage des six niveaux exigés côté avenue J.F. Kennedy vers les cinq niveaux permis côté arrière.

- Le béton vu est utilisé pour toutes les parois pleines extérieures.

- Les stores solaires en panneaux pliants entourant le bloc central sous la toiture haute sont réalisés en tôle aluminium déployée anodisée teinte bronze. Les proportions verticales de ces stores et la continuité du matériau sur la hauteur de quatre étages du bloc central confèrent une élégance particulière à ce volume qui apparait comme un joyau protégé par une coquille en béton.

L’UNICO
bâtiment administratif situé au 13, Rue Edward Steichen

Architekt Arlette Schneiders Fotos Antoine Huot

Le bâtiment situé au no 13, rue Edward Steichen présente, de par sa situation dans le tissu urbain deux façades principales : celle qui se situe le long de la rue E. Steichen face au parc de la BGL BNP Paribas et celle face au quartier d’habitation.

Le parti architectural du bâtiment a été déterminé par cet environnement. Ainsi le bâtiment présente une façade compacte, avec une forte présence, face au parc de la banque et le long de la rue J. Hackin.

Du côté habitations le volume s’ouvre sur une place extérieure généreuse située dans le prolongement de l’espace public.

Un noyau central regroupant les locaux communs et de service (locaux techniques, gaines techniques et sanitaires, circulations) se manifeste par une sur-hauteur par rapport aux volumes construits le long des fronts de rue.

Ce bloc central est mis en évidence par le traitement de ses façades au moyen de panneaux bois, lesquels sont des volets mobiles devant les vitrages et créent une façade rythmée par les volets fermés, semi-ouverts ou ouverts. Le volume central derrière lequel se trouvent les installations techniques au niveau toiture fait ainsi partie intégrante du parti architectural.

Un bloc de dimensions plus modestes situé côté Nord-Est rappelle la volumétrie des bâtiments d’habitation.

Konferenzzentrum für die europäischen Ratssitzungen
Umbau, Erweiterung und Erneuerung des Konferenzzentrums auf dem Kirchberg-Plateau in Luxemburg für die europäischen Ratssitzungen

Architekt Schemel & Wirtz

Städtebauliches Konzept

Das städtebauliche Konzept der Entwicklung des Plateau de Kirchberg basiert auf der Idee eines durchmischten urbanen Raums, durch Umwandlung einer ehemaligen Autobahn in einen städtischen Boulevard dessen Auftakt der Place d’Europe bildet. Das Konferenzzentrum, ist eine der Kanten des Place d´Europe. Es schafft durch seine betont horizontale Platzfront einen ruhigen Hintergrund vor dem Solitär der Philharmonie in Mitten des Platzes.

Architektonisches Konzept

Die Entwurfsidee gründet auf einem großen Plateau mit einer Kette von eingestellten und zum Teil durchdringenden Körpern, wobei das bestehende 24-stöckige Hochhaus den vertikalen Akzent setzt. Die Körper stehen auf einem steinernen Sockel, der den natürlichen Grundstücksgrenzen folgt und werden von der transparenten Halle mit auskragendem Dach umschlossen. Durch die gläserne, 300 Meter lange, in der Profilierung bewusst reduzierte Platzfassade ist die spannungsvolle Abfolge der inneren Baukörper, sowie die Bewegung der Besucher gut ablesbar.

Talseitig bildet die vorgehängte Glaslamellenfassade aus verstellbaren mattierten Elementen die Funktion eines Sonnen- und Sichtschutzes, sowie einen spannungsvoll veränderbaren Filter zum Grünraum. Die bestehenden Baukörper wurden von Umbauungen freigestellt und wie die neuen Baukörper in eigenständiger Materialität ausgeführt. Als verbindender Hintergrund der eingestellten Körper fungiert die durchlaufende Foyerdecke aus Metallnetzgewebe. Sie entwickelt sich aus der metallischen Flügelkante des Vordachs, das sich damit in den Innenraum zieht.

Den Auftakt bildet, in der Spitze der Halle, der transluzente Bankettsaal. Ein auf räumlich geneigten Stützen schwebendes Prisma, aus hinterleuchteten, mattierten Glastafeln. Auf Foyerniveau ist die Untersicht des gläsernen Prismas als Lichtdecke spürbar. Sie wird durchdrungen von einer Treppe, welche zum Bankettsaal im Obergeschoss führt.

Unterhalb des Bankettsaals öffnet sich der Raum, mit Nutzung als Café, zum Platz. Die Belagsfläche des Place d’Europe setzt sich fort und schafft einen fließenden Übergang zwischen Außen- und Innenraum. Gefolgt wird der Bankettsaal vom zweigeschossigen Körper des großen Saals. Der zweischalige Ellipsenstumpf, entworfen für eine administrative Konferenz mit elliptisch angeordneter Möblierung in mehreren Reihen, dominiert als ruhiges Element die Halle. Bei variabler Nutzung finden in ihm bis zu 800 Personen Platz.

Die äußere Ellipsenschale des Saals besteht aus räumlich geformten Nussbaumfurniertafeln. Im Kontrast dazu ist die innere Schale aus stabförmigen, akustisch wirksamen, Nussbaumprofilen aufgebaut. Im Zwischenraum der Schalen sind die dienenden Funktionen, wie zum Beispiel ein polyvalenter Saal und die Dolmetscherkabinen integriert. Die Geometrie der dienenden Räume folgt der des Saalkörpers. Im Bereich der Eingänge wird die Schwere und Größe des zweischaligen Volumens durch tiefe Einschnitte zur Halle hin ablesbar. Im Inneren öffnet sich ein großes Panoramafenster mit gekrümmter Verglasung zur Natur.

Überwölbt wird der Saal von einer akustisch wirksamen Stufenkuppel, die sich durch die Dachfläche zu drücken scheint. Im Anschluss bildet das bestehende Hochhaus mit separatem Eingang, in Form eines Glas-Kubus mit betonender Illumination, die vertikale Verbindung des Konferenzzentrums im Inneren und den Büroetagen oberhalb der Dachlandschaft. Durch zusätzliche horizontale Öffnungen in den Decken und große vertikale Tragelemente bindet sich das Hochhaus im Inneren das Ensemble ein, ohne seine ursprüngliche Struktur zu verlieren.

Den Abschluss der Halle bilden die bestehenden Säle, die über die gesamte Höhe des Foyers in eine massive Natursteinhülle eingekleidet sind. Großflächige, gläserne Einschnitte lassen Ausblicke auf das Foyer und den Place d’ Europe zu.

K POINT
Architekt Tatiana Fabeck en collaboration avec le bureau Archi2000

Le bâtiment ‘K Point’ s’inscrit dans une trame urbaine très ordonnée et se situe entre le boulevard Kennedy à allure très citadine et le quartier Grünewald qui sera dédié à des immeubles résidentiels. Posé comme sur un échiquier, le bâtiment dialogue avec son environnement grâce à sa forme, ses matériaux et son expression architecturale. Le projet se présente en tant que monolithe de facture simple en forme de H reposant sur un socle cristallin, ludique, l’ensemble disposant d’un excellent facteur de compacité.

Le socle, rez-de-chaussée pour les commerces et espace d’accueil pour les bureaux, donne l’impression que le trottoir, l’espace extérieur continue vers l’intérieur. La forme en H permet par le dégagement d’un volume creux, d’un vide urbain, de marquer à la fois l’entrée du bâtiment sur la rue Edward Steichen, mais surtout de faire participer le contexte environnant à la vie du bâtiment. Dans l’enfilade des bâtiments situés sur la rue E. Steichen, le creux permet une respiration, une séquence, un marquage. Cette lecture très simple des différentes utilisations des espaces, permet une orientation très aisée à l’utilisateur ainsi qu’au visiteur.

Une référence continuelle vers l’extérieur depuis l’intérieur du bâtiment offre à tout point de vue des bureaux, perspectives lointaines et des repérages aisés. Un seul noyau distribue l’entièreté de l’immeuble. Une seule entrée principale située sur la rue Edward Steichen accueille les personnes. Un grand hall d’accueil généreux bien éclairé donne accès à trois ascenseurs, desservant tous les étages supérieurs. Le bâtiment possède 2 sous-sols comprenant les espaces de parkings comptant 80 places, les archives, une zone de livraison et tous les locaux techniques nécessaires.

Une place dialogue avec le quartier environnant du côté sud. Un filtre végétal formé par des haies de bambous, taillées géométriquement, laissent pénétrer le visiteur vers l’intérieur, marquant cependant la limite entre propriété privée et publique.

Le sol minéral de cette Piazza constitué par de grandes dalles en granite, rentre dans le bâtiment comme un tapis vers le noyau d’ascenseurs, invitant le piéton à entrer.

Banque Populaire de Luxembourg
Architekt Tatiana Fabeck En collaboration avec Thomas Krähenbühl architecte Foto Lukas Roth

Le nouveau siège de la Banque Populaire du Luxembourg se situe en face du rond-point du Kirchberg à côté de la State Street Bank. Le bâtiment se positionne en tête d’une série de bâtiments à usage différents. (le centre Auchan, le cinéma Utopolis… Il marque l’entrée de ville et se situe au point de convergence des artères principales. Le bâtiment possède deux accès. L’entrée principale est positionnée en face du Rond-point. Initialement le bâtiment devait comporter un rezde- chaussée et 3 étages supérieurs, afin de garantir une impression d’homogénéité et de continuité le long du boulevard Kennedy. Grâce à de nombreuses études et dessins, les architectes ont pu convaincre le Fonds du Kirchberg, à doter ce bâtiment d’entrée de ville d’une hauteur excédant de deux étages le projet initialement prévu. Ainsi le bâtiment s’articule autour du rond point en maintenant le gabarit dicté par les autres bâtiments le long du boulevard Kennedy et s’élève de deux étages supplémentaires en retrait par rapport au boulevard Kennedy le long du circuit de la Foire. Grâce à sa hauteur le bâtiment qui a une emprise au sol relativement réduite par rapport à ses voisins, se confirme et marque l’entrée de ville. Plusieurs avant-projets ont été réalisés en vue de trouver la forme esthétiquement et fonctionnellement la plus appropriée. Vu le positionnement du bâtiment libre de trois côtés et entouré d’un horizon libre, les architectes ont voulu créer un bâtiment ou le futur utilisateur pourra pleinement profiter de la magnifique vue qui s’offrira à ce dernier. Ainsi après plusieurs concepts différents de façade, le maître d’ouvrage ainsi que l’architecte se sont mis d’accord sur une façade entièrement vitrée qui enveloppe les différents étages d’une peau filigrane rythmée. Le bâtiment possède 3 niveaux de sous-sol qui sont communiquants avec les sous-sols de la State Street Bank. L’accès se fait depuis le circuit de la foire par une rampe commune. Doté de 160 places le sous-sol offre des places au personnel et aux clients. Le bâtiment compte un rez-de chaussée et 5 niveaux à utilisation de bureaux. Le rez-de-chaussée ainsi que le premier étage sont mis à dispositions de locataires différents. Les deuxième, troisième, quatrième et cinquième étages sont utilisés par la Banque Populaire du Luxembourg. Le quatrième étage est prévu d’une terrasse qui surplombe la ville et offre un espace de détente aux futurs utilisateurs. Un atrium vitré et couvert traverse le bâtiment sur 4 niveaux et favorise un environnement de travail éclairé par la lumière naturelle. Le bâtiment a une superficie brute hors-sol de 6414 m2. Structure L’ensemble des niveaux (infrastructure et superstructure) est composé d’une structure mixte acier-béton. Cette structure supporte en infrastructure et en superstructure des planchers en béton armé coulé sur des prédalles ainsi qu’une toiture métallique sur le local technique. La stabilité de l’ensemble de la structure est assurée par les noyaux et les voiles extérieurs en béton armé. Les planchers inférieurs sont composés d’une dalle en béton armé qui repose sur les poutres métalliques espacées de 4.20m. Les poutres métalliques, en profilés laminés avec une hauteur maximale de 600mm, possèdent des portées de 17.20/4.40/17.20 m portée. Ceci permet un parking libre de tout obstacle. Elles travaillent en section mixte avec la dalle en béton par intermédiaire de goujons connecteurs, soudés sur les ailes supérieures des poutres- Les poutres sont partiellement enrobées de béton, les espaces entre les ailes des profilés seront remplis de béton armé afin de garantir la stabilité au feu de R90 sans protection supplémentaire. Les poutres sont munies de contreflèches afin de compenser les déformations pendant le montage. Les poutres n’ont pas eu besoin d’un étançonnement lors pendant la phase de montage. Les assemblages poutres-poteaux sont réalisés à l’aide de tasseaux soudés sur les ailes des poteaux. L’appui des poutres sur les voiles extérieurs s’est fait sur des éléments d’ancrage. Les planchers de la superstructure sont aussi composés d’une dalle en béton armé qui repose sur les poutres métalliques espacée de 4.20m. Les poutres métalliques en profilé cellulaire avec une hauteur d’environ 600mm, sont disposées d’axe en axe avec des portées de 16.80/4.40/16.80m de portée. Elles travaillent en section mixte avec la dalle béton par intermédiaire des goujons connecteurs à tête, soudés sur les ailes supérieures des poutres. La stabilité au feu a été calculée par une analyse au feu naturel. Les poutres sont munies de contreflèches afin de pouvoir compenser les déformations pendant le montage. Les assemblages poutres-poteaux sont réalisés à l’aide de plaques d’about boulonnées aux poteaux afin de garantir une continuité des poutres en cas d’incendie. Des poteaux de la superstructure sont disposés sont nus sans enrobage en béton et apparents.. Ils sont composés de profilés laminés de la série HD. Le recours à cette construction a permis un prompt déroulement de chantier, une grande flexibilité dans l’utilisation des espaces ainsi qu’une expression architecturale sincère qui est fortement rythmée par la structure visible des poteaux en acier.

Kiosk
Architekt Polaris Architects

Im Rahmen einer erweiterten Ausstattung des Zentralparks auf Kirchberg, der von Peter Latz, Landschaftsarchitekt, konzipiert wurde, hat der Fonds d'Urbanisation et d'Aménagement du Plateau de Kirchberg, öffentlicher Verwalter des Plateau de Kirchberg, die Initiative ergriffen eine Imbissverkaufsstelle zu schaffen.

Der Zentralpark wird von unterschiedlichen Nutzern besucht, darunter u.a. Gymnasiasten, Angestellte der internationalen Banken und europäischen Institutionen, Forscher, Bewohner der umliegenden Wohnbezirke, Mütter mit Kindern, Jogger, Besucher des Schwimmbads und der Sporthallen, Arbeiter der umliegenden Baustellen, Pétanque-Spieler. Alle diese Nutzer haben bis dato nicht die Möglichkeit gehabt im Aussenraum sich um Getränke oder kleinere Essmahlzeiten herum zu treffen.

Der Kiosk ist am Rande des Parks errichtet worden, damit er sowohl vom Park aus erschließbar, als auch von der Hauptverkehrsader des Plateau de Kirchberg, dem Boulevard J. F. Kennedy sichtbar ist. Die Kioskfunktion wurde durch den Aufbau der zugänglichen Terrasse oberhalb der Verkaufsfläche mit Hilfe eines traditionellen Programms um die Imbissfunktion erweitert. Die Terrasse bietet einen weiten Überblick über das gesamte Gelände, kann aber auch als Podest für öffentliche oder private Auftritte benutzt werden. Der Imbissladen im Erdgeschoss ist reine Verkaufs- und Lagerungsfläche. Platz nehmen die Gäste vor dem Kiosk auf der angelegten Terrasse. Der Laden ist eine prefabrizierte Konstruktion, die unter die Betonmasse gegleitet wurde. Die Gebäudehülle besteht aus rohem Sichtbeton. Bloß die Unterdecke der oberen Terrasse ist mit gewöhnlichen, gestrichenen Dachschalungsbrettern ausgekleidet.

Auf das gewöhnliche Beton wurde eine grafisch abstrakte Darstellung abgebildet um der strikten Geometrie zu widersprechen und die optische Komplexität zu bereichern. Das Gebäude will sich robust und aktiv zum Ausdruck bringen und eine gewisse Streetculture enthüllen. Der bloße Anstrich spricht für ein unkompliziertes, nicht leicht verletzbares Parkobjekt - verspielt und ruhig zugleich. Im Gegensatz zu den meist verschlossenen und bewachten Erdgeschossflächen auf dem Plateau, gibt der Kiosk ein Zeichen für Offenheit, soziale und kulturelle Mischung und für außenklimatische Bedingungen.

Wohnungsbau Parc Avenue Quartier Grünewald, Luxemburg
Architekt Hermann & Valentiny et Associés Text G.G. Kirchner Fotos G.G. Kirchner

Eine Wohnanlage im Quartier Grünewald der Luxemburg- Stadt. Ein typisches Stadterweiterungsgebiet, an dem ganz unterschiedliche Architekturbüros beteiligt sind. Und doch nicht vergleichbar mit den Stadtrandlagen einer Großstadt wie Wien. Auf dem Kirchberg geht es internationaler (Verwaltungsbauten, große Kulturbauten) zu, auch dem Wohnen wird ein anderer Stellenwert zuerkannt. Hier ist nicht sozialer Wohnbau das Thema, sondern Wohnraum für eine besser gestellte Klientel, also ziemlich hochwertiges Eigentum. Diesem Anspruch genügt auch der Block von HVP, ein sinnlicher Wohnbau mit den charakteristischen Eigenschaften eines städtischen Wohnens.

Erreicht wird diese selbst geforderte Sinnlichkeit, in dem die außenliegende offene Erschließungen der Geschosse und die großzügigen Loggien die klare Trennung zwischen Außen und Innen verwischen. Der in Form und Material einfach gehaltene Wohnblock ist 39 Meter lang und 18 Meter breit und besitzt fünf Geschosse ohne störende Dachaufbauten. Die bewegliche rostbraune Aluminium-Lamellenstruktur, die individuell genutzt werden –um zu beschatten ums sich abzuschotten, setzen einen ruhigen und vornehmen Akzent im Gemisch der Bebauung, großzügig dimensionierte Glasflächen bieten einen attraktiven Ausblick, auch aus der Tiefe der Wohnungen. Es gibt den – hypothetischen – Sonderfall, dass alle Schiebeläden geschlossen sind. Dann würde sich das Haus in eine monolithische, von der Außenwelt abgeschottete Skulptur verwandeln. Dieser Fall wird nie eintreten, das Haus lebt.

Gläserne Umarmung Europäischen Investitionsbank, Luxemburg
Architekt ingenhoven architects, Düsseldorf Fotos Hans Georg Esch, Hennef-Stadt Blankenburg

V-förmig arrangiert sich der Neubau der Europäischen Investitionsbank unter seiner gläsernen Hülle. Deren Form folgt der Landschaft des Luxemburger Kirchbergplateaus und umarmt den gesamten Gebäudekomplex von ingenhoven architects. Im Inneren verbinden Atrien und Wintergärten die Gebäudeteile, sie bilden ein Pendant zum bestehenden Gebäude von 1980, das sich mit Terrassen in die Landschaft streckt. Die Landschaftsterrassen unter Glas im 2008 fertig gestellten Neubau bieten Raum für öffentliche Nutzungen, Restaurants und Konferenzbereiche.

Über zehn Geschosse und fast 70.000 Quadratmeter erlauben die Strukturen eine flexible Büronutzung. An den Schnittstellen der V-Formen laden gemeinsam genutzte Bereiche zur Begegnung und Kommunikation ein. Die verglaste Hülle öffnet den Blick in Hallen, Atrien und Wintergärten, deren Wirkung als Klimapuffer zum durchdachten ökologischen Gebäudekonzept gehören. Die gläserne Koppelung zwischen Innen und Außen schafft eine natürliche Lüftung und verringert den Energiebedarf. Die CO2-Emissionen konnten um mehr als 25% reduziert werden.

Die mehrfach ausgezeichnete Architektur bietet neben ihrer Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ein außergewöhnliches Ambiente für die Nutzer. Der Wechsel aus konzentriertem Rückzug und kommunikativer Begegnung findet in direktem Bezug zur grünen Natur statt. In dieser Umgebung sind gleichwertige Arbeitsplätze ebenso möglich wie die Veränderbarkeit der Organisation.