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- adato 3|10 - Farbe bekennen
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- Cooper Fish, Luxemburg, L
XPACE architektur
COPPER FISH
Der Neubau erweitert das private Wohnhaus einer Bildhauerin in Luxemburg
um ein Atelier, einen Ruhe- und Wellnessbereich mit Sauna und eine Aussichtsterrasse.
Durch seine komplexe Geometrie und äusserste Kompaktheit reagiert der Anbau auf die engen Platzverhältnisse, das starke Geländegefälle und das bestehende Wohnhaus. Er gliedert sich in zwei Teile:
Im Gartengeschoss befindet sich das Atelier. Dieser halbversenkte Raum wird zum Hang hin durch eine geknickte Sichtbetonwand geschützt. Zum Garten hin ist das Atelier durch seine raumhoch öffenbare Glasfassade auch als Außenarbeitsraum nutzbar. Ein in Kupfer ausgeschlagener zweigeschossiger Luftraum verleiht dem relativ kleinen Atelierraum zusätzlich eine überraschende räumliche Großzügigkeit. Dieser hohe Dreiecksraum löst auch den Anschluss an das existierende Haus und bringt über das große polygonale „Nordauge“ zusätzlich gefiltertes Licht in das tiefer gelegene Atelier.
Dem Atelier ist das in Leichtbau ausgeführte und körperhaft erscheinende Obergeschoss mit Ruhe und Wellnessbereich aufgesetzt. Der schwebend wirkende Holzbau ist vollständig mit Kupferbändern umwickelt, so dass die Fassade die unterschiedlichen Funktionen bildlich zu einem einheitlichen Paket schnürt. Die Metallbänder verstärken durch ihren Verlauf (von der Fassade bis in den Innenraum) die Komplexität der räumlichen Anordnung und erzeugen durch ihr kupfernes Schimmern auch im Innern eine warme und intime Atmosphäre. Durch eine raumhaltige Schicht von Einbaumöbeln (Garderobe/WC/Sitzbank/Waschtisch/Ruheliege) werden Alt- und Neubau zusätzlich miteinander verklammert.
Aus der erhöhten Lage des Obergeschosses zwischen den Baumkronen genießt man den schönen Blick in den parkähnlichen Privatgarten.
Den oberen Abschluss des Hauses bildet das als Sonnendeck ausgebildete begehbare Dach, das eine freie Aussicht auf den Kirchberg und die umliegende Landschaft bietet.
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- Die Rückkehr der Farbe
Ingeborg Flagge
Die Architektur trägt seit neuerem wieder Farbe. Die
„Verzichtsarchitektur der neuen Sachlichkeit“ (Walfried Pohl),
die in Weiß und Grau daherkam, mit flächigen Fassaden und in
neutralem Gewande, scheint überholt. Eine zunehmende Zahl
von Architekten hat ihre Farbangst abgelegt und bringt Mut
und Verständnis für Farbe auf und verlässt die ungeschmückten
Sachformen des modernen Bauens zugunsten eines neuen
gestalterischen Reichtums in Material und Farbe. Bruno Taut
mit seinen stark farbigen Häusern wäre heute nicht mehr, wie
Tom Wolfe in seinem Buch „From Bauhaus to our House“
schrieb, Anlaß von Spott und Häme: „ But a red shade? A
color? Well, I mean, my God... how very bourgeois...Oh, how
they sniggered at poor Bruno over his beloved red front“.
Dieses Zitat macht gleichzeitig deutlich, dass die weisse
rationale Architektur der 2oiger und des Bauhauses eine
Vorliebe großstädtischer Intellektueller und der Avantgarde
war, die sie als Ausdruck ihres fortschrittlichen Lebensgefühles
empfanden. Für die Masse der Menschen dagegen blieb die
kühle weiße Architektur vor allem eine Marotte der Baumeister,
die nie geliebt, sondern höchstens ertragen wurde. Es muß ja
nicht die kindliche Buntheit der Bauten eines Friedensreich
Hundertwassers sein, aber unzweifelhaft ist, dass Farbe in
der Architektur einen Zuwachs an Emotionalität mit sich
bringt und so dazu beiträgt, ob und wie ein Gebäude von
den Bewohnern akzeptiert wird. Farbe als Gestaltungsmittel
findet jedenfalls zunehmend mehr Zustimmung.
Die Farbpsychologen wissen, dass Weiß nach heftigem
Farbrausch geradezu als Wohltat und Erholung erlebt wird.
Auf Dauer aber unterfordert Weiß das Sehvermögen und
bewirkt Nervosität. Der Mensch hat sich schließlich aus farbigen
Landschaften heraus entwickelt. Der Biologe Bernd Lötsch,
Direktor des Naturwissenschaftlichen Museums in Wien, erklärt
dies so: „Der Mensch ist konstant an ein reich strukturiertes
Gelände mit vielfacher Pflanzenwelt angepasst. Wo er kann,
holt der Mensch Pflanzenformen in seinen Lebensraum,
entweder als lebendiges Gewächs in der Wohnhöhle ... bis
zum Jugendstildekor. Erst der Funktionalismus verbannte die
Pflanzenornamente aus der Architektur und schuf damit bald
unbewusste ... Mangelerlebnisse für das uralte Naturwesen
Mensch“. So erklärt sich die Palme im Wohnzimmer, aber
auch die Vorliebe des Menschen für Farbe.
Da Farbe seit Urzeiten das Leben des Menschen bestimmt
und darüber inzwischen viel geforscht wird, wird Farbe auch
therapeutisch eingesetzt. Der Urmensch in seiner gefährlichen
Alltagswelt sah aus guten Gründen vorwiegend Rot, weswegen
rote Farbtöne bis heute wachrütteln. Der Zahnarzt, der seine
Praxis in Türkistönen hat ausmalen lassen, weiß, dass dieser
Ton entkrampfend wirkt. Eine violette Unterlage mindert die
Wucht von epileptischen Anfällen.
Da der Mensch von Farben stark und nachhaltig beeinflusst
wird, ja, unser Hirn geradezu Farbe braucht, um sich in einer
Umgebung zurecht zu finden, geht es auch in der Architektur
um eine ausgewogene Mischung aus neutraler und bunter
Farbigkeit. Ein Zuviel wird schnell zum Farbterror, der Stress
auslöst. Man stelle sich die Welt als eine Ansammlung von
buntesten Hundertwasserhäusern vor, ein Alptraum, der
auch diejenigen überfordern würde, die ansonsten sein Dekor
lieben.
Farben werden in den verschiedenen Teilen der Welt
unterschiedlich erlebt und gelesen. Jedes Land hat eine andere
Farbtradition. Das Weisse Haus in Washington sollte das
neoklassische amerikanische Gegenstück zur europäischen
Baukunst werden, und insofern hatte es weiß zu sein. Die
Gründerväter Amerikas, die fast alle Freimaurer waren, suchten
das Weiß, weil sie damit an die von ihnen bewunderten weissen
griechischen Tempel anknüpfen wollten. Sie ahnten damals
noch nicht, dass diese alles andere als
weiß, sondern stark farbig gewesen sind.
Dennoch scheint mir in dem alten Streit, ob denn auch Weiß
eine Farbe sei, vieles dafür zu sprechen. Schließlich war es
Isaac Newton, der heraus fand, dass sich weisses Licht aus
Wellenlängen des gesamten Farbspektrums zusammensetzt.
Und betrachtet man Richard Meier, den vielleicht radikalsten
zeitgenössischen Architekten in seiner Vorliebe für Weiß, dann
erlebt man seine Architektur als vielfarbig weiß.
Weiß ist sein Markenzeichen, Weiß gibt seinen Bauten ihre
abstrakte Plastizität und intellektuelle Überzeugungskraft. Er
behauptet: „Weiß ist für mich die schönste Farbe, weil man darin
alle Farben des Regenbogens erkennt. Die Weißheit von Weiß
ist ja niemals nur weiß...weiß wird durch das Licht permanent
verändert... Vor einer weissen Oberfläche lässt sich das Spiel
von Licht und Schatten...am besten verstehen.“ Betrachtet man
Meiers Bauten, die raffiniert-einfach erscheinen und dennoch
komplex und vielschichtig sind, dann erkennt man, dass die
ingeniöse Durchdringung seiner Räume, die Verknüpfung
von Kuben, geschlossenen Wandscheiben und Rahmen eine
virtuoses Spiel ist, das Weiß in allen Schattierungen bricht,
verdichtet und sich in vielfältigen Schattierungen von Grau
erleben lässt. Man kann deshalb wohl von einer veritablen
Farbigkeit der Architektur Meiers sprechen, voller Tiefe, voller
Plastizität, zwar abstrakt, aber von raffiniertem Licht- und
Schattenzauber, farbig, aber ohne Farbe.
Völlig anders bei Luis Barragan, dem berühmtesten aller
mexikanischen Architekten. Er war ein Meister ebenso
dramatischer wie einfacher Architektur von fast mystischer
Eindringlichkeit. In seinen abstrakten Räumen treffen sich
Stimmungen, wie von de Chirico oder Magritte gemalt. Seine
Häuser sind ein Nichts aus Masse und Leere und aus starken
Farben.
Mexiko ist ein ebenso wildes wie faszinierendes Land. Seine
Literatur, Musik, Kunst und seine Bauten spiegeln starke Emotionen
wider, unergründliche Traurigkeit und überschwengliches
Glück. Krieg und Frieden wohnen hier so eng beieinander wie
Sonne und Schatten. Gegensätze treffen jäh aufeinander. Und
Barragans Architektur folgt eben diesen Gesetzen. Dunkelschwarze
Materialien kontrastieren zu hellen Wänden, raue Flächen gesellen
sich zu polierten, gewachsener Fels steht neben geschliffenem
Stein. Unter der harten Sonne Mexilos behaupten sich nur grelle
Farben. Aber sie ermüden rasch und dörren aus. Barragans Farben,
die alle scheinbar unversöhnlich gegen- und nebeneinander
stehen, sind vor allem Rosa, Zitrone, Koralle und Ocker in den
verschiedensten Stadien des Verbleichens. In seinen letzten
Jahren erlaubte sich der Architekt auch ein kühles Blau. Orange
ist eine seiner Hauptfarben. Sie wirkt nie zart oder zerbrechlich
wie Beige, Mint oder Lindgrün. Sie leuchtet zwar nicht so
knallklar wie Zinnoberrot. Aber sie will sich auf der Farbpalette
nach vorne drängen. Orange, eine Mischung aus Gelb und Rot,
ist ein vibrierender Farbton und wirkt am stärksten großflächig,
was den Bauten Barragans entgegenkommt.
Richard Meiers weisse Architektur ist klar und abstrakt. Wenn
die Sonne nicht scheint und ihre Schatten malt, verliert sie ein
wenig von ihrer weissen Farbigkeit. Doch selbst an dunklen
Tagen leuchtet sie aus sich selbst heraus.
Barragans starkfarbige Architektur ist magisch und geheimnisvoll.
Sie rührt an innere Schichten des Menschen, die Meier nicht
erreicht. Doch beider Architektur ist großartig, und darum geht
es schließlich.
Architekten müssen den Umgang mit Farbe erst wieder lernen.
Denn in den letzten hundert Jahren wurde die Farbigkeit
von Architektur an Hochschulen nicht gelehrt. Dabei ist die
Tradition und Baugeschichte von China bis Europa, von Ägypten
über die Antike, die Renaissance und den Barock bis zum
Jugendstil eine Geschichte der Farbigkeit, von Farbharmonien
und Farbklängen.
Allerdings geht es in Zukunft nicht darum, einfach Farbe über
bisher weisse oder graue Architektur auszugiessen. Es gilt,
Farbe wieder als integralen Bestandteil des Formprozesses zu
verstehen. Denn Farbe hat einen Formwert.
Erst durch die Farbe bzw. durch das Licht lassen sich Maße
und Volumen erkennen und definieren. Licht entscheidet über
Qualität und Intensität einer Farbe wie Licht letztendlich über
Architektur entscheidet, indem sie diese erst sichtbar macht. Ein
spannendes Fortbildungsprogramm für Architekten!
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- Forschungs- und Technologiezentrum für Sportwissenschaften, München
Hild und K Architekten
Baukörper
Das Bauwerk ist als dreigeschossige Stahlbetonkonstruktion aus
Ortbeton mit einer Unterkellerung in Teilbereichen konzipiert.
Um auf Nutzungsänderungen flexibel zu reagieren erfolgt der
Ausbau in Trockenbauweise. Das Gebäude ist in drei Bauteile
gegliedert: in einen östlichen und einen westlichen Kopfbau
und einen Mitteltrakt für die Labor- und Büronutzungen.
Die heterogene Nutzung des Gebäudes durch die stark
unterschiedlichen Aufgabengebiete der Lehrstühle hat zur
Planung des Gebäudes mit unterschiedlich hohen Geschossen
geführt. Sie reagiert damit auf die nutzungsspezifischen
Notwendigkeiten der Einzelräume, nach denen diese
geschossweise zusammengefasst sind.
Östlicher Kopfbau
Der Hauptzugang des Gebäudes liegt auf der Südseite des
nicht unterkellerten östlichen Kopfbaus. Über das nordöstliche
Treppenhaus sind die in den Ebenen 2 und 3 gelegenen
öffentlichen Bereiche wie die Seminarräume mit ihren
zugehörigen Nebenräumen zu erreichen.
Mitteltrakt
Zwischen den beiden Kopfbauten liegt ein circa 50 Meter
langer Mitteltrakt, der die Labor- und Büroräume der einzelnen
Lehrstühle aufnimmt. Dieser Bereich besteht aus unterzugslosen
Flachdecken, die auf den tragenden Außenwänden und einer
Stahlbetonstützenreihe aufliegen. Durch diese Konstruktion
entstehen größere stützenfreie Bereiche, die für Umnutzungen
flexibel gestaltet werden können.
Westlicher Kopfbau
Die feststehenden Sanitäreinheiten und das zur
Fluchtwegsicherung notwendige zweite Treppenhaus befindet
sich im kleineren westlichen Kopfbau, der auch den Lastenund
Personenaufzug aufnimmt, über den die Labor- und
Büroräume auch für Behinderte schwellenlos erreichbar sind. Die
Anlieferung der Laborräume, insbesondere die Belieferung der
physikalischen Labore des Lehrstuhls für Sportgeräte- technik
und -materialien erfolgt über die Gebäudewestseite.
Fassade
Die Gliederung der Fensterteilung nimmt Bezug auf ein
Rastersystem in 1.20-Meter-Abständen und erlaubt auch bei
zukünftigen Umbauten eine wirtschaftliche Grundrissorganisation
der Raumteilungen. Die unter Fensterbänken geführten
Brüstungskanäle entlang der Gebäudelängsseite erlauben
flexible Elektroinstallationen.
Konstruktion
Die Fassade des Stahlbeton-Gebäudes ist als Raster-Lochfassade
konzipiert und erhält allseitig ein Fassadendämmputzsystem
mit eingesetzten isolier-verglasten Metallfenstern, um aus
Kostengründen auf eine aufwändige Fassadenkonstruktion zu
verzichten. Statt dessen ist beabsichtigt, die Putzoberflächen
des Fassadendämmsystems in Anlehnung an den Bestand
der ZHS zu gestalten und die rasterartige Lochfassade mit
einer kleinflächigen Gliederung des Außenanstrichs zu
überlagern.
Innenraum
Der Innenausbau erfolgt im Trockenbausystem welches im
flexibel einteilbaren Mitteltrakt des Gebäudes auf einfache Art
Nutzungsänderungen zulässt. Massivwände sind nur im Bereich
der Erschließung und der zentralen Installationsführungen
vorgesehen, um den erforderlichen Brandschutz wirtschaftlich
mit geringerem Aufwand zu gewährleisten. Tragende
Wandbauteile sind als Sichtbetonflächen konzipiert. Als
solche bieten sie einen Ausgleich an Speichermasse gegenüber
den Trockenbauwänden des Innenausbaues. Mittel für die
Ausstattung wurden nur für die notwendigen Festeinbauten
vorgesehen. Die Ausstattung der Räume erfolgt im Wesentlichen
durch den Nutzer.
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- Museum Brandhorst, München, D
Sauerbruch Hutton, Generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin
Städtebauliches Konzept
Das Museum Brandhorst befindet sich an der Türkenstraße in
der Münchner Maxvorstadt. Dieser Stadtteil wurde unter den
bayerischen Königen Maximilian I. und Ludwig I. zu Beginn des
19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet, im zweiten
Weltkrieg schwer zerstört und danach wieder aufgebaut. Das
Grundstück (Baufenster: 100m x 34m) bildet die nordöstliche
Ecke des sogenannten Museumsareals, das die Alte und die
Neue Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, die Graphische
Sammlung und nun das Museum Brandhorst umfasst.
Der neue Museumsbau nimmt das Bebauungskonzept der
Pinakothek der Moderne auf, in deren zweiter Bauabschnitt
ein 17m hoher Riegel, entsprechend dem historischen orbild
Türkenkaserne den Blockrand entlang der Gabelsberger
und der Türkenstraße schließen wird. Das Museum setzt
diese Blockrandbebauung entlang der Türkenstraße bis zur
Theresienstraße fort. Ein erhöhtes Gebäudevolumen betont die
Eckbebauung. Da die Bauflucht gegenüber dem historischen
Vorbild um etwa 8m (eine Baumreihe) von der Straße versetzt
ist, knickt dieser Kopfbau in die Straßenkreuzung hinein, um
hier den Raum stärker zu fassen. Seine Höhe entspricht der
des gegenüberliegendenWohnhauses von Sep Ruf, einer Ikone
der Nachkriegsarchitektur.
In Symmetrie zum Südeingang der Pinakothek der Moderne an
der Ecke Türken-/Gabelsberger Straße liegt der Eingang zum
Museum Brandhorst an der Kreuzung Türken- /Theresienstraße
und öffnet bzw. verbindet damit das Museumsquartier mit
dem angrenzenden Stadtteil Schwabing.
Gebäude
Das oberirdisch sichtbare Gebäudevolumen des Museums
besteht aus dem Langbau (l=98m, b=18m, h=17m) und dem
Kopfbau (l=34m, b=17m, h=23m). Die beiden Baukörper sind
durch ein durchgehendes Fensterband verbunden, das das
Haus optisch in zwei Geschosse unterteilt. Im Kopfbau an
der Theresienstraße mündet dieses Band in der großzügigen
Verglasung des Haupteingangs. Ein kleineres „Schaufenster“
öffnet dort den Cafebereich im Foyer nach Norden und
Westen, weitere vereinzelte Fenster bieten pointierte Einund
Ausblicke.
Im westlichen Bereich ist durch die Gestaltung der Bodenoberfl
ächen auch das Ausmaß des unterirdischen Bauvolumens
ablesbar (b=27m, l=97m, t=15m). In dem Gebäude befinden
sich drei Ausstellungsebenen mit Geschosshöhen von
durchschnittlich 9m. Im Süden sind Verwaltung und Depots
auf acht übereinander gestapelten Etagen mit Geschoßhöhenvon
je 3,90m untergebracht.
Neben Ausstellungsflächen, Foyer, Café, Buchladen,
Seminarräumen und Nebenräumen enthält das Gebäude
Räume für Verwaltung und Wachpersonal, sowie eine
Laderampe für Kunsttransporte, Ausstellungswerkstätten,
Restaurierungsateliers und Depots. In einem unterirdischen
durchgehenden Technikbereich (l=98m, b=8m, h=8m) an
der Ostseite ist ein Großteil der komplexen Klimatechnik
untergebracht.
Galerien
Die Ausstellungsflächen des Museums sind auf drei Ebenen
verteilt. Die Galerien auf den jeweiligen Etagen unterscheiden
sich in Größe, Anordnung und Proportion, sowie in ihren
spezifi schen Tages- bzw. Kunstlichtsituationen. Im obersten
Geschoss – mit direkten Oberlichtern im Dach – befinden sich
Säle mit bis zu 450m² Größe und Hängehöhen bis zu 9m. Sie
sind durchgängig mit transluzenten Textildecken versehen,
die das Tageslicht gleichmäßig verteilen, und dennoch das
Spiel des sich verändernden Tageslichts (Wolken, Sonne) subtil
abbilden. Einer der Räume, über dem Foyer, wurde speziell für
Cy Twomblys berühmten Lepanto-Zyklus entworfen. Die 12
großformatigen Bilder werden hier in einer panoramaartigen
Hängung an einer polygonalen Wand präsentiert.
Im Erdgeschoss befi nden sich intimere Räume mit Größen
von 55m² bis 100m² und Hängehöhen von 5,50m; Sie sind
miteinander in versetzter Enfi lade verbunden, sodaß sich
überraschende Durchblicke auf immer neue Kunstwerke
ergeben. Die Räume werden über ein System von Refl ektoren
illuminiert, die Tageslicht durch ein Seiten-Oberlicht in die
Räume bringen. Ihre Decken bestehen aus textilbespannten
Lamellen,die das Tageslicht dämpfen und streuen, gleichzeitig
aber die räumliche Situation über der Decke erkennen lassen.
Eine etwa 7m hohe Quergalerie wird hingegen durch ein großes
Fenster von der Seite belichtet: es bietet ideale Bedingungen
für Skulpturen und dreidimensionale Objekte und stellt einen
direkten Blickkontakt in die Straße her.
Im Souterrain wird der zentrale 460m² große und 7m hohe
Patio direkt mit Tageslicht von oben belichtet; die seitlich daran
anschließenden sechs Kabinette für Fotografi e und Arbeiten auf
Papier (je 65 m²) sind ausschließlich mit künstlicher Beleuchtung
ausgestattet, die den konservatorischen Anforderungen
entsprechend stark reduziert ist. Die Medien- Suite (ca. 240m²)
für Video- und elektronische Kunst ist ganz als Black Box
konzipiert. Im Patio bleiben die Konstruktionselemente des
Daches und der Lichtsteuerung an der Decke sichtbar, und
erzeugen dort eine eher technische, „loftartige” Atmosphäre.
Ebenso dient die Decke im Medienbereich als „technische
Bühne”.
Alle Galerien (mit Ausnahme der Mediensuite) verfügen über
weiße Wände und einen massiven Dielenboden aus dänischer
Eiche. Sie bilden einen unaufdringlichen Hintergrund für
die – vorwiegend an Wänden hängenden – Kunstwerke.
Ihr Licht, ihre Farbigkeit und ihre Materialität bieten eine
selbstverständliche, leichte Atmosphäre. Ihre Architektur soll
der Kunst ihren Raum geben. Dabei wird gleichzeitig eine
solche Vielzahl räumlicher Variation angeboten, daß man bei
dem Museum Brandhorst – analog zur Kunstsammlung – auch
von einer „Sammlung von Räumen“ sprechen könnte.
Die drei Ausstellungsetagen werden durch eine grandiose,
mit Eichenholz verkleidete Treppe verbunden, die den
Besucher zum Erkunden der unterschiedlichen Ebenen einlädt;
selbstverständlich steht auch eine Aufzugsanlage mit zwei
Liften zur Verfügung, die den barrierefreien Zugang zum
gesamten Museum gewährleisten.
Beleuchtung
Das Konzept für dieses Museum zielt darauf ab, nicht nur
– wie üblich – die oberste Etage, sondern auch die unteren
Geschosse natürlich zu belichten. Im Souterrain wird dies
durch eine Verschiebung des Grundrisses ermöglicht, die eine
direkte Belichtung von oben ermöglicht. Im Erdgeschoss lenkt
ein System von Refl ektoren Licht aus dem Zenit über ein
asymmetrisch angeordnetes Fensterband in die Galerie und
leuchtet diese gleichmäßig aus.
In allen Ausstellungsräumen wird das helle Tageslicht (im
Sommer bis zu 100.000 Lux) durch Lichtlamellen gefi ltert, und
auf Galeriestärke (ca. 300 Lux) abgeblendet. Tageslichtdecken
aus transluzentem Textil sorgen für eine gleichmäßigen
Verteilung des Lichtes, und mildern starke Lichtschwankungen.
Zusätzlich sind über den Tageslichtdecken Kunstlichtquellen
angebracht, die bei Bedarf zugemischt werden bzw. das
Tageslicht ersetzen können. Laut Berechnungen wird reines
Tageslicht (je nach Etage) zu 50%- 75% der normalen
Öffnungszeiten des Museums genutzt werden können. Dies
schafft nicht nur eine hervorragende Lichtqualität für die
Kunst – es ermöglicht gleichzeitig erhebliche Einsparungen
im Betrieb des Museums.
Energie
Hohe Anforderungen an die Stabilität von Temperatur, relativer
Luftfeuchte und Luftqualität in Ausstellungsräumen und Depots
mit internationalem Standard verlangen einen sehr hohen Grad
technischer Installation und verursachen enorme Betriebskosten.
Um diesen Aufwand so gering wie möglich zu halten, wurde
von und in Zusammenarbeit mit dem Haustechnikbüro eine
völlig neue Strategie entwickelt, mit der sich gegenüber einem
vergleichbaren Gebäude herkömmlicher Technik im Betrieb
50% der thermischen Energie und 26% der elektrischen Energie
einsparen lassen. Als Folge davon wird der entsprechende
CO2- Ausstoß um 356 Tonnen/a reduziert. In absoluten Kosten
ausgedrückt bedeutet dies jährliche Einsparungen im Betrieb
von ca. 70.000€.
Die Heizung des Hauses wird mit einer Grundwasserwärmepumpe
betrieben. Die hohen Grundwassertemperaturen im
Münchener Innenstadtbereich begünstigen dies. So wird
eine vorhandene, kostenfreie Energiequelle genutzt, und
nebenbei der Wärmehaushalt des Grundwassers an dieser
Stelle korrigiert.
Zudem wird das Museum nicht nur über die Raumluft, sondern
auch über eine Bauteilaktivierung temperiert. Mit einem
System aus wasserführenden Rohren die ca. 10cm unter den
Oberfl ächen liegen, werden alle Fußböden und die meisten
Wände des Museums aktiviert. Dieses System strahlt Wärme
bzw. Kälte direkt in Wand oder Boden und von dort in den
Raum ab, und schafft damit stabile Klimabedingungen für die
ausgestellten Werke. Somit kann die umgewälzte Luftmenge
im Vergleich zu einer herkömmlichen Klimatisierung durch
ausschließlich raumluftechnische Anlagen, annähernd halbiert
werden. Dazu ist auch die Temperaturstabilität in den Räumen
insbesondere bei einem temporären Ausfall der Technik
wesentlich höher.
Fassade
Während im Innern des Museums das Hauptaugenmerk
darauf liegt, ideale Ausstellungsbedingungen herzustellen,
soll sein Äußeres auf seine Rolle als Behälter lebendiger
Kunst aufmerksam machen: Die polychrome Fassade wirkt
wie ein großes abstraktes Gemälde. Die Außenhaut ist
mehrschichtig aufgebaut. Vor der Unterkonstruktion und
der Wärmedämmung befi ndet sich eine horizontal gefaltete
zweifarbige Blechhaut,
deren Feinperforation den Lärm des Autoverkehrs an der
Türken- und Theresienstraße absorbiert. Vor dieser horizontal
betonten Fassadenfl äche wurden 36.000 einzelne Keramikstäbe
(4cm x 4cm x 110cm) vertikal angebracht, die in insgesamt
23 verschiedenen Farben glasiert sind. Sie wurden so in drei
Familien unterschiedlicher Farbigkeit und Tonalität (hellmittel-
dunkel) auf drei Felder aufgeteilt, daß der optische
Eindruck entsteht, das Haus bestehe aus drei ineinander
verzahnten Einzelvolumen.
In der Fläche erzeugen die Überlagerung der horizontalen und
vertikalen Linien und der Kontrast und das Verschmelzen der
Farben eine Gesamtwirkung, die die geschlossenen Aussenwände
des Hauses in Schwingung versetzt, fast entmaterialisiert, denn
die Oberfl äche des Hauses verändert sich mit der Bewegung
des Betrachters. Zwischen der Schrägsicht, in der sich die
vertikalen Keramikstäbe zu einer massiven Fläche zusammen
ziehen, und der Frontalsicht, bei der sich die mineralische
Haut öffnet und der horizontal betonte Hintergrund sichtbar
und dominant wird, ergeben sich zahllose Variationen in
Materialität und Struktur. Die Farbgruppen vereinen sich aus
der Ferne gesehen zu einem neutralen Farbton mit jeweils
anderer Helligkeit und eigenem Farbeinschlag. Aus der Nähe
betrachtet löst sich jedes dieser Felder wiederum in seine
unterschiedlichen Einzelfarben auf.
Daten
Bruttogeschoßfläche: ca. 12.000m²
Ausstellungsfläche: ca. 3.200m²
Bruttorauminhalt: ca. 68.000m²
Gesamtbaukosten brutto (inkl.
aller Baunebenkosten): 48.150.000€
Wettbewerb: Dezember 2002
Grundsteinlegung: Oktober 2005
Richtfest: Oktober 2006
Übergabe: Oktober 2008
Eröffnung: Mai 2009
Bauherr: Freistaat Bayern, Bayerisches
Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Projektleitung: Staatliches Bauamt München 1
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- Oslo International School, Oslo, N
Architect: Jarmund/Vigsnæs AS Architects MNAL
The Oslo International School is a private school with about
500 children from more than 50 different nations, divided
into kindergarten, reception, primary and secondary school.
The school is based on a traditional use of classrooms combined
with special facilities for advanced studies.
The primary goal of the building project is to upgrade existing
areas, replace temporary structures and establish new educational
areas for specific needs. The project is divided into 3 phases
to make possible continuous use of the school during the
construction period.
The existing structure from the 1960-ies was worn down, but
had obvious architectonic qualities. The organization on one
level gives easy orientation, good natural lighting and a close
contact to the outdoors.
The modular structure is flexible to programmatic changes.
The new structure gently transforms the easy organization
within a limited budget, and tries to keep the inherent qualities.
The new mechanical systems are placed on the roof.
Phase 1
Phase 1 is established as pavilions within existing atrium.
They include science laboratories, library and a main “square”.
The main entrance, as a result of the addition, is moved to
the west side of the building.
The architecture is developed as a new vocabulary of soft and
organic forms, softening dense spatial relationships between
new and old areas. At the same time these new areas contain
special programs framed by the rectilinear structure of the
old. Daylight fills the rooms from narrow slits from floor to
ceiling combined with circular roof lights.
Phase 2
Phase 2 is a separate pavilion for the smallest children. It houses
10 classrooms in addition to offices. The common areas get
daylight fro the atrium. Sizes of rooms are flexible, and can
be changed according to number of children on each level.
Phase 3
Phase 3, under planning, will house new areas for drama,
music and physical education. Parts of the areas will be
open at night.
Materials:
Organically shaped walls are clad with specially milled wooden
paneling in convex and concave shape, treated with clear tar.
Inside, the wooden walls are whitewashed. Phase 2 has a façade
covered with fiber cement boards in 10 different colors. Outside
materials are also used on the inside of outside walls.
With reference to the qualities of the old structure, the new
buildings are organized around three new atria suited for
play and recreation for the different groups of children.
The existing atrium is established as the quiet garden with
white gravel, benches and greenery suited for quiet play and
conversations. Two large existing oaks are preserved. The
atrium in phase two has a rubber floor suited for play for the
smallest children. The open school yard towards the west is
planned for ball play.
Data
Project name: Oslo International School
Address: Gamle Ringeriksvei 53, 1357
Bekkestua
Schedule for completion: 2006 - 2009
Client: Oslo International School
Architect: Jarmund/Vigsnæs AS Architects MNAL
Einar Jarmund, Håkon Vigsnæs,
Alessandra Kosberg
Assisted by: Siv Hofsøy (project leader), Anders Granli, Halvor
Kloster, Katrine Skavlan, Nikolaj Zamecznik, Kazuhiko Yamada,
Trine Johanne Jamtli.
Landscape architect: Grindaker AS
Consultants: AS Frederiksen (structure)
Ingénia AS / Ing. Per Rasmussen
AS / Heiberg & Tveter AS (Mechanical)
NEAS Brannconsult AS (Fire)
Norconsult AS (Acoustics).
Contractor: Oslo Byggentreprenør AS
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- Druckerhöhungsanlage Vogelweh-Kleeblatt, Kaiserslautern, D
Molter-Lindemann Architekten
Warum sieht ein Gebäude aus wie ein kubisches Zebra?
Im Frühjahr 2008 fingen die Technischen Werken Kaiserslautern
an mit der Neuordnung der Verteilernetzes um die USLiegenschaften
in Vogelweh an der Trinkwasserversorgung der
Stadt Kaiserslautern anzubinden. Einer von zwei Knotenpunkte
sollte genau am Stadteingang West, am Vogelweh Kleeblatt,
sein. Der Raumbedarf wurde von technischen Vorgaben
bestimmt. Dies führte zu einem beachtlichen Volumen, fast
zu groß für den beschränkten Raum auf dem Kleeblatt. Die
Stadt Kaiserslautern und die TWK waren sich bewusst, dass
dieses Projekt an dieser exponierten Stelle, dem Kaiserslauterer
Kleeblatt mit der Siedlung Vogelweh, große Aufmerksamkeit
zu Teil wird. Es war also ein großes Anliegen, das Gebäude
kleiner als das tatsächlich notwendige Volumen erscheinen zu
lassen. Weiterhin sollte es, wenn schon so exponiert, seiner
Lage gestalterisch gerecht werden. Auch sollten die Kosten
zur Umsetzung in einem angemessenen Rahmen bewegen.
Diese teilweise gegensätzlichen Anforderungen bestimmen
das Architekturprogramm.
Der erste Ansatz für das Projekt entwickelte sich aus der Lage
des Gebäudes selbst: am Vogelweh-Kleeblatt, einem vierarmigen
Kreuz ohne links-Abbiegmöglichkeit. Das Gebäude selbst
würde hauptsächlich vom Auto aus gesehen werden, aus der
Bewegung heraus. Die Lage des Gebäudes bot aber noch mehr
als das, was man auf den ersten Blick erwartet. Benachbart
zum Projekt befinden sich die amerikanischen Liegenschaften
„Vogelweh“ und auf der anderen Seite des Kleeblattes die
„Opel“-Werke seit 1966. Beide bieten den Bürgern der Stadt
Kaiserslautern eine große Zahl Arbeitsplätze, so prägen also
zwei für die Stadt Kaiserslautern ernorm wichtige Einflüsse
den Standort.
Der zentrale Gedanke war es eine Stadtskulptur zu entwerfen, um
dem Stadteingang von Kaiserslautern eine Art Auftaktgebäude
zu geben. Als Skulptur besitzt das Gebäude die Fähigkeit
seine Größe und auch die Form von einem Gebäude kleiner
erscheinen zu lassen, gibt es gute Gründe, sich mit der Tarnung
vertraut zu machen.
1909 veröffentlichte der prominente amerikanische Künstler
und Naturalist Abbott Handerson Thayer, zusammen mit
seinem Sohn , ein Buch „Concealing Coloration in the Animal
Kingdom“. Es war die erste wissenschaftliche Beschreibung
von Tarnung in der Natur und war gleich ein Bestseller.
Seitdem teilen Militär, aus selbstverständlichen Gründen, und
die Künstler ein leidenschaftliches Interesse für Tarnung, und
lernen seitdem von der Natur und von einander. Anfangend
mit den frühen Futuristen über die Rationalisten bis in unsere
gegenwärtige Zeit haben Architekten und Künstler Tarnung und
die dazu angewandten Muster immer wieder verwendet. Ein
spezielle Art von Bewegungstarnung bekam immer besondere
Aufmerksamkeit. Dies geht zurück auf den 1. Weltkrieg, eine
Zeit von der Erfindung des Radars. Die extremsten Formen
dieser Camouflage-Art wurden auf offener See angewandt,
wo es unmöglich ist, sich zu verstecken (für Schiffe, natürlich
nicht für U-Boote). Man beabsichtigte mit dieser Technik
die Lage von Schiffen nicht einschätzbar zu machen. Die
Bewegungstarnung sollte die Silhouette und Form der Schiffe
durch hohe Kontraste der Fraben und Muster auflösen, damit
den Vektoren, die Geschwindigkeit und die Richtung der
Schiffe unsichtbar wurden und man nicht mehr zielen konnte.
Kurz gesagt, diese Tarnung war für sich bewegende Objekte
entwickelt und ist heutzutage als Dazzle-Paint bekannt.
Sogar die Autoindustrie hat sich diese Technik angeeignet.
Sie wird eingesetzt, wenn Strassentauglichkeit von neuen
Automodellen getestet wird. Tatsächlich fertigt Opel seine
Testwagen in Kaiserslautern. Um das neuste Design eines
Modells vor Designraub zu bewahren, werden die Testwagen sehr
sorgfältig getarnt. Um dieses Phänomen wurde in Deutschland
eine ganze Kultur von Automagazine entwickelt. Jedes dieser
Magazine versucht immer der erste zu sein, das die aktuellsten
Fotos der neuen Modelle zeigt. Die getarnten Prototypen nennt
man Erlkönig. Dieser seltsame Name hat einen interessanten
Hintergrund. Ursprünglich war der Erlkönig eine mythische Figur
einer nordischen Fabel, über welche Goethe ein unheimliches
Gedicht komponierte. Dieses Gedicht erzählt uns, dass der
Erlkönig Neugeborene und Kinder stiehlt. Heutzutage hat das
Wort Erlkönig im übertragenen Sinne die Bedeutung bekommen
etwas Kostbares zu sein, was vor stehlenden Augen und Dieben
geschützt, und aus diesem Grund auch versteckt werden muss.
Erlkönige täuschen durch Streifen mit hohen Kontrasten und
durch Muster erzeugte Formen vom eigentlichen Design ab.
Auf einem statischen Objekt, was primär von bewegenden
Betrachtern gesehen wird, schein angemessen, solch ein
Muster anzuwenden. Damit provoziert diese Gebäude ein
hohes Maß an Aufmerksamkeit, was im öffentlichen Raum
eine zusätzliche Form von Sicherheit bedeutet.
Der Erlkönig
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -
„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -
Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -
„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -
Dem Vater grausets, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.
Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)
Über die letzten Jahrzehnte haben ambitionierte Städte auf
der ganzen Welt Architektur und Kunst immer wieder als
Instrumente des Marketings und Brandings eingesetzt, manchmal
mehr manchmal weniger erfolgreich. Die Schaffung von Identität
und Bedeutung durch Architektur ist durchaus schwierig und
gelingt selten. Wenn ein Projekt nicht Teil der lokalen Kultur,
d.h. ein Teil des Alltags wird, dann führt auch das intensivste
marketing und Branding nicht zum Erfolg. Mann könnte jetzt
denken es sei wohl die beste Strategie, nicht laut zu verkünden,
dass etwas Kunst oder Architektur sei. Der französische
Künstler Jean Dubuffet sagte einmal (frei übersetzt):“ Kunst
schläft nicht in dem für sie gemachte Betten. Sie würde lieber
verschwinden als vorgeführt zu werden: was sie vorzieht, ist
inkognito zu sein, ihre besten Augenblicke ergeben sich dann,
wenn sie sich als Kunst nicht mehr erkennt.“ Pikanterweise
schuf gerade dieser Künstler ziemlich faszinierende, spielerisch
schwarz weiße Figuren, manchmal in der Größe dieses Gebäudes,
manchmal sogar größer, aber immer visuell sehr präsent. Wie
immer im Leben, etwas Neues zu schaffen, zu agieren, ist
besser als nichts zu tun. Dazu brauch man nicht unbedingt
teure bautechniken oder exklusive Materialien: mit einem
herkömmlichen Industrieprodukt, guten Handwerkern und
ein bisschen Kreativität ist es auch möglich ein Gebäude zu
entwerfen, dass hoffentlich Spaß, Vitalität, aber vielleicht auch
etwas von seinem Kontext und Standort kommuniziert.
„L‘art ne vient pas se coucher dans les lits qu‘on a faits pour lui; il
se sauve aussitôt qu‘on pronnonce son nom.
Ce qu‘il aime, c‘est l‘icognito, ses meilleurs moments son quand il
oublie comment il s‘appelle.“
Jean Dubuffet
Tatsächlich dreht sich eine der großen Kulturdebatten
(was natürlich auch die Architektur miteinschließt) im
zeitgenössischen Deutschland um den Begriff Authentizität.
Das ist nicht all zu sehr verwunderlich: In den ersten Jahren
der Nachkriegszeit mussten in Deutschland ungefähr 50
Prozent aller Gebäude wieder aufgebaut werden, in größeren
Städten lag diese Zahl noch bei weitem höher. Innerhalb kurzer
Zeit wurde sehr schnell eine unglaubliche große Zahl neuer
Gebäude errichtet, die meisten von ihnen sehr preiswert und
zweckmäßig in einem sich wiederholenden modernistischen
Stil (selbstverständlich gibt es schöne Ausnahmen). Geblieben
ist jedoch eine Aversion, die sich gegen alles entwickelte, was
modern oder anders aussieht.
Sicherlich können wir erwarten, dass dieses Projekt eine
lebendige Debatte auslösen wird. Das Projekt wird Fürsprecher
und Gegenstimmen haben. Wenn das passsieren sollte,
dann wird das Projekt sehr natürlich seinen Platz und seine
Akzeptanz bei den Menschen, die in Kaiserslautern leben und
darüberhinaus finden, und hoffentlich, wenn man es sieht,
einen an Kaiserslautern erinnern. Als Stadtskulptur wird es
dann seine eigene Authentizität bilden, und es wird auch die
enge Verbundenheit der Stadt Kaiserslautern mit den USPartnern
wiederspiegeln und darstellen.
September 2009, Molter-Lindemann Architekten
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- La passerelle d’Esch
Metaform, atelier d‘architecture
Passerelle piètonne à Esch
La passerelle d’Esch est le fruit de la recherche d’une identité,
d’une forme, d’une signification. Elle est la volonté d’offrir
une réalisation intrigante et spectaculaire à sa Ville car elle
semble flotter entre deux mondes. Avec ses formes furtives
et son architecture hors échelle, elle se trouve au centre d’un
marketing urbain.
Au-delà des sentiments qu’elle suscite, qu’ils soient positifs
ou négatifs, elle provoque en nous une fièvre de questions.
Qui est-elle, que fait-elle, où va-t-elle ? L’accès à l’autre
monde resterait inconnu si la curiosité ne nous poussait pas
à emprunter ses marches ou son ascenseur jusqu’en amont.
Elle est le reflet de son environnement et aime à paraître
différente selon son humeur. Le jour, par beau temps, elle
offre une robe couleur gris-ciel qui, avec ses bords arrondis,
contrastant furieusement avec l’obscurité du bois en arrière
plan. Par temps plus capricieux, elle se dérobe et se confond
avec la couleur du ciel, disparaissant même lors d’un épais
brouillard…
La nuit, plus discrète, tel un animal endormi, se laisse illuminer
par la pollution lumineuse de la ville et les passages répétés
des voitures et des trains.
Si nous pensons nous en sortir indemnes après avoir emprunté
ses marches, détrompons-nous, car bien au contraire, nous
voilà dans les tripes de cet animal. Confronté à sa couleur
rouge pourpre, elle évoque en nous un sentiment dubitatif et
en même temps familier. Familier à cause de son clin d’oeil
à l’histoire de la Ville, son orientation politique et de son
appartenance à la Terre rouge. Dubitatif car nous voici dans la
bouche de l’animal qui nous porte, comme sur un tapis rouge
déployé sur le sol, nous invitant à l’emprunter, jusqu’au pied
de l’autre monde peuplé d’arbres et d’oiseaux.
Nous voici maintenant projetés de l’autre côté de la rive mais
prenons garde, qu’elle ne rougisse pour marquer sa fermeture
jusqu’à l’aube…
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- Research laboratory, Groningen, The Netherlands
UN Studio
One of the strongest principles of contemporary architecture
concerns the integral treatment of the volume; ideally, each
of the five facades should reflect clearly what happens
inside. The relationship between the building’s usage and its
appearance should be transparent and logical. There should
be no prioritization of front, back and side elevations as such;
instead pure functionality should dictate where openings
or details that emphasize certain user-related aspects are
placed.
But what happens when a building is asked for that forbids this
type of logic? The research laboratory in Groningen will be
visited by very few people; on the inside it is a stark, technical
environment, with only limited office space. The relationship
between outside and inside is almost non-existent. Yet, the
building is on a prominent location, passed-by daily by swarms
of students and staff of the medical campus of Groningen
University. And, at the same time, it needs to be more than
a just skin wrapped around an unimaginative box, because
the requirements, albeit technological in nature and never to
be set eyes on by more than the handful of people authorized
to work in this laboratory, are real and complex.
In response to this quandary, UNStudio has designed a
deceptively simple envelope constructed from flat, vertical
aluminum slats, which, in places, are twisted outwards in
bowed forms. Thus, tall, vertical undulations are generated,
which present an open or a closed aspect depending on the
angle under which they are viewed. This optical effect enlivens
the restrained facades, which is made even stronger by the
application of bright colours to the flat surfaces that are created
by twisting the aluminum slats sideways.
On the lower level
the colour yellow is used, which gradually changes to green
towards the top of the building. The particular shade of green
that was chosen reflects the public garden on the corner of
the Oostersingel and the Antonius Deusinglaan opposite the
building. Consequently, the laboratory, while minimizing or
even prohibiting both the incursion of daylight and views into
the building, still responds to its surroundings, offers some
visual stimulus and, through the optical effects, presents a
semblance of transparency.
In the interior, two internal vertical voids allow daylight to
enter the interior whilst ensuring that visibility from outside
is avoided. These glass voids therefore function as a form of
internal facade. By employing the voids, lift shafts and facade
structure as constructive elements which ensure stability
it becomes possible to create a mostly column-free space
within these existing vertical supports. The two voids have
the geometry of asymmetrical truncated cones which mirror
each other vertically; so that where one has its wider end at
skylight level, the other has its wider end at ground level.
Shared walkways surround these internal voids, creating a clear
organisation whereby dark corridor systems can be avoided.
The individual laboratories are situated around the cones
and are accessible directly from the shared walkways. This
organisation turned out to be more efficient than the common
laboratory organization with corridor systems, because of the
reduction in the amount of circulation space.
The activities within the Research Laboratory require the
separation of four microbiological levels. At the lowest level
are the supporting areas including the reception area, the
administrative spaces on the second floor and the dispatch
area on the ground floor. The laboratory areas are divided into
three microbiological levels, each with its own accessibility
grade and hygiene screening level. The main entrance to the
research laboratory is on the second floor, where it is linked to
the central walkways of the WMF building by a footbridge. On
ground level there is an entrance where small transport vehicles
can deliver and collect goods without causing interruption.
The materials used in the design are chosen to comply with the
requirements of a laboratory setting. Therefore a homogenous
polyurethane floor and wall treatment is employed. The
colours used in the laboratory spaces are chosen with regard
to the requirements of the technical programs, whilst the use
of colour in the central supporting areas is lively and bright.
Walls and floors share the same colours. On the ground floor,
where daylight is at its lowest, yellow is used. Per floor this
colour then deepens through to orange and finally to red on
the uppermost level.
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- Offices "La Defense", Almere, The Netherlands
UN Studio
This office building ‘La Defense’ appears in its urban context as
a modest building volume reflecting the direct surroundings in
its metallic façade finishing. The outer skin expresses urbanity
and a degree of closeness of the units. Entering the innercourt
yard the building reveals its genuine characteristics.
The façade adjacent to the courtyard is built-up out of glass
panels in which a multi-colored foil is integrated. Dependent
on the time of the day and the angel of incidence, the façade
changes from yellow to blue, to red or from purple to green
and back again.
La Defense is located behind Almere Central Station. The plan
shows a neutral, rational organization with four separate
bands of different lengths and heights covering the irregular
plot. The proposal links these bands to some extent in a more
integrated urban solution which ties in with the new, largerscale
center development of Almere Town.
The essentially closed complex is interrupted at two points,
creating a link with the park to the rear. Raising the ground level
from the town side strengthens the link. Parking facilities are
provided under the building rather than in between the units,
creating a pleasant inner area. The units vary in height from
5 or 6 to 3 or 4 levels, the top level often being doubled.
The design is based on the complex being used by a number
of companies. The density and program are balanced in such
a way as to keep the price per square meter low, making the
development more attractive to local users. A large number of
entrances are provided to highlight the complex‘s accessibility.
On the street side, access to the units is via entrances at ground
floor level, on the inside via raised entrances. The organization
accentuates the flexibility of the office block.
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- Galleria Hall West, Seoul, South Korea
UN Studio
Within Seoul, the Galleria Department Store exists within a
typical system of highly specialized department stores, each
representing a microcosm with its own eco-climate to which
its customers are finely attuned. Situated at the top end of this
system, the Galleria Fashion Hall together with the Galleria
Masterpiece Hall in close vicinity carry a large number of
highly prestigious brands and consequently attract visitors
from a wide area, including Japan. The Galleria Fashion Hall
is prominently situated in the Apgujeong-dong district, on of
the trendiest commercial districts in Seoul.
Originally from the outside the store appeared unremarkable..
In October 2003 the Galleria hired UNStudio to design a
new façade and interior to mark the store’s transformation
(in their own marketing-originated words) ‘from novel to
noble’, becoming more ‘luxurious’ while remaining ‘trendy
and unique’.
UNStudio’s exterior renewal, completed in September 2004,
consists of the application of 4330 glass disks on the metal
substructure that is directly attached to the existing façade.
These discs are treated with a special iridescent foil, which
causes constant changes in the perception of the façade. At
night, a special lighting scheme, designed cooperatively by
UNStudio and ArupLighting, illuminates the discs by reflecting
the dynamics of the weather conditions that happened during
the day.
The interior renovation is focused on the general store areas
in between the individual branded shops. UNStudio has sought
to streamline the circulation spaces, providing ‘catwalks’ of
light-colored, glossy co-coordinated walkways and ceilings,
which improve orientation and give the store a super-bright,
fresh image.
Interior concept
For the updating of the existing interiors, UNStudio’s inspiration
is the fashion catwalk; the customer should find himself in
the focus of the fashion world, feeling himself/herself as the
attractive model in midst the glamorous Fashion Hall.
The interior design focuses on the elimination of superfluous
and outdated details and the introduction of two new Big
Details: the escalator which becomes a moving event space,
and the ceiling lighting which becomes a device that provides
a fluent directionality and dynamics to the shop floors.
Lighting and concept for interior catwalks
For the main circulation corridors (catwalks) the lighting is
integrated within the dropped ceiling. The illumination of the
corridor is designed as a continuous lighting element, which
consist of linear rail following the direction of the corridors
and bending whenever there is a change in direction. Below
these rails a white plastic foil is stretched and on every
second rail TL-lights are mounted. The semi-opaque white foil
spreads the light equally creating a continuous field above the
main corridors. The combination of up-lights and rails casts
multiple shadows on the white foil that create depth in the
ceiling and where directions change, these shadows emphasize
way-finding. The rails are straight along the corridor’s length
and turn the corners, always keeping the same radius. Where
two corridors connect in a T-crossing or X-crossing, the rails
bend to accommodate directions.
Color scheme:
Color was also added to the primary rails in the ceiling
package, the effect is a subtle tint of color created by the
combination of lights and the plastic foil. The color tint is
also reflected in the highly polished artificial stone used to
pave the corridors. The gradient of color and the intensity
was carefully chosen as not to influence the lighting of the
products in the stores.
Lighting and interior concept for enclosure of vertical
circulation space
The walls enclosing the escalator space are designed as a
series of vertical IPE-beams that are clad from both sides with
glass. Towards the inside of the escalators the glass is finished
with a partially transparent, reflective foil so that customers
on the escalators perceive the space and the relation to the
other floors more intensely. The glass on the opposite side of
the construction facing the stores is translucent which allows
for view corridors overseeing the main vertical circulation
space behind the benches – the public meeting zones designed
for Galleria. In the vertical walls large display pockets are
integrated that can be used to transmit information projected
simultaneously to the exterior façade and can be used for
branding and advertisements. The vertical enclosure and the
display pockets continue into the ceiling of the space.
The lighting of the escalator walls is done with Cold Cathode
lighting, which is located in between the two layers of glass
in vertical arrangement. These light strips cast white light and
illuminate the space by soft animation in vertical direction.
The underside of the escalators is illuminated by strips of
Cold Cathode lighting covered with color filters casting the
same colors as used for the identification in the ceilings on
the different floors on the angled surfaces underneath the
escalators. The colored light is used to enhance the directions
of way-finding and guide the customer from one floor to
the other.
Exterior Façade Concept
The effect UNStudio were trying to achieve with the facade
was to generate a lively surface that fascinates, attracts and
always looks different, depending upon the point of view of
the spectator and depending upon the time of day and time
of year.
The visual theme chosen for the façade design was that of a
geometrical pattern based upon the circle which is repeated and
generates a surface. In total 4330 glass discs are hung from a
metal sub-structure that is directly mounted on the existing
concrete cladding of the department store. The glass discs
are made of sandblasted laminated glass, including a special
dicroic foil. Testing different materials and combinations
of foil and glass finishes was essential during the process
and several on site mock-ups were made in order to test and
forecast the effects generated during day and night.
Day
During the day the atmospheric and weather changes influence
the degree of reflection and absorption of light and color
on the glass circles, so that from different viewing points
the appearance of each disc and the total surface changes
constantly according to those external conditions that are
beyond human control.
Night
During the night situation of the building the lighting design
developed for the façade additionally starts to interact with
the material condition of the glass discs. By placing behind
each of the glass discs an LED-light source and by controlling
the lights digitally one by one, the possibilities to manipulate
color and light emission become endless. Recording day-today
weather conditions and processing the data with the
computer before projecting them in transformed version
onto the glass skin is just one out of many possibilities of
the technology used. UNStudio‘s façade solution also has
the potential to be adapted for special occasions and can be
changed over time according to seasons, fashion events and
artistic inspirations. Nevertheless, the character of the glass
disc skin is different from the principle technologies used in
screens, since whatever visual information is projected onto
the discs; it will be transformed due to the material conditions
of the glass disc and foils. The new façade is not a projection
screen in the conventional sense, but it interacts with the
projected information and generates a circular pixilated
visual face by night.
Quotes Ben van Berkel
“As an architect I am interested in dressing the future. Like
a fashion designer, but on a much larger scale, I am helping
the world figure out how it will look tomorrow.”
“This is a building for living design, not dead art. What you
find in The Galleria is stuff that lives for today. Beautiful,
gorgeous clothes – carefully selected from the best designers
in the world. It is a wonderful, living collection that changes
with every season, changes in composition every day. And our
design reflects that; the facade causes a continually shifting,
shimmering, alluring perception – the system of the colored
glass disks and the super-bright catwalk interiors represent
a concept of magnetic geometry.”
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- EDUCATIONAL CENTER EN EL CHAPARRAL, ALBOLOTE (GRANADA)
Alejandro Muñoz Miranda
The project is designed as a variable section of wall and ceiling that involves compressing and decompressing the space accommodates.
The change of section depending of the uses (corridor / access-bathrooms / classroom / porch (outside covered corridor) / garden and outside covered playground), the sun's movement and the longitudinal slope of the plot are responsible to design interior spaces that open to garden and outside covered playground.
The compression-decompression game makes its effect when changing space both longitudinally and transversely in the sequences: corridor / access-bathrooms / classroom / porch / garden-outside covered playground (across) or classroom / bedroom / classroom (longitudinal).
The orientation in space makes the classroom uncompressed glass cracks appear in the upper corners of South tightening diagonal space in the North to the ground facing the interior garden and covered with large windows. These fissures South controlled light will be colored (rainbow color gamut) in dynamic areas of the corridor or in the outside covered playground. Inside the classroom, these cracks will be light South colorless glass.
Versatility also arises in the operation of classrooms by level of education (two classrooms for children from 0-1 year with bedroom, two classrooms for children from 1-2 years with bedroom and three classrooms for children from 2-3 years without bedroom). It is proposed that all classrooms in the same level can raise the possibility of creating more space for group activities, show themselves to the spatial continuity of the upper parts of each room separated by glass.
Moreover, the idea that everything revolves around outside covered playground, and makes it as the heart of the educational center, which is linked by a continuous covered porch on the garden with all classrooms. Inside, the outside covered playground connects to the classrooms with the corridor on the South side. To the East lie the kitchen and dining areas, administration and gym closely linked to the corridor.
Outside, the use of white massive volumes makes the integration is adequate in El Chaparral, a district of Albolote that emerged as village of colonization in the 50s.
Alejandro Muñoz Miranda
Granada, 1974. He is an architect who graduated in the first graduating class of the Escuela Técnica Superior de Arquitectura (School of Architecture) in Granada and who obtained the best academic results in his year. He received a distinction for his final degree project, which concerned the development of an Administrative Civic Centre and a Transport Interchange in the Metropolitan Area of Granada.
In 1999 he was awarded the First National End of University Degree Award in architecture given by the Ministry of Education, Culture and Sport. He has been working as a qualified professional since 2000, alternating his architectural work with the writing of his PhD thesis, the creation of sculptures and the design of books, furniture and exhibitions.
He was invited to exhibit in the Spanish Pavilion at the 7th Venice Architecture Biennale 2000, coordinated by Alberto Campo Baeza.
He lived in New York from June 2002 to January 2004 to work on his PhD thesis, supervised by the lecturer Kenneth Frampton at Columbia University, with the aid of a University Teaching Staff Research and Training Grant from the Ministry of Education.
He has also created steel sculptures with José Manuel Darro, which have been displayed in exhibitions, such as “Esculturas 8.8” in the Círculo de Bellas Artes (Fine Arts Circle) in March 2004, and produced urban sculptures, such as “Granado Fractal”, made of corten steel for the Fernando de los Ríos roundabout in Granada.
The most outstanding recent constructions include the Headquarters of the Granada Business Confederation, the New Syndicate Headquarters in Granada, the Rehabilitation of the Street Gran Vía de Colón, the Project Management of the Boulevard in Avenida de la Constitución in Granada and a house in Barranco del Abogado in Granada.
He was recently selected for the exhibition of Young Architects in Spain, organised by the Ministry of Housing and coordinated by Jesús Aparicio Guisado for the Exhibition Hall of Las Arquerías de Nuevos Ministerios in Madrid (2008), the Graduate School of Architecture, Planning and Preservation of Columbia University in New York (2.009) and La Casa del Principado de Asturias in Brusels (2010).
He has been a professor of Architectural Projects at the Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Granada (School of Architecture) since October 2007.
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- Eine Schule so bunt wie das Leben
Wolfgang Simmerle
Bezeichnend für das Projekt ist seine Lage am Hang, mit fünf
Stockwerken, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wald und
in einem Dorf auf 850 m Meereshöhe. Geplant von Arch.
Wolfgang Simmerle zeichnet es sich durch klare Linienführung
mit Lichtdurchfluteten Klassenräumen und der Verwendung
natürlicher Materialien aus.
Im Zwischenraum, vor den Klassenzimmern, im Treppenhaus
wird der Raum zum Kunstraum. Farbe und Licht dienen den
Kindern auch zur Orientierung.
Außen Natur - Innen Kunst
Der monochrome Raum
Sich zu Farbe bekennen erfordert Mut oder Gleichmut.
Nur selten eröffnet uns unser natürliches Umfeld die Möglichkeit,
in Farbräume eintauchen zu können. Nur selten erleben wir
Landschaften in einem Farbbad.
Dann aber, wenn die untergehende Sonne die Welt in orange
Glut taucht oder blauer Nebel die Grenzen verwischt, ist es,
als würde sich Frieden auf die Welt legen, Ruhe breitet sich
aus und in dieser Gelassenheit sind wir nur wir, während alles
andere verschwindet.
Manchmal erleben wir dies für kurze Zeit, manchmal auch
länger. Aber immer haben solche Situationen eine nur ihnen
zu eigene Magie und wir fühlen uns glücklich daran teilhaben
zu können.
Wir sind fasziniert von sandfarbenen Wüsten, einer weißen
verschneiten Winterlandschaft, tauchen ein in das Grün des
Waldes und in die blauen Tiefen des Ozeans…und es bemächtigt
sich unser ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und
Schwerelosigkeit. Schneelandschaft macht uns farbig, genauso
wie der Nebel, die Wüste und der Wald.
Ist die Welt monochrom, wirkt sie unendlich und alles was
darin anders ist, wird wichtig.
In einer Schule sind das die Kinder, ihre Kleider, ihre
Schultaschen.
Und wenn die Welt später, einmal dunkelgrau scheint oder
schwarz weiß, lebt vielleicht die Erinnerung auf, dass ebenso
blau - gelb oder rot - grün möglich ist.
Es kommt auf die Farbe, welche die Welt in ein anderes
Licht zu tauchen vermag.
Der Raum tritt zurück,
lässt einem anderen Platz,
gleich einer Wanderung durch den Regenbogen,
von einer farbigen Welt zur nächsten,
wissend dass,
nach einer Farbe
eine andere sein wird.
Margit Klammer 2008
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- Leben malt!
Anna Valentiny
Einige philosophieren über Kontraste. Dann reden da auch
noch andere irgendwas von wegen Grautöne. Manche bekennen
Farbe. Und ganz so einfach wie Ariel mit « Raus aus dem
Grau » verspricht scheint es dann doch nicht zu sein. Der
Schleier des Normal- Alltäglichgewordenen bleibt da, die
Farben leuchten irgendwo darunter unbewusst, anteilslos,
gleichgültig und schön weiter.
Das scheint dann wohl so zu sein.
Die Anmaßenden, die vom Regenbogen schwärmen und
fachsimpeln, entpuppen sich als Maulwürfchen angesichts
zerstörerischer Wahrheiten, -à la elektromagnetische Wellen
+ Licht + Sehorgan machen zusammen irgendwas, das man
verstehen könnte ; das Resultat : Farben- die Schönes zu
banalisieren riskieren.
So wie die Lichtscheuen unserer Spezies gleich am Anfang
–ohne das Schneckenhäuschenlabyrinth verlassen zu habenscheitern,
riskieren aber auch die Übrigen früher oder später an
dem was sie sehen zu verzweifeln. Der Fehler liegt vielleicht
dabei, nach Grund, Ursprung und Entstehung zu fragen. Lassen
wir also gleich Wellen ; Küppers, Hering,Goethe, Itten, Albers
; Pigmente ; Magentarot und Cyanblau bei Seite.
« Weiß steht für Reinheit Vollkommenhait u.s.w ». Das und
Vergleichbares soll bitte nicht Thema sein.
Ursprung und Interpretation der Farben ausgeschlossen, bleibt
wohl nur noch « Farbe » übrig. Also einfach eintauchen !
Farbenmeer, wohin man schaut ; ganz ohne Huxley, ganz
ohne Mescalin, ohne Doors of Perception.
Ich sehe, wofür ich ganz furchtbar dankbar bin.
Ich sehe mein Laptop mit den Worten die ich gerade Schwarz
auf Weiß tippe. Die Farben flackern nicht mehr. Dann seh’
ich auch noch meine Beine, für meine Verhältnisse doch
sehr sonnengebräunt –dh. nicht mehr schneeweiß nur noch
weiß-.
Also diese Beine auf dem dunklen, massiven, schwarz wirkendem
Holztisch von irgendwann um die Jahrhundertwende, von
irgendwo. (Er würde übrigens auch schwarz aussehn’, hätte
er einen babyblauen Anstrich.)
Auf diesem Tisch steht eine Vase, durchsichtig, sichtbar,
farblos, aus Glas ; darin textmarker-neon-irgendeine-fiktive-
Farbkartennummer-farbige Blumen.
Farbe ist alltagstauglich ; für das Gewöhliche, Normale absolut
zu empfehlen. Durchaus praktisch, wenn es darum geht zu
unterscheiden, zu definieren.
Weiter im Text und damit wohl von dem um mich herum,
was auf den ersten Blick sichtbar bleibt.
Traurig also die, die von Color… blind, coffee black and egg
white singen müssen ? Vielleicht auch glücklich ?! Wertungslos.
Was feststeht: Alle Anderen werden verführt.
Denn, das Erlebenswerteste definiert sich ziemlich oft über
Farben. Momente gewinnen ihre filmreife Stimmung aus dem
Brechen des Lichts, der aufgegangenen Perfekter-Winkel-indem-
die-Sonne-zur-Erde-steht/scheint-Rechnung.
Satt - orange Abendsonnenstrahlen fluten die Szene. Der
unumgängliche, aufgezwängte, von allen Seiten freudig
angenommene und Illusionen fördernde Regenbogen bringt
Unruhe ins Spiel des Lebens.
Bilder folgen aufeinander :
Irgendein passabler Wagen –denn unterm Strich zählt eh’ nur das
typische marienkäferrote Capriolet-Rot- , schwarze Ledersitzefährt
eine Pinienallee – an Van Gogh angelehnt, Sternennachtartig,
(dass man noch nicht einmal beim Sonnenuntergang
angekommen ist, interessiert hier keinen; ein unwichtiges,
kleines Detail) unruhig, bewegt und still- entlang ; links und
rechts : Goldene Weizenfelder, Toskana.
Im Hintergrund, irgendwo da vorne und da hinten, weiter weg
: Provence, im Blickfeld : Unendlich lange, violette Streifen
; Lavendelfelder.
Die Frau auf dem Beifahrersitz trägt ein leichtes Sommerkleid.
Keine Seide, schwerer ; vielleicht Leinen. Zeitloses Blumenmuster,
alles Mögliche an Farben, Farbtupfern.
Das Auto fährt durch den Tunnel der, dunkle Schatten werfenden,
Pinien Richtung totales Licht ; schwarzes Loch. Noch immer
dabei, der Fahrtwind, der dem Fahrer und seiner Begleiterin
ins Gesicht schlägt, über die Körper haucht. (Möglich, dass
Sehen allein doch überbewertet wird?!)
Anderes Szenario.
Vielleicht ein Garten ?! Verborgen, versteckt zwischen - mit
Efeu überwucherten- Mauern. Oder doch ein Fest am Strand
(hier ersetzt das stereotypische Lagerfeuer die Sonne als
Lichtquelle).
Von Amélie Poulain à la einfach perfekt Französisch bis hin
zum Beck’s Werbespot der totalen Freiheit ohne Alleinesein.
Zusammen mit Freunden und sehr viel Bier segelt man in
den Tag hinein.
Alle geben was alle haben wollen : Stimmung durch Licht,
durch Farbe. Es wirkt überladen, erzwungen und gibt das
wunderschöne orange-rote-Bild vom Leben, von Träumen,
Sehnsüchten und Erinnerungen. Natürlich immer Sommer,
immer strahlendhelle Nacht, immer warm und verliebt.
Das ist, was die Farben sagen. So entführt Fotoshop per
Mausklick oder manchmal auch, mit etwas Glück, das wirkliche
Leben. Was auch immer, lässt die Menschheit mittels Kontrastund
Farbeinstellungen kurz fliegen.
Ohne dekorative und sogar wirklich ergänzende Farben, wären
die 19 Jahre mal 12 Monate mal alle gelebten Momente bis jetzt
recht farblos gewesen. Obwohl die Idee vom Schwarz-Weiß-
Film, 365 Tage, Minute für Minute mal ein Menschenleben
lang sehr interessant klingt. Parallelen zu Charly Chaplin,
vielleicht auch zu Laurel und Hardy. Oder zu Rhett Butler und
Scarlett O’Hara oder zu Sissi ; die machten auch farbüberpinselt
eine recht gute Figur…
Es wird doch manchmal behauptet, es gäbe keine wirklich
schlechten Schwarz-Weiß Fotos. Spinnt man die Idee weiter
und übermalt anschließend das Ganze…
Die Welt ist in Farbe. Warum eigentlich anschauen um
zu zerdenken, was vor und nach dem Sehen war und sein
wird?!
Einfach leuchten lassen.
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