adato 3|10 - Farbe bekennen
Cooper Fish, Luxemburg, L
XPACE architektur

COPPER FISH

Der Neubau erweitert das private Wohnhaus einer Bildhauerin in Luxemburg um ein Atelier, einen Ruhe- und Wellnessbereich mit Sauna und eine Aussichtsterrasse.
Durch seine komplexe Geometrie und äusserste Kompaktheit reagiert der Anbau auf die engen Platzverhältnisse, das starke Geländegefälle und das bestehende Wohnhaus. Er gliedert sich in zwei Teile:

Im Gartengeschoss befindet sich das Atelier. Dieser halbversenkte Raum wird zum Hang hin durch eine geknickte Sichtbetonwand geschützt. Zum Garten hin ist das Atelier durch seine raumhoch öffenbare Glasfassade auch als Außenarbeitsraum nutzbar. Ein in Kupfer ausgeschlagener zweigeschossiger Luftraum verleiht dem relativ kleinen Atelierraum zusätzlich eine überraschende räumliche Großzügigkeit. Dieser hohe Dreiecksraum löst auch den Anschluss an das existierende Haus und bringt über das große polygonale „Nordauge“ zusätzlich gefiltertes Licht in das tiefer gelegene Atelier.

Dem Atelier ist das in Leichtbau ausgeführte und körperhaft erscheinende Obergeschoss mit Ruhe und Wellnessbereich aufgesetzt. Der schwebend wirkende Holzbau ist vollständig mit Kupferbändern umwickelt, so dass die Fassade die unterschiedlichen Funktionen bildlich zu einem einheitlichen Paket schnürt. Die Metallbänder verstärken durch ihren Verlauf (von der Fassade bis in den Innenraum) die Komplexität der räumlichen Anordnung und erzeugen durch ihr kupfernes Schimmern auch im Innern eine warme und intime Atmosphäre. Durch eine raumhaltige Schicht von Einbaumöbeln (Garderobe/WC/Sitzbank/Waschtisch/Ruheliege) werden Alt- und Neubau zusätzlich miteinander verklammert.
Aus der erhöhten Lage des Obergeschosses zwischen den Baumkronen genießt man den schönen Blick in den parkähnlichen Privatgarten.

Den oberen Abschluss des Hauses bildet das als Sonnendeck ausgebildete begehbare Dach, das eine freie Aussicht auf den Kirchberg und die umliegende Landschaft bietet.

Die Rückkehr der Farbe
Ingeborg Flagge

Die Architektur trägt seit neuerem wieder Farbe. Die „Verzichtsarchitektur der neuen Sachlichkeit“ (Walfried Pohl), die in Weiß und Grau daherkam, mit flächigen Fassaden und in neutralem Gewande, scheint überholt. Eine zunehmende Zahl von Architekten hat ihre Farbangst abgelegt und bringt Mut und Verständnis für Farbe auf und verlässt die ungeschmückten Sachformen des modernen Bauens zugunsten eines neuen gestalterischen Reichtums in Material und Farbe. Bruno Taut mit seinen stark farbigen Häusern wäre heute nicht mehr, wie Tom Wolfe in seinem Buch „From Bauhaus to our House“ schrieb, Anlaß von Spott und Häme: „ But a red shade? A color? Well, I mean, my God... how very bourgeois...Oh, how they sniggered at poor Bruno over his beloved red front“.
Dieses Zitat macht gleichzeitig deutlich, dass die weisse rationale Architektur der 2oiger und des Bauhauses eine Vorliebe großstädtischer Intellektueller und der Avantgarde war, die sie als Ausdruck ihres fortschrittlichen Lebensgefühles empfanden. Für die Masse der Menschen dagegen blieb die kühle weiße Architektur vor allem eine Marotte der Baumeister, die nie geliebt, sondern höchstens ertragen wurde. Es muß ja nicht die kindliche Buntheit der Bauten eines Friedensreich Hundertwassers sein, aber unzweifelhaft ist, dass Farbe in der Architektur einen Zuwachs an Emotionalität mit sich bringt und so dazu beiträgt, ob und wie ein Gebäude von den Bewohnern akzeptiert wird. Farbe als Gestaltungsmittel findet jedenfalls zunehmend mehr Zustimmung.
Die Farbpsychologen wissen, dass Weiß nach heftigem Farbrausch geradezu als Wohltat und Erholung erlebt wird. Auf Dauer aber unterfordert Weiß das Sehvermögen und bewirkt Nervosität. Der Mensch hat sich schließlich aus farbigen Landschaften heraus entwickelt. Der Biologe Bernd Lötsch, Direktor des Naturwissenschaftlichen Museums in Wien, erklärt dies so: „Der Mensch ist konstant an ein reich strukturiertes Gelände mit vielfacher Pflanzenwelt angepasst. Wo er kann, holt der Mensch Pflanzenformen in seinen Lebensraum, entweder als lebendiges Gewächs in der Wohnhöhle ... bis zum Jugendstildekor. Erst der Funktionalismus verbannte die Pflanzenornamente aus der Architektur und schuf damit bald unbewusste ... Mangelerlebnisse für das uralte Naturwesen Mensch“. So erklärt sich die Palme im Wohnzimmer, aber auch die Vorliebe des Menschen für Farbe.
Da Farbe seit Urzeiten das Leben des Menschen bestimmt und darüber inzwischen viel geforscht wird, wird Farbe auch therapeutisch eingesetzt. Der Urmensch in seiner gefährlichen Alltagswelt sah aus guten Gründen vorwiegend Rot, weswegen rote Farbtöne bis heute wachrütteln. Der Zahnarzt, der seine Praxis in Türkistönen hat ausmalen lassen, weiß, dass dieser Ton entkrampfend wirkt. Eine violette Unterlage mindert die Wucht von epileptischen Anfällen.

Da der Mensch von Farben stark und nachhaltig beeinflusst wird, ja, unser Hirn geradezu Farbe braucht, um sich in einer Umgebung zurecht zu finden, geht es auch in der Architektur um eine ausgewogene Mischung aus neutraler und bunter Farbigkeit. Ein Zuviel wird schnell zum Farbterror, der Stress auslöst. Man stelle sich die Welt als eine Ansammlung von buntesten Hundertwasserhäusern vor, ein Alptraum, der auch diejenigen überfordern würde, die ansonsten sein Dekor lieben.
Farben werden in den verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich erlebt und gelesen. Jedes Land hat eine andere Farbtradition. Das Weisse Haus in Washington sollte das neoklassische amerikanische Gegenstück zur europäischen Baukunst werden, und insofern hatte es weiß zu sein. Die Gründerväter Amerikas, die fast alle Freimaurer waren, suchten das Weiß, weil sie damit an die von ihnen bewunderten weissen griechischen Tempel anknüpfen wollten. Sie ahnten damals noch nicht, dass diese alles andere als weiß, sondern stark farbig gewesen sind.
Dennoch scheint mir in dem alten Streit, ob denn auch Weiß eine Farbe sei, vieles dafür zu sprechen. Schließlich war es Isaac Newton, der heraus fand, dass sich weisses Licht aus Wellenlängen des gesamten Farbspektrums zusammensetzt. Und betrachtet man Richard Meier, den vielleicht radikalsten zeitgenössischen Architekten in seiner Vorliebe für Weiß, dann erlebt man seine Architektur als vielfarbig weiß.

Weiß ist sein Markenzeichen, Weiß gibt seinen Bauten ihre abstrakte Plastizität und intellektuelle Überzeugungskraft. Er behauptet: „Weiß ist für mich die schönste Farbe, weil man darin alle Farben des Regenbogens erkennt. Die Weißheit von Weiß ist ja niemals nur weiß...weiß wird durch das Licht permanent verändert... Vor einer weissen Oberfläche lässt sich das Spiel von Licht und Schatten...am besten verstehen.“ Betrachtet man Meiers Bauten, die raffiniert-einfach erscheinen und dennoch komplex und vielschichtig sind, dann erkennt man, dass die ingeniöse Durchdringung seiner Räume, die Verknüpfung von Kuben, geschlossenen Wandscheiben und Rahmen eine virtuoses Spiel ist, das Weiß in allen Schattierungen bricht, verdichtet und sich in vielfältigen Schattierungen von Grau erleben lässt. Man kann deshalb wohl von einer veritablen Farbigkeit der Architektur Meiers sprechen, voller Tiefe, voller Plastizität, zwar abstrakt, aber von raffiniertem Licht- und Schattenzauber, farbig, aber ohne Farbe.
Völlig anders bei Luis Barragan, dem berühmtesten aller mexikanischen Architekten. Er war ein Meister ebenso dramatischer wie einfacher Architektur von fast mystischer Eindringlichkeit. In seinen abstrakten Räumen treffen sich Stimmungen, wie von de Chirico oder Magritte gemalt. Seine Häuser sind ein Nichts aus Masse und Leere und aus starken Farben.
Mexiko ist ein ebenso wildes wie faszinierendes Land. Seine Literatur, Musik, Kunst und seine Bauten spiegeln starke Emotionen wider, unergründliche Traurigkeit und überschwengliches Glück. Krieg und Frieden wohnen hier so eng beieinander wie Sonne und Schatten. Gegensätze treffen jäh aufeinander. Und Barragans Architektur folgt eben diesen Gesetzen. Dunkelschwarze Materialien kontrastieren zu hellen Wänden, raue Flächen gesellen sich zu polierten, gewachsener Fels steht neben geschliffenem Stein. Unter der harten Sonne Mexilos behaupten sich nur grelle Farben. Aber sie ermüden rasch und dörren aus. Barragans Farben, die alle scheinbar unversöhnlich gegen- und nebeneinander stehen, sind vor allem Rosa, Zitrone, Koralle und Ocker in den verschiedensten Stadien des Verbleichens. In seinen letzten Jahren erlaubte sich der Architekt auch ein kühles Blau. Orange ist eine seiner Hauptfarben. Sie wirkt nie zart oder zerbrechlich wie Beige, Mint oder Lindgrün. Sie leuchtet zwar nicht so knallklar wie Zinnoberrot. Aber sie will sich auf der Farbpalette nach vorne drängen. Orange, eine Mischung aus Gelb und Rot, ist ein vibrierender Farbton und wirkt am stärksten großflächig, was den Bauten Barragans entgegenkommt.
Richard Meiers weisse Architektur ist klar und abstrakt. Wenn die Sonne nicht scheint und ihre Schatten malt, verliert sie ein wenig von ihrer weissen Farbigkeit. Doch selbst an dunklen Tagen leuchtet sie aus sich selbst heraus.
Barragans starkfarbige Architektur ist magisch und geheimnisvoll. Sie rührt an innere Schichten des Menschen, die Meier nicht erreicht. Doch beider Architektur ist großartig, und darum geht es schließlich.

Architekten müssen den Umgang mit Farbe erst wieder lernen. Denn in den letzten hundert Jahren wurde die Farbigkeit von Architektur an Hochschulen nicht gelehrt. Dabei ist die Tradition und Baugeschichte von China bis Europa, von Ägypten über die Antike, die Renaissance und den Barock bis zum Jugendstil eine Geschichte der Farbigkeit, von Farbharmonien und Farbklängen.
Allerdings geht es in Zukunft nicht darum, einfach Farbe über bisher weisse oder graue Architektur auszugiessen. Es gilt, Farbe wieder als integralen Bestandteil des Formprozesses zu verstehen. Denn Farbe hat einen Formwert.
Erst durch die Farbe bzw. durch das Licht lassen sich Maße und Volumen erkennen und definieren. Licht entscheidet über Qualität und Intensität einer Farbe wie Licht letztendlich über Architektur entscheidet, indem sie diese erst sichtbar macht. Ein spannendes Fortbildungsprogramm für Architekten!

Forschungs- und Technologiezentrum für Sportwissenschaften, München
Hild und K Architekten

Baukörper

Das Bauwerk ist als dreigeschossige Stahlbetonkonstruktion aus Ortbeton mit einer Unterkellerung in Teilbereichen konzipiert. Um auf Nutzungsänderungen flexibel zu reagieren erfolgt der Ausbau in Trockenbauweise. Das Gebäude ist in drei Bauteile gegliedert: in einen östlichen und einen westlichen Kopfbau und einen Mitteltrakt für die Labor- und Büronutzungen. Die heterogene Nutzung des Gebäudes durch die stark unterschiedlichen Aufgabengebiete der Lehrstühle hat zur Planung des Gebäudes mit unterschiedlich hohen Geschossen geführt. Sie reagiert damit auf die nutzungsspezifischen Notwendigkeiten der Einzelräume, nach denen diese geschossweise zusammengefasst sind.

Östlicher Kopfbau

Der Hauptzugang des Gebäudes liegt auf der Südseite des nicht unterkellerten östlichen Kopfbaus. Über das nordöstliche Treppenhaus sind die in den Ebenen 2 und 3 gelegenen öffentlichen Bereiche wie die Seminarräume mit ihren zugehörigen Nebenräumen zu erreichen.

Mitteltrakt

Zwischen den beiden Kopfbauten liegt ein circa 50 Meter langer Mitteltrakt, der die Labor- und Büroräume der einzelnen Lehrstühle aufnimmt. Dieser Bereich besteht aus unterzugslosen Flachdecken, die auf den tragenden Außenwänden und einer Stahlbetonstützenreihe aufliegen. Durch diese Konstruktion entstehen größere stützenfreie Bereiche, die für Umnutzungen flexibel gestaltet werden können.

Westlicher Kopfbau

Die feststehenden Sanitäreinheiten und das zur Fluchtwegsicherung notwendige zweite Treppenhaus befindet sich im kleineren westlichen Kopfbau, der auch den Lastenund Personenaufzug aufnimmt, über den die Labor- und Büroräume auch für Behinderte schwellenlos erreichbar sind. Die Anlieferung der Laborräume, insbesondere die Belieferung der physikalischen Labore des Lehrstuhls für Sportgeräte- technik und -materialien erfolgt über die Gebäudewestseite.

Fassade

Die Gliederung der Fensterteilung nimmt Bezug auf ein Rastersystem in 1.20-Meter-Abständen und erlaubt auch bei zukünftigen Umbauten eine wirtschaftliche Grundrissorganisation der Raumteilungen. Die unter Fensterbänken geführten Brüstungskanäle entlang der Gebäudelängsseite erlauben flexible Elektroinstallationen.

Konstruktion

Die Fassade des Stahlbeton-Gebäudes ist als Raster-Lochfassade konzipiert und erhält allseitig ein Fassadendämmputzsystem mit eingesetzten isolier-verglasten Metallfenstern, um aus Kostengründen auf eine aufwändige Fassadenkonstruktion zu verzichten. Statt dessen ist beabsichtigt, die Putzoberflächen des Fassadendämmsystems in Anlehnung an den Bestand der ZHS zu gestalten und die rasterartige Lochfassade mit einer kleinflächigen Gliederung des Außenanstrichs zu überlagern.

Innenraum

Der Innenausbau erfolgt im Trockenbausystem welches im flexibel einteilbaren Mitteltrakt des Gebäudes auf einfache Art Nutzungsänderungen zulässt. Massivwände sind nur im Bereich der Erschließung und der zentralen Installationsführungen vorgesehen, um den erforderlichen Brandschutz wirtschaftlich mit geringerem Aufwand zu gewährleisten. Tragende Wandbauteile sind als Sichtbetonflächen konzipiert. Als solche bieten sie einen Ausgleich an Speichermasse gegenüber den Trockenbauwänden des Innenausbaues. Mittel für die Ausstattung wurden nur für die notwendigen Festeinbauten vorgesehen. Die Ausstattung der Räume erfolgt im Wesentlichen durch den Nutzer.

Museum Brandhorst, München, D
Sauerbruch Hutton, Generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin

Städtebauliches Konzept

Das Museum Brandhorst befindet sich an der Türkenstraße in der Münchner Maxvorstadt. Dieser Stadtteil wurde unter den bayerischen Königen Maximilian I. und Ludwig I. zu Beginn des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet, im zweiten Weltkrieg schwer zerstört und danach wieder aufgebaut. Das Grundstück (Baufenster: 100m x 34m) bildet die nordöstliche Ecke des sogenannten Museumsareals, das die Alte und die Neue Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, die Graphische Sammlung und nun das Museum Brandhorst umfasst.
Der neue Museumsbau nimmt das Bebauungskonzept der Pinakothek der Moderne auf, in deren zweiter Bauabschnitt ein 17m hoher Riegel, entsprechend dem historischen orbild Türkenkaserne den Blockrand entlang der Gabelsberger und der Türkenstraße schließen wird. Das Museum setzt diese Blockrandbebauung entlang der Türkenstraße bis zur Theresienstraße fort. Ein erhöhtes Gebäudevolumen betont die Eckbebauung. Da die Bauflucht gegenüber dem historischen Vorbild um etwa 8m (eine Baumreihe) von der Straße versetzt ist, knickt dieser Kopfbau in die Straßenkreuzung hinein, um hier den Raum stärker zu fassen. Seine Höhe entspricht der des gegenüberliegendenWohnhauses von Sep Ruf, einer Ikone der Nachkriegsarchitektur.
In Symmetrie zum Südeingang der Pinakothek der Moderne an der Ecke Türken-/Gabelsberger Straße liegt der Eingang zum Museum Brandhorst an der Kreuzung Türken- /Theresienstraße und öffnet bzw. verbindet damit das Museumsquartier mit dem angrenzenden Stadtteil Schwabing.

Gebäude

Das oberirdisch sichtbare Gebäudevolumen des Museums besteht aus dem Langbau (l=98m, b=18m, h=17m) und dem Kopfbau (l=34m, b=17m, h=23m). Die beiden Baukörper sind durch ein durchgehendes Fensterband verbunden, das das Haus optisch in zwei Geschosse unterteilt. Im Kopfbau an der Theresienstraße mündet dieses Band in der großzügigen Verglasung des Haupteingangs. Ein kleineres „Schaufenster“ öffnet dort den Cafebereich im Foyer nach Norden und Westen, weitere vereinzelte Fenster bieten pointierte Einund Ausblicke.
Im westlichen Bereich ist durch die Gestaltung der Bodenoberfl ächen auch das Ausmaß des unterirdischen Bauvolumens ablesbar (b=27m, l=97m, t=15m). In dem Gebäude befinden sich drei Ausstellungsebenen mit Geschosshöhen von durchschnittlich 9m. Im Süden sind Verwaltung und Depots auf acht übereinander gestapelten Etagen mit Geschoßhöhenvon je 3,90m untergebracht.
Neben Ausstellungsflächen, Foyer, Café, Buchladen, Seminarräumen und Nebenräumen enthält das Gebäude Räume für Verwaltung und Wachpersonal, sowie eine Laderampe für Kunsttransporte, Ausstellungswerkstätten, Restaurierungsateliers und Depots. In einem unterirdischen durchgehenden Technikbereich (l=98m, b=8m, h=8m) an der Ostseite ist ein Großteil der komplexen Klimatechnik untergebracht.

Galerien

Die Ausstellungsflächen des Museums sind auf drei Ebenen verteilt. Die Galerien auf den jeweiligen Etagen unterscheiden sich in Größe, Anordnung und Proportion, sowie in ihren spezifi schen Tages- bzw. Kunstlichtsituationen. Im obersten Geschoss – mit direkten Oberlichtern im Dach – befinden sich Säle mit bis zu 450m² Größe und Hängehöhen bis zu 9m. Sie sind durchgängig mit transluzenten Textildecken versehen, die das Tageslicht gleichmäßig verteilen, und dennoch das Spiel des sich verändernden Tageslichts (Wolken, Sonne) subtil abbilden. Einer der Räume, über dem Foyer, wurde speziell für Cy Twomblys berühmten Lepanto-Zyklus entworfen. Die 12 großformatigen Bilder werden hier in einer panoramaartigen Hängung an einer polygonalen Wand präsentiert.
Im Erdgeschoss befi nden sich intimere Räume mit Größen von 55m² bis 100m² und Hängehöhen von 5,50m; Sie sind miteinander in versetzter Enfi lade verbunden, sodaß sich überraschende Durchblicke auf immer neue Kunstwerke ergeben. Die Räume werden über ein System von Refl ektoren illuminiert, die Tageslicht durch ein Seiten-Oberlicht in die Räume bringen. Ihre Decken bestehen aus textilbespannten Lamellen,die das Tageslicht dämpfen und streuen, gleichzeitig aber die räumliche Situation über der Decke erkennen lassen. Eine etwa 7m hohe Quergalerie wird hingegen durch ein großes Fenster von der Seite belichtet: es bietet ideale Bedingungen für Skulpturen und dreidimensionale Objekte und stellt einen direkten Blickkontakt in die Straße her.
Im Souterrain wird der zentrale 460m² große und 7m hohe Patio direkt mit Tageslicht von oben belichtet; die seitlich daran anschließenden sechs Kabinette für Fotografi e und Arbeiten auf Papier (je 65 m²) sind ausschließlich mit künstlicher Beleuchtung ausgestattet, die den konservatorischen Anforderungen entsprechend stark reduziert ist. Die Medien- Suite (ca. 240m²) für Video- und elektronische Kunst ist ganz als Black Box konzipiert. Im Patio bleiben die Konstruktionselemente des Daches und der Lichtsteuerung an der Decke sichtbar, und erzeugen dort eine eher technische, „loftartige” Atmosphäre. Ebenso dient die Decke im Medienbereich als „technische Bühne”.
Alle Galerien (mit Ausnahme der Mediensuite) verfügen über weiße Wände und einen massiven Dielenboden aus dänischer Eiche. Sie bilden einen unaufdringlichen Hintergrund für die – vorwiegend an Wänden hängenden – Kunstwerke. Ihr Licht, ihre Farbigkeit und ihre Materialität bieten eine selbstverständliche, leichte Atmosphäre. Ihre Architektur soll der Kunst ihren Raum geben. Dabei wird gleichzeitig eine solche Vielzahl räumlicher Variation angeboten, daß man bei dem Museum Brandhorst – analog zur Kunstsammlung – auch von einer „Sammlung von Räumen“ sprechen könnte.
Die drei Ausstellungsetagen werden durch eine grandiose, mit Eichenholz verkleidete Treppe verbunden, die den Besucher zum Erkunden der unterschiedlichen Ebenen einlädt; selbstverständlich steht auch eine Aufzugsanlage mit zwei Liften zur Verfügung, die den barrierefreien Zugang zum gesamten Museum gewährleisten.

Beleuchtung

Das Konzept für dieses Museum zielt darauf ab, nicht nur – wie üblich – die oberste Etage, sondern auch die unteren Geschosse natürlich zu belichten. Im Souterrain wird dies durch eine Verschiebung des Grundrisses ermöglicht, die eine direkte Belichtung von oben ermöglicht. Im Erdgeschoss lenkt ein System von Refl ektoren Licht aus dem Zenit über ein asymmetrisch angeordnetes Fensterband in die Galerie und leuchtet diese gleichmäßig aus.
In allen Ausstellungsräumen wird das helle Tageslicht (im Sommer bis zu 100.000 Lux) durch Lichtlamellen gefi ltert, und auf Galeriestärke (ca. 300 Lux) abgeblendet. Tageslichtdecken aus transluzentem Textil sorgen für eine gleichmäßigen Verteilung des Lichtes, und mildern starke Lichtschwankungen. Zusätzlich sind über den Tageslichtdecken Kunstlichtquellen angebracht, die bei Bedarf zugemischt werden bzw. das Tageslicht ersetzen können. Laut Berechnungen wird reines Tageslicht (je nach Etage) zu 50%- 75% der normalen Öffnungszeiten des Museums genutzt werden können. Dies schafft nicht nur eine hervorragende Lichtqualität für die Kunst – es ermöglicht gleichzeitig erhebliche Einsparungen im Betrieb des Museums.

Energie

Hohe Anforderungen an die Stabilität von Temperatur, relativer Luftfeuchte und Luftqualität in Ausstellungsräumen und Depots mit internationalem Standard verlangen einen sehr hohen Grad technischer Installation und verursachen enorme Betriebskosten. Um diesen Aufwand so gering wie möglich zu halten, wurde von und in Zusammenarbeit mit dem Haustechnikbüro eine völlig neue Strategie entwickelt, mit der sich gegenüber einem vergleichbaren Gebäude herkömmlicher Technik im Betrieb 50% der thermischen Energie und 26% der elektrischen Energie einsparen lassen. Als Folge davon wird der entsprechende CO2- Ausstoß um 356 Tonnen/a reduziert. In absoluten Kosten ausgedrückt bedeutet dies jährliche Einsparungen im Betrieb von ca. 70.000€.
Die Heizung des Hauses wird mit einer Grundwasserwärmepumpe betrieben. Die hohen Grundwassertemperaturen im Münchener Innenstadtbereich begünstigen dies. So wird eine vorhandene, kostenfreie Energiequelle genutzt, und nebenbei der Wärmehaushalt des Grundwassers an dieser Stelle korrigiert.
Zudem wird das Museum nicht nur über die Raumluft, sondern auch über eine Bauteilaktivierung temperiert. Mit einem System aus wasserführenden Rohren die ca. 10cm unter den Oberfl ächen liegen, werden alle Fußböden und die meisten Wände des Museums aktiviert. Dieses System strahlt Wärme bzw. Kälte direkt in Wand oder Boden und von dort in den Raum ab, und schafft damit stabile Klimabedingungen für die ausgestellten Werke. Somit kann die umgewälzte Luftmenge im Vergleich zu einer herkömmlichen Klimatisierung durch ausschließlich raumluftechnische Anlagen, annähernd halbiert werden. Dazu ist auch die Temperaturstabilität in den Räumen insbesondere bei einem temporären Ausfall der Technik wesentlich höher.

Fassade

Während im Innern des Museums das Hauptaugenmerk darauf liegt, ideale Ausstellungsbedingungen herzustellen, soll sein Äußeres auf seine Rolle als Behälter lebendiger Kunst aufmerksam machen: Die polychrome Fassade wirkt wie ein großes abstraktes Gemälde. Die Außenhaut ist mehrschichtig aufgebaut. Vor der Unterkonstruktion und der Wärmedämmung befi ndet sich eine horizontal gefaltete zweifarbige Blechhaut, deren Feinperforation den Lärm des Autoverkehrs an der Türken- und Theresienstraße absorbiert. Vor dieser horizontal betonten Fassadenfl äche wurden 36.000 einzelne Keramikstäbe (4cm x 4cm x 110cm) vertikal angebracht, die in insgesamt 23 verschiedenen Farben glasiert sind. Sie wurden so in drei Familien unterschiedlicher Farbigkeit und Tonalität (hellmittel- dunkel) auf drei Felder aufgeteilt, daß der optische Eindruck entsteht, das Haus bestehe aus drei ineinander verzahnten Einzelvolumen.
In der Fläche erzeugen die Überlagerung der horizontalen und vertikalen Linien und der Kontrast und das Verschmelzen der Farben eine Gesamtwirkung, die die geschlossenen Aussenwände des Hauses in Schwingung versetzt, fast entmaterialisiert, denn die Oberfl äche des Hauses verändert sich mit der Bewegung des Betrachters. Zwischen der Schrägsicht, in der sich die vertikalen Keramikstäbe zu einer massiven Fläche zusammen ziehen, und der Frontalsicht, bei der sich die mineralische Haut öffnet und der horizontal betonte Hintergrund sichtbar und dominant wird, ergeben sich zahllose Variationen in Materialität und Struktur. Die Farbgruppen vereinen sich aus der Ferne gesehen zu einem neutralen Farbton mit jeweils anderer Helligkeit und eigenem Farbeinschlag. Aus der Nähe betrachtet löst sich jedes dieser Felder wiederum in seine unterschiedlichen Einzelfarben auf.

Daten

Bruttogeschoßfläche: ca. 12.000m²
Ausstellungsfläche: ca. 3.200m²
Bruttorauminhalt: ca. 68.000m²
Gesamtbaukosten brutto (inkl. aller Baunebenkosten): 48.150.000€
Wettbewerb: Dezember 2002
Grundsteinlegung: Oktober 2005
Richtfest: Oktober 2006
Übergabe: Oktober 2008
Eröffnung: Mai 2009
Bauherr: Freistaat Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Projektleitung: Staatliches Bauamt München 1
Oslo International School, Oslo, N
Architect: Jarmund/Vigsnæs AS Architects MNAL

The Oslo International School is a private school with about 500 children from more than 50 different nations, divided into kindergarten, reception, primary and secondary school. The school is based on a traditional use of classrooms combined with special facilities for advanced studies.
The primary goal of the building project is to upgrade existing areas, replace temporary structures and establish new educational areas for specific needs. The project is divided into 3 phases to make possible continuous use of the school during the construction period.
The existing structure from the 1960-ies was worn down, but had obvious architectonic qualities. The organization on one level gives easy orientation, good natural lighting and a close contact to the outdoors.
The modular structure is flexible to programmatic changes. The new structure gently transforms the easy organization within a limited budget, and tries to keep the inherent qualities. The new mechanical systems are placed on the roof.

Phase 1

Phase 1 is established as pavilions within existing atrium. They include science laboratories, library and a main “square”. The main entrance, as a result of the addition, is moved to the west side of the building.
The architecture is developed as a new vocabulary of soft and organic forms, softening dense spatial relationships between new and old areas. At the same time these new areas contain special programs framed by the rectilinear structure of the old. Daylight fills the rooms from narrow slits from floor to ceiling combined with circular roof lights.

Phase 2

Phase 2 is a separate pavilion for the smallest children. It houses 10 classrooms in addition to offices. The common areas get daylight fro the atrium. Sizes of rooms are flexible, and can be changed according to number of children on each level.

Phase 3

Phase 3, under planning, will house new areas for drama, music and physical education. Parts of the areas will be open at night.

Materials:

Organically shaped walls are clad with specially milled wooden paneling in convex and concave shape, treated with clear tar. Inside, the wooden walls are whitewashed. Phase 2 has a façade covered with fiber cement boards in 10 different colors. Outside materials are also used on the inside of outside walls.
With reference to the qualities of the old structure, the new buildings are organized around three new atria suited for play and recreation for the different groups of children. The existing atrium is established as the quiet garden with white gravel, benches and greenery suited for quiet play and conversations. Two large existing oaks are preserved. The atrium in phase two has a rubber floor suited for play for the smallest children. The open school yard towards the west is planned for ball play.

Data

Project name: Oslo International School
Address: Gamle Ringeriksvei 53, 1357 Bekkestua
Schedule for completion: 2006 - 2009
Client: Oslo International School
Architect: Jarmund/Vigsnæs AS Architects MNAL
Einar Jarmund, Håkon Vigsnæs, Alessandra Kosberg Assisted by: Siv Hofsøy (project leader), Anders Granli, Halvor Kloster, Katrine Skavlan, Nikolaj Zamecznik, Kazuhiko Yamada, Trine Johanne Jamtli.
Landscape architect: Grindaker AS
Consultants: AS Frederiksen (structure) Ingénia AS / Ing. Per Rasmussen
AS / Heiberg & Tveter AS (Mechanical) NEAS Brannconsult AS (Fire) Norconsult AS (Acoustics).
Contractor: Oslo Byggentreprenør AS
Druckerhöhungsanlage Vogelweh-Kleeblatt, Kaiserslautern, D
Molter-Lindemann Architekten

Warum sieht ein Gebäude aus wie ein kubisches Zebra?

Im Frühjahr 2008 fingen die Technischen Werken Kaiserslautern an mit der Neuordnung der Verteilernetzes um die USLiegenschaften in Vogelweh an der Trinkwasserversorgung der Stadt Kaiserslautern anzubinden. Einer von zwei Knotenpunkte sollte genau am Stadteingang West, am Vogelweh Kleeblatt, sein. Der Raumbedarf wurde von technischen Vorgaben bestimmt. Dies führte zu einem beachtlichen Volumen, fast zu groß für den beschränkten Raum auf dem Kleeblatt. Die Stadt Kaiserslautern und die TWK waren sich bewusst, dass dieses Projekt an dieser exponierten Stelle, dem Kaiserslauterer Kleeblatt mit der Siedlung Vogelweh, große Aufmerksamkeit zu Teil wird. Es war also ein großes Anliegen, das Gebäude kleiner als das tatsächlich notwendige Volumen erscheinen zu lassen. Weiterhin sollte es, wenn schon so exponiert, seiner Lage gestalterisch gerecht werden. Auch sollten die Kosten zur Umsetzung in einem angemessenen Rahmen bewegen. Diese teilweise gegensätzlichen Anforderungen bestimmen das Architekturprogramm.
Der erste Ansatz für das Projekt entwickelte sich aus der Lage des Gebäudes selbst: am Vogelweh-Kleeblatt, einem vierarmigen Kreuz ohne links-Abbiegmöglichkeit. Das Gebäude selbst würde hauptsächlich vom Auto aus gesehen werden, aus der Bewegung heraus. Die Lage des Gebäudes bot aber noch mehr als das, was man auf den ersten Blick erwartet. Benachbart zum Projekt befinden sich die amerikanischen Liegenschaften „Vogelweh“ und auf der anderen Seite des Kleeblattes die „Opel“-Werke seit 1966. Beide bieten den Bürgern der Stadt Kaiserslautern eine große Zahl Arbeitsplätze, so prägen also zwei für die Stadt Kaiserslautern ernorm wichtige Einflüsse den Standort.
Der zentrale Gedanke war es eine Stadtskulptur zu entwerfen, um dem Stadteingang von Kaiserslautern eine Art Auftaktgebäude zu geben. Als Skulptur besitzt das Gebäude die Fähigkeit seine Größe und auch die Form von einem Gebäude kleiner erscheinen zu lassen, gibt es gute Gründe, sich mit der Tarnung vertraut zu machen.
1909 veröffentlichte der prominente amerikanische Künstler und Naturalist Abbott Handerson Thayer, zusammen mit seinem Sohn , ein Buch „Concealing Coloration in the Animal Kingdom“. Es war die erste wissenschaftliche Beschreibung von Tarnung in der Natur und war gleich ein Bestseller. Seitdem teilen Militär, aus selbstverständlichen Gründen, und die Künstler ein leidenschaftliches Interesse für Tarnung, und lernen seitdem von der Natur und von einander. Anfangend mit den frühen Futuristen über die Rationalisten bis in unsere gegenwärtige Zeit haben Architekten und Künstler Tarnung und die dazu angewandten Muster immer wieder verwendet. Ein spezielle Art von Bewegungstarnung bekam immer besondere Aufmerksamkeit. Dies geht zurück auf den 1. Weltkrieg, eine Zeit von der Erfindung des Radars. Die extremsten Formen dieser Camouflage-Art wurden auf offener See angewandt, wo es unmöglich ist, sich zu verstecken (für Schiffe, natürlich nicht für U-Boote). Man beabsichtigte mit dieser Technik die Lage von Schiffen nicht einschätzbar zu machen. Die Bewegungstarnung sollte die Silhouette und Form der Schiffe durch hohe Kontraste der Fraben und Muster auflösen, damit den Vektoren, die Geschwindigkeit und die Richtung der Schiffe unsichtbar wurden und man nicht mehr zielen konnte. Kurz gesagt, diese Tarnung war für sich bewegende Objekte entwickelt und ist heutzutage als Dazzle-Paint bekannt.
Sogar die Autoindustrie hat sich diese Technik angeeignet. Sie wird eingesetzt, wenn Strassentauglichkeit von neuen Automodellen getestet wird. Tatsächlich fertigt Opel seine Testwagen in Kaiserslautern. Um das neuste Design eines Modells vor Designraub zu bewahren, werden die Testwagen sehr sorgfältig getarnt. Um dieses Phänomen wurde in Deutschland eine ganze Kultur von Automagazine entwickelt. Jedes dieser Magazine versucht immer der erste zu sein, das die aktuellsten Fotos der neuen Modelle zeigt. Die getarnten Prototypen nennt man Erlkönig. Dieser seltsame Name hat einen interessanten Hintergrund. Ursprünglich war der Erlkönig eine mythische Figur einer nordischen Fabel, über welche Goethe ein unheimliches Gedicht komponierte. Dieses Gedicht erzählt uns, dass der Erlkönig Neugeborene und Kinder stiehlt. Heutzutage hat das Wort Erlkönig im übertragenen Sinne die Bedeutung bekommen etwas Kostbares zu sein, was vor stehlenden Augen und Dieben geschützt, und aus diesem Grund auch versteckt werden muss. Erlkönige täuschen durch Streifen mit hohen Kontrasten und durch Muster erzeugte Formen vom eigentlichen Design ab. Auf einem statischen Objekt, was primär von bewegenden Betrachtern gesehen wird, schein angemessen, solch ein Muster anzuwenden. Damit provoziert diese Gebäude ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, was im öffentlichen Raum eine zusätzliche Form von Sicherheit bedeutet.



Der Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grausets, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)

Über die letzten Jahrzehnte haben ambitionierte Städte auf der ganzen Welt Architektur und Kunst immer wieder als Instrumente des Marketings und Brandings eingesetzt, manchmal mehr manchmal weniger erfolgreich. Die Schaffung von Identität und Bedeutung durch Architektur ist durchaus schwierig und gelingt selten. Wenn ein Projekt nicht Teil der lokalen Kultur, d.h. ein Teil des Alltags wird, dann führt auch das intensivste marketing und Branding nicht zum Erfolg. Mann könnte jetzt denken es sei wohl die beste Strategie, nicht laut zu verkünden, dass etwas Kunst oder Architektur sei. Der französische Künstler Jean Dubuffet sagte einmal (frei übersetzt):“ Kunst schläft nicht in dem für sie gemachte Betten. Sie würde lieber verschwinden als vorgeführt zu werden: was sie vorzieht, ist inkognito zu sein, ihre besten Augenblicke ergeben sich dann, wenn sie sich als Kunst nicht mehr erkennt.“ Pikanterweise schuf gerade dieser Künstler ziemlich faszinierende, spielerisch schwarz weiße Figuren, manchmal in der Größe dieses Gebäudes, manchmal sogar größer, aber immer visuell sehr präsent. Wie immer im Leben, etwas Neues zu schaffen, zu agieren, ist besser als nichts zu tun. Dazu brauch man nicht unbedingt teure bautechniken oder exklusive Materialien: mit einem herkömmlichen Industrieprodukt, guten Handwerkern und ein bisschen Kreativität ist es auch möglich ein Gebäude zu entwerfen, dass hoffentlich Spaß, Vitalität, aber vielleicht auch etwas von seinem Kontext und Standort kommuniziert.

„L‘art ne vient pas se coucher dans les lits qu‘on a faits pour lui; il se sauve aussitôt qu‘on pronnonce son nom.
Ce qu‘il aime, c‘est l‘icognito, ses meilleurs moments son quand il oublie comment il s‘appelle.“
Jean Dubuffet

Tatsächlich dreht sich eine der großen Kulturdebatten (was natürlich auch die Architektur miteinschließt) im zeitgenössischen Deutschland um den Begriff Authentizität. Das ist nicht all zu sehr verwunderlich: In den ersten Jahren der Nachkriegszeit mussten in Deutschland ungefähr 50 Prozent aller Gebäude wieder aufgebaut werden, in größeren Städten lag diese Zahl noch bei weitem höher. Innerhalb kurzer Zeit wurde sehr schnell eine unglaubliche große Zahl neuer Gebäude errichtet, die meisten von ihnen sehr preiswert und zweckmäßig in einem sich wiederholenden modernistischen Stil (selbstverständlich gibt es schöne Ausnahmen). Geblieben ist jedoch eine Aversion, die sich gegen alles entwickelte, was modern oder anders aussieht.
Sicherlich können wir erwarten, dass dieses Projekt eine lebendige Debatte auslösen wird. Das Projekt wird Fürsprecher und Gegenstimmen haben. Wenn das passsieren sollte, dann wird das Projekt sehr natürlich seinen Platz und seine Akzeptanz bei den Menschen, die in Kaiserslautern leben und darüberhinaus finden, und hoffentlich, wenn man es sieht, einen an Kaiserslautern erinnern. Als Stadtskulptur wird es dann seine eigene Authentizität bilden, und es wird auch die enge Verbundenheit der Stadt Kaiserslautern mit den USPartnern wiederspiegeln und darstellen.

September 2009, Molter-Lindemann Architekten
La passerelle d’Esch
Metaform, atelier d‘architecture

Passerelle piètonne à Esch

La passerelle d’Esch est le fruit de la recherche d’une identité, d’une forme, d’une signification. Elle est la volonté d’offrir une réalisation intrigante et spectaculaire à sa Ville car elle semble flotter entre deux mondes. Avec ses formes furtives et son architecture hors échelle, elle se trouve au centre d’un marketing urbain.
Au-delà des sentiments qu’elle suscite, qu’ils soient positifs ou négatifs, elle provoque en nous une fièvre de questions. Qui est-elle, que fait-elle, où va-t-elle ? L’accès à l’autre monde resterait inconnu si la curiosité ne nous poussait pas à emprunter ses marches ou son ascenseur jusqu’en amont.

Elle est le reflet de son environnement et aime à paraître différente selon son humeur. Le jour, par beau temps, elle offre une robe couleur gris-ciel qui, avec ses bords arrondis, contrastant furieusement avec l’obscurité du bois en arrière plan. Par temps plus capricieux, elle se dérobe et se confond avec la couleur du ciel, disparaissant même lors d’un épais brouillard…
La nuit, plus discrète, tel un animal endormi, se laisse illuminer par la pollution lumineuse de la ville et les passages répétés des voitures et des trains.
Si nous pensons nous en sortir indemnes après avoir emprunté ses marches, détrompons-nous, car bien au contraire, nous voilà dans les tripes de cet animal. Confronté à sa couleur rouge pourpre, elle évoque en nous un sentiment dubitatif et en même temps familier. Familier à cause de son clin d’oeil à l’histoire de la Ville, son orientation politique et de son appartenance à la Terre rouge. Dubitatif car nous voici dans la bouche de l’animal qui nous porte, comme sur un tapis rouge déployé sur le sol, nous invitant à l’emprunter, jusqu’au pied de l’autre monde peuplé d’arbres et d’oiseaux.

Nous voici maintenant projetés de l’autre côté de la rive mais prenons garde, qu’elle ne rougisse pour marquer sa fermeture jusqu’à l’aube…

Research laboratory, Groningen, The Netherlands
UN Studio

One of the strongest principles of contemporary architecture concerns the integral treatment of the volume; ideally, each of the five facades should reflect clearly what happens inside. The relationship between the building’s usage and its appearance should be transparent and logical. There should be no prioritization of front, back and side elevations as such; instead pure functionality should dictate where openings or details that emphasize certain user-related aspects are placed.
But what happens when a building is asked for that forbids this type of logic? The research laboratory in Groningen will be visited by very few people; on the inside it is a stark, technical environment, with only limited office space. The relationship between outside and inside is almost non-existent. Yet, the building is on a prominent location, passed-by daily by swarms of students and staff of the medical campus of Groningen University. And, at the same time, it needs to be more than a just skin wrapped around an unimaginative box, because the requirements, albeit technological in nature and never to be set eyes on by more than the handful of people authorized to work in this laboratory, are real and complex.
In response to this quandary, UNStudio has designed a deceptively simple envelope constructed from flat, vertical aluminum slats, which, in places, are twisted outwards in bowed forms. Thus, tall, vertical undulations are generated, which present an open or a closed aspect depending on the angle under which they are viewed. This optical effect enlivens the restrained facades, which is made even stronger by the application of bright colours to the flat surfaces that are created by twisting the aluminum slats sideways. On the lower level the colour yellow is used, which gradually changes to green towards the top of the building. The particular shade of green that was chosen reflects the public garden on the corner of the Oostersingel and the Antonius Deusinglaan opposite the building. Consequently, the laboratory, while minimizing or even prohibiting both the incursion of daylight and views into the building, still responds to its surroundings, offers some visual stimulus and, through the optical effects, presents a semblance of transparency. In the interior, two internal vertical voids allow daylight to enter the interior whilst ensuring that visibility from outside is avoided. These glass voids therefore function as a form of internal facade. By employing the voids, lift shafts and facade structure as constructive elements which ensure stability it becomes possible to create a mostly column-free space within these existing vertical supports. The two voids have the geometry of asymmetrical truncated cones which mirror each other vertically; so that where one has its wider end at skylight level, the other has its wider end at ground level. Shared walkways surround these internal voids, creating a clear organisation whereby dark corridor systems can be avoided. The individual laboratories are situated around the cones and are accessible directly from the shared walkways. This organisation turned out to be more efficient than the common laboratory organization with corridor systems, because of the reduction in the amount of circulation space.
The activities within the Research Laboratory require the separation of four microbiological levels. At the lowest level are the supporting areas including the reception area, the administrative spaces on the second floor and the dispatch area on the ground floor. The laboratory areas are divided into three microbiological levels, each with its own accessibility grade and hygiene screening level. The main entrance to the research laboratory is on the second floor, where it is linked to the central walkways of the WMF building by a footbridge. On ground level there is an entrance where small transport vehicles can deliver and collect goods without causing interruption. The materials used in the design are chosen to comply with the requirements of a laboratory setting. Therefore a homogenous polyurethane floor and wall treatment is employed. The colours used in the laboratory spaces are chosen with regard to the requirements of the technical programs, whilst the use of colour in the central supporting areas is lively and bright. Walls and floors share the same colours. On the ground floor, where daylight is at its lowest, yellow is used. Per floor this colour then deepens through to orange and finally to red on the uppermost level.

Offices "La Defense", Almere, The Netherlands
UN Studio

This office building ‘La Defense’ appears in its urban context as a modest building volume reflecting the direct surroundings in its metallic façade finishing. The outer skin expresses urbanity and a degree of closeness of the units. Entering the innercourt yard the building reveals its genuine characteristics. The façade adjacent to the courtyard is built-up out of glass panels in which a multi-colored foil is integrated. Dependent on the time of the day and the angel of incidence, the façade changes from yellow to blue, to red or from purple to green and back again.
La Defense is located behind Almere Central Station. The plan shows a neutral, rational organization with four separate bands of different lengths and heights covering the irregular plot. The proposal links these bands to some extent in a more integrated urban solution which ties in with the new, largerscale center development of Almere Town.
The essentially closed complex is interrupted at two points, creating a link with the park to the rear. Raising the ground level from the town side strengthens the link. Parking facilities are provided under the building rather than in between the units, creating a pleasant inner area. The units vary in height from 5 or 6 to 3 or 4 levels, the top level often being doubled.
The design is based on the complex being used by a number of companies. The density and program are balanced in such a way as to keep the price per square meter low, making the development more attractive to local users. A large number of entrances are provided to highlight the complex‘s accessibility. On the street side, access to the units is via entrances at ground floor level, on the inside via raised entrances. The organization accentuates the flexibility of the office block.

Galleria Hall West, Seoul, South Korea
UN Studio

Within Seoul, the Galleria Department Store exists within a typical system of highly specialized department stores, each representing a microcosm with its own eco-climate to which its customers are finely attuned. Situated at the top end of this system, the Galleria Fashion Hall together with the Galleria Masterpiece Hall in close vicinity carry a large number of highly prestigious brands and consequently attract visitors from a wide area, including Japan. The Galleria Fashion Hall is prominently situated in the Apgujeong-dong district, on of the trendiest commercial districts in Seoul.
Originally from the outside the store appeared unremarkable.. In October 2003 the Galleria hired UNStudio to design a new façade and interior to mark the store’s transformation (in their own marketing-originated words) ‘from novel to noble’, becoming more ‘luxurious’ while remaining ‘trendy and unique’.
UNStudio’s exterior renewal, completed in September 2004, consists of the application of 4330 glass disks on the metal substructure that is directly attached to the existing façade. These discs are treated with a special iridescent foil, which causes constant changes in the perception of the façade. At night, a special lighting scheme, designed cooperatively by UNStudio and ArupLighting, illuminates the discs by reflecting the dynamics of the weather conditions that happened during the day.
The interior renovation is focused on the general store areas in between the individual branded shops. UNStudio has sought to streamline the circulation spaces, providing ‘catwalks’ of light-colored, glossy co-coordinated walkways and ceilings, which improve orientation and give the store a super-bright, fresh image.

Interior concept

For the updating of the existing interiors, UNStudio’s inspiration is the fashion catwalk; the customer should find himself in the focus of the fashion world, feeling himself/herself as the attractive model in midst the glamorous Fashion Hall.
The interior design focuses on the elimination of superfluous and outdated details and the introduction of two new Big Details: the escalator which becomes a moving event space, and the ceiling lighting which becomes a device that provides a fluent directionality and dynamics to the shop floors.

Lighting and concept for interior catwalks

For the main circulation corridors (catwalks) the lighting is integrated within the dropped ceiling. The illumination of the corridor is designed as a continuous lighting element, which consist of linear rail following the direction of the corridors and bending whenever there is a change in direction. Below these rails a white plastic foil is stretched and on every second rail TL-lights are mounted. The semi-opaque white foil spreads the light equally creating a continuous field above the main corridors. The combination of up-lights and rails casts multiple shadows on the white foil that create depth in the ceiling and where directions change, these shadows emphasize way-finding. The rails are straight along the corridor’s length and turn the corners, always keeping the same radius. Where two corridors connect in a T-crossing or X-crossing, the rails bend to accommodate directions.

Color scheme:

Color was also added to the primary rails in the ceiling package, the effect is a subtle tint of color created by the combination of lights and the plastic foil. The color tint is also reflected in the highly polished artificial stone used to pave the corridors. The gradient of color and the intensity was carefully chosen as not to influence the lighting of the products in the stores.

Lighting and interior concept for enclosure of vertical circulation space

The walls enclosing the escalator space are designed as a series of vertical IPE-beams that are clad from both sides with glass. Towards the inside of the escalators the glass is finished with a partially transparent, reflective foil so that customers on the escalators perceive the space and the relation to the other floors more intensely. The glass on the opposite side of the construction facing the stores is translucent which allows for view corridors overseeing the main vertical circulation space behind the benches – the public meeting zones designed for Galleria. In the vertical walls large display pockets are integrated that can be used to transmit information projected simultaneously to the exterior façade and can be used for branding and advertisements. The vertical enclosure and the display pockets continue into the ceiling of the space. The lighting of the escalator walls is done with Cold Cathode lighting, which is located in between the two layers of glass in vertical arrangement. These light strips cast white light and illuminate the space by soft animation in vertical direction. The underside of the escalators is illuminated by strips of Cold Cathode lighting covered with color filters casting the same colors as used for the identification in the ceilings on the different floors on the angled surfaces underneath the escalators. The colored light is used to enhance the directions of way-finding and guide the customer from one floor to the other.

Exterior Façade Concept

The effect UNStudio were trying to achieve with the facade was to generate a lively surface that fascinates, attracts and always looks different, depending upon the point of view of the spectator and depending upon the time of day and time of year.
The visual theme chosen for the façade design was that of a geometrical pattern based upon the circle which is repeated and generates a surface. In total 4330 glass discs are hung from a metal sub-structure that is directly mounted on the existing concrete cladding of the department store. The glass discs are made of sandblasted laminated glass, including a special dicroic foil. Testing different materials and combinations of foil and glass finishes was essential during the process and several on site mock-ups were made in order to test and forecast the effects generated during day and night.

Day

During the day the atmospheric and weather changes influence the degree of reflection and absorption of light and color on the glass circles, so that from different viewing points the appearance of each disc and the total surface changes constantly according to those external conditions that are beyond human control.

Night

During the night situation of the building the lighting design developed for the façade additionally starts to interact with the material condition of the glass discs. By placing behind each of the glass discs an LED-light source and by controlling the lights digitally one by one, the possibilities to manipulate color and light emission become endless. Recording day-today weather conditions and processing the data with the computer before projecting them in transformed version onto the glass skin is just one out of many possibilities of the technology used. UNStudio‘s façade solution also has the potential to be adapted for special occasions and can be changed over time according to seasons, fashion events and artistic inspirations. Nevertheless, the character of the glass disc skin is different from the principle technologies used in screens, since whatever visual information is projected onto the discs; it will be transformed due to the material conditions of the glass disc and foils. The new façade is not a projection screen in the conventional sense, but it interacts with the projected information and generates a circular pixilated visual face by night.

Quotes Ben van Berkel

“As an architect I am interested in dressing the future. Like a fashion designer, but on a much larger scale, I am helping the world figure out how it will look tomorrow.”

“This is a building for living design, not dead art. What you find in The Galleria is stuff that lives for today. Beautiful, gorgeous clothes – carefully selected from the best designers in the world. It is a wonderful, living collection that changes with every season, changes in composition every day. And our design reflects that; the facade causes a continually shifting, shimmering, alluring perception – the system of the colored glass disks and the super-bright catwalk interiors represent a concept of magnetic geometry.”

EDUCATIONAL CENTER EN EL CHAPARRAL, ALBOLOTE (GRANADA)
Alejandro Muñoz Miranda

The project is designed as a variable section of wall and ceiling that involves compressing and decompressing the space accommodates.

The change of section depending of the uses (corridor / access-bathrooms / classroom / porch (outside covered corridor) / garden and outside covered playground), the sun's movement and the longitudinal slope of the plot are responsible to design interior spaces that open to garden and outside covered playground.

The compression-decompression game makes its effect when changing space both longitudinally and transversely in the sequences: corridor / access-bathrooms / classroom / porch / garden-outside covered playground (across) or classroom / bedroom / classroom (longitudinal).
The orientation in space makes the classroom uncompressed glass cracks appear in the upper corners of South tightening diagonal space in the North to the ground facing the interior garden and covered with large windows. These fissures South controlled light will be colored (rainbow color gamut) in dynamic areas of the corridor or in the outside covered playground. Inside the classroom, these cracks will be light South colorless glass. Versatility also arises in the operation of classrooms by level of education (two classrooms for children from 0-1 year with bedroom, two classrooms for children from 1-2 years with bedroom and three classrooms for children from 2-3 years without bedroom). It is proposed that all classrooms in the same level can raise the possibility of creating more space for group activities, show themselves to the spatial continuity of the upper parts of each room separated by glass.

Moreover, the idea that everything revolves around outside covered playground, and makes it as the heart of the educational center, which is linked by a continuous covered porch on the garden with all classrooms. Inside, the outside covered playground connects to the classrooms with the corridor on the South side. To the East lie the kitchen and dining areas, administration and gym closely linked to the corridor.

Outside, the use of white massive volumes makes the integration is adequate in El Chaparral, a district of Albolote that emerged as village of colonization in the 50s.



Alejandro Muñoz Miranda

Granada, 1974. He is an architect who graduated in the first graduating class of the Escuela Técnica Superior de Arquitectura (School of Architecture) in Granada and who obtained the best academic results in his year. He received a distinction for his final degree project, which concerned the development of an Administrative Civic Centre and a Transport Interchange in the Metropolitan Area of Granada.
In 1999 he was awarded the First National End of University Degree Award in architecture given by the Ministry of Education, Culture and Sport. He has been working as a qualified professional since 2000, alternating his architectural work with the writing of his PhD thesis, the creation of sculptures and the design of books, furniture and exhibitions.
He was invited to exhibit in the Spanish Pavilion at the 7th Venice Architecture Biennale 2000, coordinated by Alberto Campo Baeza.
He lived in New York from June 2002 to January 2004 to work on his PhD thesis, supervised by the lecturer Kenneth Frampton at Columbia University, with the aid of a University Teaching Staff Research and Training Grant from the Ministry of Education.
He has also created steel sculptures with José Manuel Darro, which have been displayed in exhibitions, such as “Esculturas 8.8” in the Círculo de Bellas Artes (Fine Arts Circle) in March 2004, and produced urban sculptures, such as “Granado Fractal”, made of corten steel for the Fernando de los Ríos roundabout in Granada.
The most outstanding recent constructions include the Headquarters of the Granada Business Confederation, the New Syndicate Headquarters in Granada, the Rehabilitation of the Street Gran Vía de Colón, the Project Management of the Boulevard in Avenida de la Constitución in Granada and a house in Barranco del Abogado in Granada.
He was recently selected for the exhibition of Young Architects in Spain, organised by the Ministry of Housing and coordinated by Jesús Aparicio Guisado for the Exhibition Hall of Las Arquerías de Nuevos Ministerios in Madrid (2008), the Graduate School of Architecture, Planning and Preservation of Columbia University in New York (2.009) and La Casa del Principado de Asturias in Brusels (2010).
He has been a professor of Architectural Projects at the Escuela Técnica Superior de Arquitectura de Granada (School of Architecture) since October 2007.
Eine Schule so bunt wie das Leben
Wolfgang Simmerle

Bezeichnend für das Projekt ist seine Lage am Hang, mit fünf Stockwerken, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wald und in einem Dorf auf 850 m Meereshöhe. Geplant von Arch. Wolfgang Simmerle zeichnet es sich durch klare Linienführung mit Lichtdurchfluteten Klassenräumen und der Verwendung natürlicher Materialien aus.
Im Zwischenraum, vor den Klassenzimmern, im Treppenhaus wird der Raum zum Kunstraum. Farbe und Licht dienen den Kindern auch zur Orientierung.
Außen Natur - Innen Kunst
Der monochrome Raum

Sich zu Farbe bekennen erfordert Mut oder Gleichmut.

Nur selten eröffnet uns unser natürliches Umfeld die Möglichkeit, in Farbräume eintauchen zu können. Nur selten erleben wir Landschaften in einem Farbbad.
Dann aber, wenn die untergehende Sonne die Welt in orange Glut taucht oder blauer Nebel die Grenzen verwischt, ist es, als würde sich Frieden auf die Welt legen, Ruhe breitet sich aus und in dieser Gelassenheit sind wir nur wir, während alles andere verschwindet.

Manchmal erleben wir dies für kurze Zeit, manchmal auch länger. Aber immer haben solche Situationen eine nur ihnen zu eigene Magie und wir fühlen uns glücklich daran teilhaben zu können.
Wir sind fasziniert von sandfarbenen Wüsten, einer weißen verschneiten Winterlandschaft, tauchen ein in das Grün des Waldes und in die blauen Tiefen des Ozeans…und es bemächtigt sich unser ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit. Schneelandschaft macht uns farbig, genauso wie der Nebel, die Wüste und der Wald.

Ist die Welt monochrom, wirkt sie unendlich und alles was darin anders ist, wird wichtig.

In einer Schule sind das die Kinder, ihre Kleider, ihre Schultaschen.

Und wenn die Welt später, einmal dunkelgrau scheint oder schwarz weiß, lebt vielleicht die Erinnerung auf, dass ebenso blau - gelb oder rot - grün möglich ist.
Es kommt auf die Farbe, welche die Welt in ein anderes Licht zu tauchen vermag.

Der Raum tritt zurück,
lässt einem anderen Platz,
gleich einer Wanderung durch den Regenbogen,
von einer farbigen Welt zur nächsten,
wissend dass,
nach einer Farbe
eine andere sein wird.

Margit Klammer 2008

Leben malt!
Anna Valentiny

Einige philosophieren über Kontraste. Dann reden da auch noch andere irgendwas von wegen Grautöne. Manche bekennen Farbe. Und ganz so einfach wie Ariel mit « Raus aus dem Grau » verspricht scheint es dann doch nicht zu sein. Der Schleier des Normal- Alltäglichgewordenen bleibt da, die Farben leuchten irgendwo darunter unbewusst, anteilslos, gleichgültig und schön weiter.
Das scheint dann wohl so zu sein.
Die Anmaßenden, die vom Regenbogen schwärmen und fachsimpeln, entpuppen sich als Maulwürfchen angesichts zerstörerischer Wahrheiten, -à la elektromagnetische Wellen + Licht + Sehorgan machen zusammen irgendwas, das man verstehen könnte ; das Resultat : Farben- die Schönes zu banalisieren riskieren.

So wie die Lichtscheuen unserer Spezies gleich am Anfang –ohne das Schneckenhäuschenlabyrinth verlassen zu habenscheitern, riskieren aber auch die Übrigen früher oder später an dem was sie sehen zu verzweifeln. Der Fehler liegt vielleicht dabei, nach Grund, Ursprung und Entstehung zu fragen. Lassen wir also gleich Wellen ; Küppers, Hering,Goethe, Itten, Albers ; Pigmente ; Magentarot und Cyanblau bei Seite.
« Weiß steht für Reinheit Vollkommenhait u.s.w ». Das und Vergleichbares soll bitte nicht Thema sein.
Ursprung und Interpretation der Farben ausgeschlossen, bleibt wohl nur noch « Farbe » übrig. Also einfach eintauchen ! Farbenmeer, wohin man schaut ; ganz ohne Huxley, ganz ohne Mescalin, ohne Doors of Perception.
Ich sehe, wofür ich ganz furchtbar dankbar bin.
Ich sehe mein Laptop mit den Worten die ich gerade Schwarz auf Weiß tippe. Die Farben flackern nicht mehr. Dann seh’ ich auch noch meine Beine, für meine Verhältnisse doch sehr sonnengebräunt –dh. nicht mehr schneeweiß nur noch weiß-.
Also diese Beine auf dem dunklen, massiven, schwarz wirkendem Holztisch von irgendwann um die Jahrhundertwende, von irgendwo. (Er würde übrigens auch schwarz aussehn’, hätte er einen babyblauen Anstrich.)
Auf diesem Tisch steht eine Vase, durchsichtig, sichtbar, farblos, aus Glas ; darin textmarker-neon-irgendeine-fiktive- Farbkartennummer-farbige Blumen.
Farbe ist alltagstauglich ; für das Gewöhliche, Normale absolut zu empfehlen. Durchaus praktisch, wenn es darum geht zu unterscheiden, zu definieren.

Weiter im Text und damit wohl von dem um mich herum, was auf den ersten Blick sichtbar bleibt.
Traurig also die, die von Color… blind, coffee black and egg white singen müssen ? Vielleicht auch glücklich ?! Wertungslos. Was feststeht: Alle Anderen werden verführt.
Denn, das Erlebenswerteste definiert sich ziemlich oft über Farben. Momente gewinnen ihre filmreife Stimmung aus dem Brechen des Lichts, der aufgegangenen Perfekter-Winkel-indem- die-Sonne-zur-Erde-steht/scheint-Rechnung.
Satt - orange Abendsonnenstrahlen fluten die Szene. Der unumgängliche, aufgezwängte, von allen Seiten freudig angenommene und Illusionen fördernde Regenbogen bringt Unruhe ins Spiel des Lebens.
Bilder folgen aufeinander :
Irgendein passabler Wagen –denn unterm Strich zählt eh’ nur das typische marienkäferrote Capriolet-Rot- , schwarze Ledersitzefährt eine Pinienallee – an Van Gogh angelehnt, Sternennachtartig, (dass man noch nicht einmal beim Sonnenuntergang angekommen ist, interessiert hier keinen; ein unwichtiges, kleines Detail) unruhig, bewegt und still- entlang ; links und rechts : Goldene Weizenfelder, Toskana.
Im Hintergrund, irgendwo da vorne und da hinten, weiter weg : Provence, im Blickfeld : Unendlich lange, violette Streifen ; Lavendelfelder.
Die Frau auf dem Beifahrersitz trägt ein leichtes Sommerkleid. Keine Seide, schwerer ; vielleicht Leinen. Zeitloses Blumenmuster, alles Mögliche an Farben, Farbtupfern.
Das Auto fährt durch den Tunnel der, dunkle Schatten werfenden, Pinien Richtung totales Licht ; schwarzes Loch. Noch immer dabei, der Fahrtwind, der dem Fahrer und seiner Begleiterin ins Gesicht schlägt, über die Körper haucht. (Möglich, dass Sehen allein doch überbewertet wird?!)
Anderes Szenario.
Vielleicht ein Garten ?! Verborgen, versteckt zwischen - mit Efeu überwucherten- Mauern. Oder doch ein Fest am Strand (hier ersetzt das stereotypische Lagerfeuer die Sonne als Lichtquelle).
Von Amélie Poulain à la einfach perfekt Französisch bis hin zum Beck’s Werbespot der totalen Freiheit ohne Alleinesein. Zusammen mit Freunden und sehr viel Bier segelt man in den Tag hinein.
Alle geben was alle haben wollen : Stimmung durch Licht, durch Farbe. Es wirkt überladen, erzwungen und gibt das wunderschöne orange-rote-Bild vom Leben, von Träumen, Sehnsüchten und Erinnerungen. Natürlich immer Sommer, immer strahlendhelle Nacht, immer warm und verliebt.
Das ist, was die Farben sagen. So entführt Fotoshop per Mausklick oder manchmal auch, mit etwas Glück, das wirkliche Leben. Was auch immer, lässt die Menschheit mittels Kontrastund Farbeinstellungen kurz fliegen.

Ohne dekorative und sogar wirklich ergänzende Farben, wären die 19 Jahre mal 12 Monate mal alle gelebten Momente bis jetzt recht farblos gewesen. Obwohl die Idee vom Schwarz-Weiß- Film, 365 Tage, Minute für Minute mal ein Menschenleben lang sehr interessant klingt. Parallelen zu Charly Chaplin, vielleicht auch zu Laurel und Hardy. Oder zu Rhett Butler und Scarlett O’Hara oder zu Sissi ; die machten auch farbüberpinselt eine recht gute Figur…
Es wird doch manchmal behauptet, es gäbe keine wirklich schlechten Schwarz-Weiß Fotos. Spinnt man die Idee weiter und übermalt anschließend das Ganze…
Die Welt ist in Farbe. Warum eigentlich anschauen um zu zerdenken, was vor und nach dem Sehen war und sein wird?!

Einfach leuchten lassen.